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Und mit einem Klick steht das neue Trottinett vor der Tür. Onlineshops können Kinder dazu verleiten, mehr zu kaufen als geplant. So helfen Sie Ihrem Kind, damit es sicher im Internet bestellt und nicht in die Schuldenfalle tappt.
Egal ob Fussballschuhe, personalisierte Socken oder Gesichtsmasken: Onlineshopping gehört heute zum Alltag und ist für Kinder selbstverständlich. Oft wird das Shopping am Laptop oder am Handy schon in der Unter- oder Mittelstufe relevant. Es ist daher wichtig, dass sich Eltern dazu Gedanken machen: Denn wenn Kinder beim Einkaufen an der Kasse bezahlen, entsteht ein Gefühl für die Kosten und sie überlegen sich den Kauf vielleicht zweimal. Beim digitalen Bezahlen geht dieses Gefühl verloren. Und damit steigt das Risiko, dass sie mehr ausgeben, als sie sich eigentlich leisten können, oder gar in die Schuldenfalle tappen.
Auch wenn man als Eltern seinem Nachwuchs die Online-Käufe manchmal am liebsten gar nicht erlauben würde: Erklären und Begleiten wirken oft nachhaltiger, um Kinder präventiv vor Kostenfallen zu schützen, als Online-Käufe generell zu verbieten.
Sobald das Kind das erste Handy erhält oder mit sozialen Medien in Kontakt kommt, werden Onlineshopping und die Aufklärung dazu relevant.
Onlineshopping hat viele Vorteile: Preisvergleiche sind einfacher, die Auswahl ist deutlich grösser als in einem Laden und alles funktioniert rund um die Uhr vom Sofa aus.
Auch das Bezahlen ist bequem. Mit TWINT, per Rechnung oder mit der Kreditkarte kauft man mit wenigen Klicks ein. Teilweise sogar, ohne dass man das Geld beim Kauf schon auf dem Konto haben muss. Aber die Einfachheit kann auch dazu verleiten, dass man mehr bestellt, als man wirklich braucht. Nicht zuletzt, weil Werbung und Influencerinnen und Influencer auf sozialen Medien den Kaufdruck insbesondere bei Teenagern deutlich steigern.
Dazu kommen weitere Risiken: von versteckten Kosten wie Versand- oder Zollgebühren über Fake-Shops, die die bezahlte Ware nie liefern, bis hin zu ungenügenden Alterskontrollen.
Jugendliche unter 18 Jahren dürfen grundsätzlich keine grösseren Verträge ohne Zustimmung der Eltern oder Erziehungsberechtigten abschliessen. Urteilsfähige Jugendliche dürfen aber mit ihrem eigenen Lohn oder Taschengeld selbstständig online einkaufen. In der Schweiz gibt es zudem kein generelles Widerrufsrecht bei Online-Käufen. Viele Händler bieten freiwillig ein Rückgaberecht oder eine Geld-zurück-Garantie an. Die Bedingungen und Fristen stehen in den AGB.
Tipp: In der Broschüre «Medienkompetenz» der Plattform «Jugend und Medien» finden Sie Infos dazu, worauf Eltern beim Onlineshopping achten sollten und wie sie ihre Kinder sinnvoll unterstützen können.
Eltern sollten ihre Kinder Schritt für Schritt begleiten. Verantwortung sollte dabei nur langsam übertragen werden, damit das Kind nicht überfordert wird. Besprechen Sie dazu etwa gemeinsam, wie man etwas bestellt und wie eine Rechnung bezahlt wird.
Die folgenden fünf Tipps zeigen, wie Sie die digitale Kompetenz Ihres Kindes beim Einkaufen im Internet gezielt fördern können:
Kinder lernen am besten, wenn sie zusehen und mitdenken dürfen. Ziehen Sie Ihr Kind deshalb bewusst dazu, wenn Sie selbst etwas online bestellen. Sprechen Sie Ihre Überlegungen dabei laut aus, zum Beispiel:
Wenn Sie Ihre Gedanken im Bestellprozess mit Ihrem Kind teilen, bekommt es ein Gefühl dafür, wie verantwortungsbewusste Entscheidungen beim Onlineshopping aussehen. So lernt es, kritisch hinzuschauen, bevor es etwas im Internet bestellt.
Überprüfen Sie vor der Bestellung gemeinsam den Kontostand oder den Betrag im Kässeli. Fragen Sie Ihr Kind, ob es überhaupt genügend Geld hat, um die Sachen zu bezahlen. Wenn das Kind bereits ein eigenes Konto hat, können Sie diesen Schritt mit einem Blick ins E-Banking verknüpfen.
Führen Sie den ersten eigenen Online-Kauf Ihres Kindes zusammen durch. Nutzen Sie die Gelegenheit, um gemeinsam zum Beispiel Preise, Lieferzeiten und Rückgaberegeln bei verschiedenen Anbietern zu vergleichen. Vor dem Abschluss der Bestellung sollten Sie zudem die gesamten Kosten im Detail anschauen, inklusive Versand- und allfälliger Zollgebühren. Erklären Sie, was die AGB sind, weshalb man sie annehmen muss und bei welchen Feldern man das Häkchen bewusst weglassen kann.
Auch wie eine Rücksendung funktioniert, sollten Kinder lernen. Beziehen Sie Ihr Kind mit ein, wenn Sie selbst beispielsweise ein Kleidungsstück in der falschen Grösse bestellt haben und es deshalb zurückschicken. Zeigen Sie, wie man eine Rücksendung vorbereitet und bei der Post aufgibt. Erklären Sie Ihrem Kind, dass es auch nicht sehr sinnvoll ist, wenn man sich ständig Pakete zusenden lässt und diese dann häufig wieder zurückschickt.
Verantwortungsvoll einkaufen bedeutet auch, regelmässig hinzuschauen, wofür man sein Geld ausgegeben hat. Schauen Sie deshalb gemeinsam mit Ihrem Kind die Kontoauszüge an und besprechen Sie, ob die Käufe im Rückblick nach wie vor sinnvoll sind. So lernt Ihr Kind, Ausgaben einzuordnen und Muster im eigenen Konsumverhalten zu erkennen.
Hilfreich ist, wenn Sie eigene Fehler offen ansprechen. Erzählen Sie zum Beispiel von einem Online-Kauf, den Sie bereut haben, und was Sie heute anders machen. So erlebt Ihr Kind, dass Fehler normal sind und man daraus lernen kann.
Kinder sollen lernen: Online bestellen ist zwar superbequem, aber wenn etwas nicht passt, muss man das Paket auch wieder zur Post bringen. Das gehört zur Verantwortung dazu.
Der Kauf auf Rechnung erfordert besondere Aufmerksamkeit. Das Produkt ist schon da, aber das Geld ist noch nicht geflossen. Durch diese Verzögerung fällt es Kindern schwer, das Gefühl der Zahlungspflicht nachzuvollziehen. Im schlimmsten Fall tappen sie dadurch in die Schuldenfalle, weil sie mehr und mehr auf Rechnung bestellen, obwohl sie gar nicht bezahlen können.
Das Gefühl der Zahlungspflicht ist bei Zahlung auf Rechnung zeitlich entkoppelt. So sinkt der Lerneffekt und das Schuldenrisiko steigt.
Erklären Sie Ihrem Kind daher möglichst früh, wie das Prinzip funktioniert und dass mit jeder Rechnung eine Zahlungspflicht verbunden ist.
Besonders wichtig ist, dass Ihr Kind lernt, Rechnungen rechtzeitig zu begleichen. Ansonsten fallen Mahngebühren an, die schnell teuer werden können. Oder es folgen weitere Konsequenzen. Zum Beispiel, dass es nicht mehr telefonieren und schreiben kann, wenn das Handy-Abo nicht bezahlt ist.
Mit klaren Regeln, hilfreichen Sicherheitsfunktionen und den passenden Zahlungsmitteln können Sie Onlineshopping für Ihre Kinder um einiges sicherer machen und Schuldenfallen vorbeugen. Erklären Sie dazu Betrugsrisiken und Datenschutz und erinnern Sie es daran, dass es seine Passwörter oder PIN-Codes niemals weitergeben darf. Sprechen Sie auch darüber, wie man Fake-Shops und Betrugsmaschen erkennt und beim Onlineshopping mit der Bezahlkarte aufmerksam vorgeht. Legen Sie zudem klare Regeln fest: etwa ab welchem Betrag Ihr Kind nur mit Ihrer Zustimmung einkaufen darf und welchen Monats- oder Wochenbetrag es maximal ausgeben kann. So lernt es, seine Ausgaben zu planen.
Mögliche Kostenfallen können Sie weiter reduzieren, indem Sie zum Beispiel In-App-Käufe und Streaming-Abos über die Kinderschutz-Einstellungen sperren. Eine Prepaidkarte mit begrenztem Guthaben kann zudem eine gute Alternative sein: Ist das Budget aufgebraucht, ist auch der Einkaufspass vorbei. Das schützt vor Mahngebühren und hilft Ihrem Kind, mit einem festen Budget verantwortungsvoll umzugehen.
Hinweis: Wenn Sie unsicher sind, wie Sie das Thema mit Ihrem Kind ansprechen können, holen Sie sich Unterstützung. Die Elternberatung der Pro Juventute, der Elternnotruf oder kantonale Schuldenberatungsstellen können weiterhelfen.
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