Das Wichtigste in Kürze

  • Finanzkompetenz hilft Kindern, verantwortungsvoll mit Geld umzugehen.
  • Kinder sollten die drei Grundfunktionen des Geldes kennen.
  • Eltern sind zentrale Begleitpersonen im Lernprozess.
  • Kinder lernen am besten durch Beobachtung und aktives Mitmachen.
  • Unsere pädagogischen Grundsätze unterstützen Eltern bei der Finanzbildung ihrer Kinder.

Was sind Finanzbildung und Finanzkompetenz?

Finanzbildung ist notwendig, damit sich Kinder Finanzkompetenz aneignen. Denn finanzkompetente Kinder und Jugendliche sind in der Lage, verantwortungsvoll mit Geld umzugehen. Das setzt voraus, dass Kinder das Konzept «Geld» und die drei Grundfunktionen des Geldes kennen und verstehen. Wenn Eltern und Erziehungsberechtigte ihren Nachwuchs bei diesem Prozess aktiv begleiten, spricht man von Finanzbildung.

Die drei Grundfunktionen des Geldes

Nutzen Sie immer wieder Momente im Alltag, um Ihrem Kind die drei Grundfunktionen von Geld zu erklären:

Zahlungsmittel: Geld ist ein Tausch- und Zahlungsmittel. Man kann damit Produkte und Dienstleistungen bezahlen und kaufen – das erleichtert den Handel.
Beispiel: Spielen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind «Verchäuferlis»: Ihr Kind bekommt Spielgeld und darf damit bezahlen wie im Laden.

Recheneinheit: Geld ist eine Recheneinheit und man kann damit den Wert von Gütern, Dienstleistungen und Vermögen einheitlich messen und vergleichen.
Beispiel: Lassen Sie ihr Kind an der Kasse die Münzen heraussuchen und den Einkauf bezahlen. Auch Preise im Laden schätzen und vergleichen hilft, den Wert von Geld zu verstehen.

Wertaufbewahrungsmittel: Geld lässt sich aufbewahren und zu einem späteren Zeitpunkt nutzen, man kann damit also Wert ansparen.
Beispiel: Führen Sie ein «Kässeli» ein, welches Ihr Kind mit Geld oder Spielgeld füllen darf, idealerweise durchsichtig und verschiedene Behälter für unterschiedliche Sparziele. Sie können auch einfach leere Einmachgläser nutzen.

Warum ist Finanzbildung für Kinder und Jugendliche wichtig?

Werbung, Social Media und digitale Zahlungsmethoden verleiten dazu, unüberlegt Geld auszugeben. Bereits im Jugendalter kann dies zu Verschuldung führen – besonders mit der Kreditkarte oder beim Online-Shopping wird schnell mehr ausgegeben als geplant. Finanzbildung ist eine wirksame Massnahme, um dem entgegenzuwirken. Sie hilft Kindern und Jugendlichen dabei:

  • die Selbstständigkeit zu trainieren und sich nicht zu verschulden
  • den ersten (Jugend)Lohn sinnvoll einzusetzen
  • das Selbstwertgefühl und die Unabhängigkeit zu steigern
  • nebst Eigenverantwortung auch gesellschaftliche Werte wie Grosszügigkeit, Wertschätzung und Spendenbereitschaft zu entwickeln

Wie können Eltern die Lernfenster ihres Kindes im Alltag nutzen?

Eltern und Erziehungsberechtigte spielen eine zentrale Rolle auf dem Weg zur Finanzkompetenz. Kinder lernen vor allem durchs Beobachten, durchs Fragen – und durch aktives Mitmachen im Alltag. Aufmerksames Zuhören und Sich-Zeit-für-Antworten-Nehmen schaffen die besten Voraussetzungen für einen erfolgreichen Lernprozess. Nutzen Sie die natürliche Neugier Ihres Kindes – besonders im «Frögeli-Alter» – und die damit verbundenen Lernfenster als Einstieg in eine nachhaltige Finanzbildung. Am wirkungsvollsten ist spielerisches Lernen: Rollenspiele wie etwa «Ychäuferlis» fördern das Verständnis und machen gleichzeitig Spass.

Unsere pädagogischen Grundsätze wurden von Expertinnen und Experten erarbeitet und unterstützen Sie dabei, Ihr Kind sinnvoll zu begleiten und Lernfenster gezielt zu nutzen.

Unsere pädagogischen Grundsätze

1. Auf Augenhöhe begegnen

Eine positive Lernatmosphäre entsteht durch respektvolle Kommunikation, aktives Zuhören und echtes Interesse am Kind. Kinder lernen durch Beobachtung – deshalb ist es entscheidend, dass Sie als Eltern Ihre Werte im Alltag glaubwürdig vorleben, insbesondere im Umgang mit Konsum, Verantwortung und dem Miteinander.

2. Fehler zulassen und als Lernchance nutzen

Eine konstruktive Fehlerkultur entsteht, wenn Fehler zugelassen, gemeinsam reflektiert und nicht nur korrigiert werden. Wenn Sie eigene Fehltritte offen ansprechen – auch beim Geldausgeben – zeigen Sie Haltung und schaffen Vertrauen. So entstehen Lernsituationen, in denen Kinder sehen, wie Sie Verantwortung übernehmen und aus der Erfahrung wachsen.

3. Lernfenster für Finanzbildung nutzen

Lernfenster für Finanzbildung entstehen, wenn Kinder von sich aus Interesse zeigen – etwa durch Fragen wie «Warum kostet das so viel?» oder wenn Ihr Kind Konsumwünsche im Alltag äussert. Diese Lernfelder bieten die natürliche Chance, gemeinsam und altersgerecht über Geld, Werte und Entscheidungen zu sprechen und das Lernen nicht zu forcieren. Je nach Alter und Entwicklung eines Kindes gibt es unterschiedliche Lernfenster, welche für die Finanzbildung optimal genutzt werden können.

4. Lernen heisst selbst tun

Kinder lernen am nachhaltigsten, wenn sie aktiv handeln dürfen – sei es beim Einteilen des Sackgelds, beim Bezahlen an der Kasse, beim Sparen auf ein Ziel oder beim ersten Bankbesuch –, denn durch eigenes Tun, Entscheiden und Erleben entwickeln sie ein direktes Verständnis für Geld, stärken ihr Selbstvertrauen und erfahren echte Selbstwirksamkeit.

5. Vom Einfachen zum Schwierigen

Kinder entwickeln Finanzkompetenz am besten, wenn sie Schritt für Schritt vom Einfachen zum Komplexen begleitet werden – vom Sparen auf ein kleines Spielzeug bis zur langfristigen Planung für grössere Wünsche. Altersgerechte Lernziele, Alltagserfahrungen und das Ernstnehmen der Fragen und Handlungen von Kindern sind entscheidend – denn wer sein Kind unterschätzt und ihm nichts zutraut, verpasst als Elternteil wertvolle Lernmomente.

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