Private Vorsorge Wie viele Säule-3a-Konten sind sinnvoll?

Wer regelmässig in die Säule 3a einzahlt, fragt sich wohl, wie viele Konten Sinn ergeben. Die Antwort hängt von verschiedenen Faktoren ab.

von UBS Wissen 08. Dez. 2021
Wer auch im Herbst des Lebens eine ansehnliche Ernte einfahren will, sollte seine Vorsorge beizeiten anpacken.

Fast zwei Drittel der Erwerbstätigen in der Schweiz haben heute laut Bundesamt für Statistik ein Säule-3a-Konto. Auch jüngere Menschen wissen die Vorteile der dritten Säule immer mehr zu schätzen: Bereits jede dritte Person zahlt vor dem 25. Lebensjahr erstmals in die private Altersvorsorge ein. Erwerbstätige mit einer Säule 3a können ihren Lebensstandard im Alter sichern und profitieren bei jeder Einzahlung von steuerlichen Vorteilen. Doch auch bei der Auszahlung spielen Steuern eine grosse Rolle. Hier profitiert, wer die Weichen rechtzeitig gestellt und die dritte Säule auf mehrere Konten verteilt hat.

Steuerprogression brechen

Bei der Auszahlung werden Vorsorgegelder zu einem reduzierten Satz besteuert. Der Satz unterliegt je nach Kanton einer unterschiedlich hohen Steuerprogression: Je mehr Guthaben bezogen werden, desto höher ist der Steuersatz, der zur Anwendung gelangt. Wichtig zu wissen: Ein einzelnes Säule-3a-Konto kann nur vollständig bezogen werden – es können aber mehrere Konten eröffnet und dann in verschiedenen Jahren aufgelöst werden. Die Bundesverfassung, in der die Vorsorge verankert ist, lässt die Anzahl der möglichen 3a-Konten offen. Allerdings ist ein Transfer von angesparten Teilbeträgen von einem auf ein anderes Konto nicht möglich. Übrigens: Anders als beim ordentlichen Bezug im Alter kann bei einem Vorbezug von Geldern der Säule 3a für Wohneigentum auch nur ein Teil des Guthabens bezogen werden.

Der Bezug der dritten Säule ist bereits ab fünf Jahren vor dem Erreichen des ordentlichen Pensionierungsalters möglich, bei Frauen aktuell somit ab 59 Jahren und bei Männern ab 60 Jahren. Wer länger arbeitet, kann den Bezug um maximal fünf Jahre über das ordentliche Rentenalter hinaus aufschieben.

Steuerrechner für Auszahlung der Säule 3a

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Aus Gründen der Steuerprogression sollte der Bezug eines Säule-3a-Guthabens auch nicht im gleichen Jahr erfolgen wie eine Kapitalauszahlung aus der Pensionskasse. Ehepaare stellen am besten einen gemeinsamen Plan für ihre Auszahlungen aus der dritten und eventuell der zweiten Säule auf.

Parameter für die richtige Anzahl Konten

Ob nun zwei, drei oder noch mehr Konten Sinn ergeben, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Die Progression der Kapitalauszahlungssteuer ist in den einzelnen Kantonen unterschiedlich hoch. Zudem lassen einige Kantone nicht mehr als drei Konten pro erwerbstätige Person zu. Andererseits erleichtern mehrere Konten eine flexible Liquiditätsplanung im Alter. Sich beim Entscheid der Anzahl Konten nur auf die Steuerprogression im Wohnkanton abzustützen, birgt ausserdem ein gewisses Risiko. Denn bei einem Umzug in einen anderen Kanton sind Sie allenfalls mit einer anderen Ausgangssituation konfrontiert – und vielleicht ist es dann für eine neue Weichenstellung zu spät.

Beratungstermin für Ihre Vorsorge

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Vielfach lohnt es sich, ab einem Betrag in der Höhe von rund 50 000 Franken ein weiteres Konto zu eröffnen. Eine Obergrenze hinsichtlich Anzahl Konten ergibt sich zudem aus der Anzahl Jahre, in denen die dritte Säule bezogen werden kann. Ein Beispiel hierzu: Geht eine Frau mit 64 Jahren in Rente und will mit 59 Jahren das erste 3a-Konto auflösen, stehen total sechs Jahre für 3a-Bezüge zur Verfügung. Somit sind für diese Frau maximal sechs Konten sinnvoll.

Wie erwähnt werden die theoretischen Maxima durch kantonale Regelungen, die kantonale Progression sowie die Höhe des 3a-Kapitals reduziert – wurde nur wenig einbezahlt, ist die Steuerersparnis auch weniger gross. Da bei Ehepaaren genauso wie bei der eingetragenen Partnerschaft im gleichen Jahr aufgelöste Konten zusammengezählt werden, reduziert eine grosse Überlappung der Bezugsdauern bei ihnen die sinnvolle Anzahl der 3a-Konten. Als einfache Faustregel lässt sich festhalten: Meist sind pro erwerbstätige Person zwei bis drei Säule-3a-Konten sinnvoll. Abweichende Lösungen sollten Sie im Detail mit Steuerfachleuten oder mit den Expertinnen und Experten von UBS erörtern.