Das aktuelle Zinsumfeld

Der Leitzins der Schweizerischen Nationalbank (SNB) liegt derzeit bei 0 Prozent. Nachdem die SNB im Jahr 2024 mit einer Serie von Zinssenkungen begonnen und diese Mitte 2025 abgeschlossen hat, zeigt sich der Leitzins seither stabil. Ausschlaggebend für den Schritt war die deutlich zurückgegangene Inflation, die seit Mitte 2023 wieder im Bereich der Preisstabilität liegt – also zwischen 0 und 2 Prozent.

Als Leitzins bezeichnet man den Zinssatz, über welchen die Notenbanken das Verhalten der Geschäftsbanken beeinflussen. Denn auch die Banken müssen sich immer wieder Geld leihen. Die Höhe des Leitzinses wirkt sich damit massgeblich auf die Höhe der Hypothekarzinsen aus.

Zinsprognose: Vorläufig keine klare Richtung, sondern eine Seitwärtsbewegung

Stand 29.7.2026

Ende Juni notierten die Hypothekarzinsen und die Renditen von Schweizer Staatsanleihen auf dem tiefsten Niveau seit Anfang März. Auslöser war die Unterzeichnung der Absichtserklärung zwischen den USA und dem Iran Mitte Juni. Sie weckte die Hoffnung auf eine rasche Öffnung der Strasse von Hormus, was zu einem Rückgang der Zinsen führte. Im Juli wurden diese Hoffnungen jedoch gedämpft. Der Weg zu einer Einigung im Nahostkonflikt bleibt auch in der zweiten Jahreshälfte steinig. Entsprechend stiegen sowohl die Ölpreise als auch die Zinsen wieder an.

In den kommenden Monaten dürfte den Zinsen jedoch eine klare Richtung fehlen. Stattdessen ist mit einer Seitwärtsbewegung zu rechnen.

Für tiefere Zinsen spricht, dass ein möglicher Nahost-Deal weiterhin möglich ist. Die Chancen auf eine vollständige Öffnung der Strasse von Hormus in den nächsten Monaten bleiben intakt, denn US-Präsident Trump dürfte vor den Zwischenwahlen im Herbst wenig Interesse an dauerhaft hohen Ölpreisen haben. Damit wären die Inflationsrisiken gebannt und der Weg für tiefere Zinsen geebnet.

Für höhere Zinsen spricht dagegen eine Erholung der Konjunktur in der Eurozone und in ihrem Windschatten auch eine Belebung der Schweizer Wirtschaft. Sollten höhere Ausgaben für Verteidigung und Infrastruktur der deutschen und damit auch der europäischen Konjunktur in den kommenden Monaten zusätzlichen Schwung verleihen, dürfte dies auch höhere Anleihenrenditen und Hypothekarzinsen begünstigen.  

Unter dem Strich deuten beide Faktoren darauf hin, dass sich die Renditen von Staatsanleihen und die Hypothekarzinsen vorerst innerhalb der aktuellen Bandbreite bewegen werden. Das gilt auch für SARON-Hypotheken. Erst im nächsten Jahr könnte es – sofern sich die von uns erwartete Konjunkturerholung einstellt – wieder zu einem Anstieg der SARON-Zinsen kommen. 

Langfristige Zinsentwicklung in Prozent

Die Zinsentwicklung unterliegt in ihrem Verlauf immer wieder stärkeren Schwankungen. Diese können durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden. Der letzte Zinszyklus startete im Jahr 2022 und wurde von folgenden Ereignissen geprägt:

  • Als Reaktion auf den starken Inflationsausbruch nach der Pandemie und aufgrund des russischen Krieges in der Ukraine begann die SNB – wie auch andere Zentralbanken – 2022 den Leitzins anzuheben. Das führte auch zu einem kräftigen Anstieg der Renditen von Anleihen.
  • Um die erhöhte Inflation einzudämmen, führte die SNB 2023 ihre Leitzinserhöhungen weiter fort, während die Anleihenrenditen auf einem hohen Niveau verharrten. Im Verlauf des Jahres 2023 bildete sich die Inflation deutlich zurück. Ende 2023 begannen die Renditen stark zu sinken, da die Märkte künftige Leitzinssenkungen antizipierten. 
  • 2024 und in der ersten Hälfte des Jahres 2025 senkte die SNB angesichts der tiefen Inflation die Leitzinsen schrittweise auf nunmehr 0 Prozent, was begleitet war von einem weiteren Rückgang der Anleihenrenditen.  
  • Die Sperrung der Strasse von Hormus hat zu einem Anstieg der Inflation geführt. Allerdings ist der Anstieg wenig ausgeprägt und dürfte die SNB 2026 nicht zu einer Zinserhöhung zwingen.

Wählen Sie einzelne Zinssätze aus, um diese zu vergleichen, und verfolgen Sie deren Entwicklung, indem Sie mit Ihrer Maus der jeweiligen Linie folgen. 

Zinsprognose in Zahlen

Zinssatz

28/07/26

31/12/26

30/06/27

31/12/27

30/06/28

SARON

-0.04

0.00

0.25

0.31

0.41

Swap 3Y

0.27

0.22

0.40

0.48

0.58

Swap 5Y

0.40

0.36

0.51

0.58

0.67

Swap 10Y

0.66 

0.73

0.72

0.76

0.84

Quellen: Bloomberg, UBS Switzerland AG. 
Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem angegebenen Zinssatz teilweise um eine Prognose handelt und dieser sich sowohl nach unten wie oben verändern kann.

So wirkt sich der Hypothekarzinssatz auf Ihre Hypothek aus

Der Hypothekarzinssatz ist einer der wichtigsten Faktoren bei der Entscheidung für eine Hypothek. Er beeinflusst die monatlichen Zahlungen wie auch die Gesamtkosten für Ihren Hypothekarkredit.

Die Inflation erreichte Ende 2022 und zu Beginn des Jahres 2023 ein Niveau von über 3 Prozent. Zu dieser Zeit stiegen gleichzeitig auch die Zinsen, was höhere Zinssätzen für Hypotheken zur Folge hatte. Denn allgemein gilt: Je höher der Zinssatz auf Anleihen, desto höher sind auch die Hypothekarzinsen.

Seit Mitte 2024 liegt die Inflation unter 1 Prozent. Das hat der SNB erlaubt, die Leitzinsen deutlich zu senken, was sich auch in deutlich tieferen Hypothekarzinsen ausdrückt – sowohl am kurzen als auch am langen Ende der Zinskurve. 

Diese wirtschaftlichen Faktoren beeinflussen die Hypothekarzinsen

Wie hoch die Hypothekarzinsen in der Schweiz sind, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wir geben Ihnen einen Überblick. 

Trotz Grundkenntnissen über diese Faktoren ist es empfehlenswert, auf fundierte Analysen von Finanzinstituten zurückzugreifen.

Kompetente Beratung auf Ihre Situation zugeschnitten

Unsere Beraterinnen und Berater stehen Ihnen gerne zur Seite.
  • Sie werden persönlich beraten
  • Ihnen wird die Finanzierungsbestätigung zeitnah ausgestellt
  • Sie bestimmen wie die Beratung stattfindet – ob per Video von zu Hause aus oder vor Ort in der Geschäftsstelle

Die Zinslage als Einflussfaktor für Ihr Hypothekarmodell

Bei der Wahl der geeigneten Hypothekarstrategie gilt es, zahlreiche Faktoren zu berücksichtigen.

Zu den wichtigsten Aspekten zählen:

Die aktuelle Zinssituation bestimmt die Ausgangslage und die Höhe Ihrer Hypothekarzinsen bei Abschluss einer Festhypothek. Mit einer SARON-Hypothek finanzieren Sie Ihr Eigenheim hingegen mit einem marktorientierten Zinssatz, der sich variabel an die Zinsentwicklung anpasst.

Die Zinserwartung hilft bei der Erstellung von Szenarien zur Höhe Ihrer künftigen finanziellen Belastung. Die unten aufgeführte Tabelle  bietet einen ersten Anhaltspunkt, welche Hypothekarform sich beim aktuellen Zinsniveau anbieten könnte.

Zinsniveau

Festhypothek kurz

Festhypothek mittel

Festhypothek lang

SARON-Hypothek

hoch

bedingt geeignet

nicht geeignet

nicht geeignet

geeignet

sinkend

bedingt geeignet

nicht geeignet

nicht geeignet

geeignet

normal

geeignet

geeignet

geeignet

geeignet

steigend

bedingt geeignet

geeignet

geeignet

bedingt geeignet

tief

bedingt geeignet

geeignet

geeignet

geeignet

Ihr persönliches Hypothekarprofil gibt Auskunft über Ihre Risikofähigkeit und Ihre Risikobereitschaft. Legen Sie beispielsweise grossen Wert auf ein fixes Budget und auf Sicherheit, wird Ihr Hypothekarprofil komplett anders ausfallen als bei einer Person, die sich aktiv mit der Zinsentwicklung auseinandersetzt und über finanzielle Reserven verfügt. Dann werden Sie vermutlich mit einer Festhypothek besser schlafen. Denn mit dieser lässt sich die Zinsbelastung für einen gewissen Zeitraum planen.

Individuelle Einflüsse für Hypothekarnehmer

Faktoren wie die Kreditform und die Laufzeit einer Hypothek können individuell gewählt werden. Das wirkt sich je nach Form und Höhe selbstverständlich auf die Hypothekarzinsen aus. Sie hängen zusätzlich stark von der Bonität oder der Kreditwürdigkeit der Hypothekarnehmerin oder des Hypothekarnehmers und vom Wert und von der Lage der Immobilie ab.

Je besser Sie Ihre eigenen finanziellen Möglichkeiten kennen, desto besser stehen Ihre Chancen, den bestmöglichen Hypothekarzins herauszuholen.
Ihr UBS Hypothekenteam

Die Bonität ergibt sich aus der finanziellen Situation der potenziellen Hypothekarnehmerin oder des potenziellen Hypothekarnehmers. Vor dem Hauskauf stellt sich zu Beginn die Frage, wie viel Eigenkapital aufgewendet werden kann – in der Regel werden mindestens 20 Prozent des Immobilienwertes gefordert.

Das Verhältnis zwischen Eigenkapital und Hypothek wird Belehnung genannt. Bringen Sie mehr Eigenkapital ein, kann sich das positiv auf den Zinssatz auswirken. Je besser Sie Ihre eigenen finanziellen Möglichkeiten kennen, desto besser stehen Ihre Chancen, den bestmöglichen Hypothekarzins herauszuholen.

Tipps für Hypothekarnehmer

Wir wissen nun, dass die Hypothekarzinsen von verschiedenen Faktoren beeinflusst werden. Es stellt sich also die Frage, wie Sie die Entwicklung am besten im Blick behalten können, um rechtzeitig zu reagieren. Hier folgen einige Tipps.

FAQ

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