Vorsorge Pensionskassenlexikon

Sie sollten die wichtigsten Pensionskassenbegriffe kennen. Hier finden Sie Kurzerklärungen dazu.

von UBS Wissen 25. Mär 2020

Bild: UBS

Altersguthaben

Das Altersguthaben setzt sich zusammen aus den individuellen Altersgutschriften (Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträge), den freiwilligen Pensionskasseneinkäufen sowie den erhaltenen Zinsgutschriften.

Altersgutschriften

Durch den Versicherten und den Arbeitgeber in die berufliche Vorsorge einbezahlte Sparbeiträge.

Deckungsgrad

Der Deckungsgrad zeigt das Verhältnis zwischen dem Vermögen und den Verpflichtungen einer Pensionskasse. Liegt der Deckungsgrad unter 100 Prozent, dann hat die Pensionskasse nicht genügend Geld, um aktuelle und zukünftige Verpflichtungen mit Vermögenswerten zu decken.

Freizügigkeitsleistung

Kapital, das einem beim Austritt aus einer Vorsorgeeinrichtung und vor Eintritt eines Vorsorgefalls (zum Beispiel Pensionierung) zusteht. Im Falle eines Stellenwechsels muss die gesamte Freizügigkeitsleistung (obligatorischer und überobligatorischer Teil) grundsätzlich an die Pensionskasse des neuen Arbeitgebers überwiesen werden.

Koordinationsabzug

Er wird zur Bestimmung des versicherten (koordinierten) Lohnes vom Bruttolohn in Abzug gebracht. Auf dem versicherten (koordinierten) Lohn werden die Altersgutschriften (siehe «Altersgutschriften») erhoben. Der Koordinationsabzug beträgt 24 885 Franken (Stand 2020) und entspricht 7/8 der maximalen einfachen AHV-Rente.

Mindestzins

Der vom Bundesrat jährlich festgelegte Zins, zu dem das BVG-Altersguthaben mindestens verzinst werden muss. 2020 liegt der Mindestzins bei 1 Prozent.

Obligatorium

Die Pensionskassen müssen bei Löhnen bis 85 320 Franken pro Jahr (Stand 2020) gesetzliche Leistungen einhalten. Zudem wird auf dem obligatorischen Pensionskassenguthaben ein jährlicher Zins (siehe «Mindestzins») gutgeschrieben.

Überobligatorium

Einkommen über 85 320 Franken pro Jahr (Stand 2020) fallen nicht unter die gesetzlichen Bestimmungen, können aber in vielen Pensionskassen trotzdem versichert werden. Der Umwandlungssatz im Überobligatorium sowie die Verzinsung dürfen tiefer ausfallen.

Umwandlungssatz

Prozentsatz, zu dem das BVG-Altersguthaben in eine lebenslange jährliche Rente umgewandelt wird. Der Umwandlungssatz beträgt für Frauen wie auch für Männer 6,8 Prozent (Stand 2020). Im Überobligatorium (siehe «Überobligatorium») gibt es keinen gesetzlich festgelegten Umwandlungssatz. Wird für das gesamte Altersguthaben (obligatorischer und überobligatorischer Teil) derselbe Umwandlungssatz angewendet, spricht man von einem «umhüllenden Umwandlungssatz».

WEF (Wohneigentumsförderung)

Gesetzliche Möglichkeit, Vorsorgevermögen aus der Pensionskasse oder der gebundenen Vorsorge (Säule 3a) zur Finanzierung von selbstbewohntem Wohneigentum vorzubeziehen oder zu verpfänden.

Drei-Säulen-Prinzip

Die Altersvorsorge steht in der Schweiz auf drei Säulen:

  • Die staatliche 1. Säule bilden die AHV und die Invalidenversicherung. Sie sind obligatorisch und sichern das Existenzminimum.
  • Die berufliche 2. Säule soll die Aufrechterhaltung des Lebensstandards ermöglichen. Sie ist für Arbeitnehmende obligatorisch.
  • Mit der privaten 3. Säule soll die Lücke zwischen den Einnahmen aus der 1. und 2. Säule und dem benötigten Einkommen als Rentnerin oder Rentner finanziert werden.

Ab dem 1. Januar nach Vollendung des 17. Altersjahres müssen Erwerbstätige in die AHV/IV/EO einzahlen, ab dem 1. Januar nach Vollendung des 20. Altersjahres auch Nicht-Erwerbstätige.

In der 2. Säule sind Arbeitnehmer ab dem 1. Januar nach Vollendung des 17. Altersjahres gegen die Risiken Invalidität und Tod versichert, ab dem 1. Januar nach Vollendung des 24. Altersjahres beginnt das Alterssparen.

In die steuerbegünstigte Säule 3a darf jeder einzahlen, der in der Schweiz ein AHV-pflichtiges Einkommen erzielt. Die Säule 3b steht für das private Sparen ohne gesetzliche Auflagen oder Steuerprivilegien.