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«Wieso geht Mami öfters arbeiten als Papi? Und wieso gibt es für Haushalt kein Geld?» So erklären Sie Ihrem Kind Ihr Familienmodell und den Zusammenhang von Arbeit und Geld.

Als Eltern wird einem immer wieder vor Augen geführt, wie schnell die Zeit vergeht: Gerade erst waren sie noch klein und herzig, jetzt können sie schon laufen, plaudern, gehen in den Kindergarten und schon ist der Nachwuchs in der Schule. Mit zunehmender Selbstständigkeit der Kinder verändert sich nicht nur der Familienalltag, sondern häufig auch die Arbeitspensen der Eltern. Vielleicht erhöht derjenige Elternteil, der sich zuvor mehr um die Familienarbeit gekümmert hat, das Arbeitspensum oder man geht allgemein wieder vermehrt einer Erwerbsarbeit nach.
Das ist eine gute Gelegenheit, um am Familientisch über das Thema Arbeit und Geld in der Familie zu sprechen und unterschiedliche Familienmodelle zu erklären. Doch wie führt man dieses Gespräch am besten?
Starten Sie das Gespräch, indem Sie Ihrem Kind erklären, dass eine Familie eine Gemeinschaft ist, in der alle Mitglieder gleichwertig sind und ihr Bestes geben, damit das Familienleben gut funktioniert. Dazu gehören Haushalt, Verpflegung, Kinderbetreuung, Erwerbsarbeit für ausreichend finanzielle Mittel und die Gestaltung der gemeinsamen Zeit.
Auch Kinder leisten einen Beitrag: indem sie in den Kindergarten oder in die Schule gehen, ihr Zimmer aufräumen oder im Haushalt mithelfen. So erleben sie, dass sie Teil dieses Systems sind und ihre Mitarbeit wichtig ist.
Die verschiedenen Aufgaben im Familiensystem ebnen den Weg für ein Gespräch über die unterschiedlichen Arten von Arbeit. Erklären Sie, dass es Erwerbsarbeit und Arbeit rund um den Haushalt und die Familie gibt.
Für Erwerbsarbeit wird man von dem Arbeitgeber oder der Arbeitgeberin respektive der Kundschaft bezahlt, man erhält also Geld.
Wenn niemand kocht, gibt es kein Mittagessen, wenn niemand wäscht, gibt es keine frischen Kleider. Kinder lernen das durch die täglichen Aufgaben und beginnen, zu verstehen, wie alles zusammenhängt.
Erklären Sie auch das Konzept von unbezahlter Arbeit: Wenn Mami und Papi kochen, putzen oder bei den Hausaufgaben helfen, bekommen sie dafür kein Geld. Bezahlte Erwerbsarbeit und unbezahlte Familienarbeit gehen Hand in Hand und sind deshalb beide gleich wichtig und wertvoll.
Der Wert bezahlter Arbeit ist anhand des Lohns einfacher zu erklären. Den Wert von unbezahlter Arbeit vermitteln Sie Kindern am besten über alltägliche Situationen: Thematisieren Sie, dass ein fertig zubereitetes Essen, gefaltete Kleidung im Schrank und ein sauberes Bad nicht selbstverständlich sind, sondern dem Zeiteinsatz der Person zu verdanken sind, die sich darum gekümmert hat.
Indem Sie Ihre Kinder früh in verschiedene Aufgaben miteinbeziehen, lernen sie nach und nach, wie viel Aufwand hinter den Tätigkeiten rund um die Familie steckt und welchen Wert diese Arbeit hat.
Vieles lässt sich erklären, doch Kinder orientieren sich vor allem an dem, was sie beobachten. Deshalb spielt die Haltung der Eltern oder Erziehungsberechtigten gegenüber Arbeit eine entscheidende Rolle. Besonders wichtig ist hierbei auch emotionale Anerkennung: Lob und Bestärkung helfen Kindern, zu verstehen, dass Arbeit wertvoll ist, auch wenn sie nicht immer finanziell belohnt wird.
Kinder lernen sehr viel von den Erwachsenen. Wenn die Eltern sich gegenseitig für Haus- und Erwerbsarbeit respektieren, übernehmen die Kinder diese Haltung automatisch.
Bei Kindern tauchen oft ganz konkrete Fragen auf, zum Beispiel: «Warum arbeitet Papi freitags nicht?» Oder: «Wieso arbeitet Mami auch am Computer zu Hause?» Solche Fragen bieten eine gute Gelegenheit, das eigene Familienmodell zu erklären. Sprechen Sie darüber, dass die verschiedenen Aufgaben und Bedürfnisse rund um Erwerbsarbeit, Haushalt, Betreuung, gemeinsame Aktivitäten und auch Zeit für sich allein ihren Platz brauchen. Und erklären Sie Ihren Kindern, wie Sie die einzelnen Punkte in Ihrer Familie aufgeteilt haben.
Vermitteln Sie Ihren Kindern dabei auch, dass Familien sehr unterschiedlich organisiert sind. In manchen Familien arbeiten beide Elternteile Vollzeit, in anderen nur eine Person oder beide in Teilzeit. Zudem gibt es nicht immer zwei Elternteile, oder sie leben in unterschiedlichen Haushalten. Manche Familien werden bei der Betreuung von Grosseltern oder anderen Bezugspersonen unterstützt. Auch gibt es Familien, die sich externe Hilfe für den Haushalt oder die Kinderbetreuung leisten können und wollen.
Wichtig ist, dass Ihr Kind versteht: Jede Familie sucht das Modell, das am besten für sie funktioniert. Dabei kann es je nach Familiensituation und Lebensabschnitt grosse Unterschiede geben. Das eine oder das andere Modell ist aber nicht besser oder schlechter.
Ihr Kind weiss nun, wie Ihr Familienmodell organisiert ist. Im nächsten Schritt können Sie ihm erklären, wie sich der gemeinsame «Familientopf» zusammensetzt.
Das Geld, das durch Erwerbsarbeit verdient wird, fliesst (zumindest teilweise) in ein gemeinsames Budget. Dieses Familienbudget ist Teil des «Familientopfs». Mit dem Familienbudget werden dann alle wichtigen Dinge bezahlt: von der Miete über das Essen bis zur Kleidung. Auch die unbezahlte Arbeit wie Kochen und Putzen trägt zum «Familientopf» bei, denn sie ermöglicht, dass alle gut leben können. Es ist zudem gut, wenn das Familienbudget am Ende des Monats nicht ganz aufgebraucht ist, denn es ist wichtig, dass man eine Reserve hat, falls etwas Unerwartetes passiert oder wenn man für etwas Grösseres sparen möchte.
Ausserdem haben vielleicht auch beide Elternteile ein eigenes Konto und die Kinder ein Sackgeld oder einen Jugendlohn.
Von all diesen Gedanken und Überlegungen können Ihre Kinder profitieren. Nehmen Sie sich also Zeit, ganz in Ruhe mit Ihrem Kind Ihr individuelles Familienmodell zu besprechen und es zu erklären. Beginnen Sie im Kleinen mit einfachen Beispielen statt mit exakten Lohnzahlen. Je älter Ihr Kind ist, desto konkreter können die Angaben werden.
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