Wir sind persönlich für Sie da
Vereinbaren Sie einen Termin für ein unverbindliches Beratungsgespräch oder rufen Sie uns bei Fragen direkt an.

![]()
header.search.error
Spülmaschine ausräumen oder Fenster putzen: Sollten Kinder im Haushalt Geld verdienen? Tipps und Empfehlungen für Eltern und Erziehungsberechtigte zum Thema Geld und Ämtli.

Schon wieder ist das Altpapier nicht gebündelt, das Zimmer ein Chaos, und auch das Ausräumen der Spülmaschine bleibt erneut an den Eltern hängen. Der Familien-Ämtliplan funktioniert, wenn überhaupt, nur harzig. Würde es vielleicht das Problem lösen, wenn die Kinder für Hausarbeit Taschengeld bekommen würden?
Die Versuchung ist gross, Taschengeld an Pflichten und Ämtli zu knüpfen, um so die Mitarbeit im Haushalt zu garantieren. Allerdings ist dabei Vorsicht geboten: Pädagogische Expertinnen und Experten empfehlen, Taschengeld regelmässig, unaufgefordert und ohne Bedingungen auszuzahlen. Es sollte als Lerninstrument in der Finanzbildung dienen und nicht als Strafe genutzt werden.
Andersherum sollten aber alltägliche Aufgaben im Haushalt, wie das Aufräumen des Zimmers oder der Abwasch, nicht bezahlt werden. Denn diese gehören zur «Pflicht» und dienen dazu, das Verantwortungsbewusstsein der Kinder innerhalb der Familie zu stärken.
Taschengeld ist ein Lernfeld und keine Belohnung für Hausarbeit. Ihr Kind soll erkennen, dass es für die Familie mithilft, nicht für Geld.
Hilft das Kind ausserhalb des eigenen Haushalts aus, beispielsweise bei der Grossmutter, kann diese zusätzliche Arbeit unter Umständen bezahlt werden.
Je nach Absprache und Möglichkeiten der Familie ist es auch eine Option, für zusätzliche Aufgaben, die über das Alltägliche hinausgehen, eine Bezahlung zu vereinbaren: beispielsweise fürs Autowaschen oder für das Streichen des Gartenzauns.
Es ist wichtig, dass Kinder verstehen, dass nicht jede Hilfe im Haushalt mit Geld belohnt wird. Sonst wird die Motivation nur noch durch monetäre Anreize gesteuert.
Wenn Ihr Kind einen grösseren Wunsch hat, Sie als Eltern aber aufzeigen möchten, dass es nicht alles gratis gibt, ist das ein guter Aufhänger, um zu erklären, dass man für sein Geld arbeiten muss.
Sie können den Wunsch des Kindes als Lernfeld nutzen: Vereinbaren Sie, wie viel Ihr Kind selbst beisteuern muss und über welche zusätzlichen Arbeiten es das Geld dazuverdienen könnte. Indem Sie den «Lohn» besprechen, lernt Ihr Kind auch den Wert von Arbeit schätzen. Eine gute Möglichkeit, schon früh das Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge zu fördern.
Wir lassen Marc (Art Director, 45) und seine Tochter Samira (Schülerin, 13) zu Wort kommen:
Marc: «Es soll ja Familien geben, bei denen man Taschengeld für manche Hausarbeiten bekommt. Aber denkst du wirklich, dass es bei uns zu Hause ordentlicher aussehen würde, wenn du und deine Schwester Geld für eure Ämtli kriegen würdet?»
Samira: «Auf jeden Fall! Papi, schau, wenn ich mein Taschengeld aufbessern könnte mit 2 Franken fürs Kompostleeren oder 5 Franken fürs Staubsaugen, dann würden wir beide profitieren: Ich wäre motiviert, meine Ämtli zu erledigen, und du hättest nicht mehr den Stress, mich ständig daran erinnern zu müssen. Du sagst ja selber, dass dich unsere Diskussionen manchmal mehr Energie kosten, als die Arbeiten gleich selber zu erledigen.»
Marc: «Das hört sich ja ganz gut an. (Lacht.) Aber ich sehe da ein kleines Problem: Mami und ich kriegen nämlich auch keinen Lohn für unsere Hausarbeiten. Alle bei uns in der Familie haben Ämtli und leisten so ihren Beitrag zum gemeinsamen Zusammenleben. Oder würdest du uns dann etwa mit deinem Taschengeld bezahlen wollen, wenn wir dich ins Training fahren?»
Samira: «Wie wäre es dann mit speziellen, zusätzlichen Ämtli? Ich könnte ja zum Beispiel die Fenster putzen oder den Rasen mähen, für 20 Franken die Stunde? Schliesslich mache ich es ja zusätzlich, und meine kleine Schwester macht nur das Minimum.»
Möchten Sie Kindern für Zusatzaufgaben einen kleinen Betrag auszahlen, kann folgendes Modell funktionieren: Es gibt einen Basisbetrag für das Taschengeld oder den Jugendlohn, der regelmässig, unaufgefordert und ohne Verpflichtungen ausbezahlt wird. Dazu kann es einen Bonus für Aufgaben geben, die nicht zu den alltäglichen Pflichten zählen.
Marc: «Nun, für 20 Franken pro Stunde würde es deine Schwester wahrscheinlich auch machen. Jetzt stell dir das Dilemma vor – wem gebe ich nun den Job? Und wie geht es dann weiter? Wenn du in die Lehre kommst, bräuchtest du ja diesen Ämtli-Job nicht mehr. Hilfst du dann einfach nicht mehr mit im Haushalt? Und ausserdem möchte ich nicht, dass unsere Beziehung auf Geld basiert. Wir sollten uns zu Hause freiwillig gegenseitig unterstützen.»
Samira: «Ich denke trotzdem, dass wir Kinder besser mithelfen würden, wenn wir für manche Ämtli Geld bekommen würden.»
Damit Ihr Kind keine falschen Wertvorstellungen entwickelt, führen Sie im Vorfeld ein offenes Gespräch. So versteht Ihr Kind den Unterschied zwischen Pflichten im Familienalltag und zusätzlichen Aufgaben. Definieren Sie dann, für welche Aufgaben unter welchen Bedingungen ein Bonus bezahlt wird – unabhängig vom fixen Taschengeld. So ist das Modell für Ihr Kind nachvollziehbar, konsequent und trägt zur Finanzbildung bei.
Beachten Sie jedoch: Wenn Ihr Kind beispielsweise 20 Franken im Monat als Taschengeld erhält und für einmal Gartenzaunstreichen 100 Franken, wird leicht ein falscher Anreiz gesetzt.
Das Verhältnis zwischen regulärem Taschengeld und Geld für Zusatzaufgaben muss passen, um eine Verzerrung der Wertvorstellungen zu vermeiden.
Es ist auch absolut legitim, wenn Sie Ihren Kindern nichts dafür bezahlen möchten, dass sie im Haushalt helfen. Falls sie nachfragen, erklären Sie die Gründe. Auch das ist eine Chance: So lernen sie, Ihre Prinzipien zu akzeptieren und sich selbst zu motivieren.
Zudem kann Wertschätzung auch motivierend wirken. Ein «Schau mal, was du geschafft hast!» fördert ausserdem die Selbstwirksamkeit Ihres Kindes.
Möchten Sie trotzdem einen kleinen zusätzlichen Anreiz bieten, gibt es Alternativen zur Bezahlung, zum Beispiel:
Marc: «Lass uns doch stattdessen Folgendes versuchen: Wir putzen zweimal im Jahr alle gemeinsam die Fenster, und ich werfe dafür einen Batzen in unsere Familienkasse. Damit können wir uns dann als gemeinsame Belohnung einen Ausflug in den Vergnügungspark leisten. Deal?»
Samira: «Hmm ... Mit dem Vergnügungspark kann ich mir zwar kein Skateboard kaufen, aber ich fahr’ schon gern Achterbahn. Also, wenn ich das Zmittag auch noch aussuchen darf, bin ich dabei. Deal!»
Vereinbaren Sie einen Termin für ein unverbindliches Beratungsgespräch oder rufen Sie uns bei Fragen direkt an.
Disclaimer