Berufliche Vorsorge Ihr PK-Ausweis – erklärt in 10 Schritten

Verstehen Sie Ihren Pensionskassenausweis? Und wissen Sie, wie Sie auf Basis der Kennzahlen die richtige Schlüsse ziehen können?

von UBS Wissen 14. Dez 2020

Image: Westend61

Alle Arbeitnehmer in einem Anstellungsverhältnis und mit einem Mindesteinkommen von 21 510 Franken (Stand 2021) erhalten ihn Jahr für Jahr: den Pensionskassenausweis auf aktuellem Stand. Das meist eine Seite lange Dokument sieht von Pensionskasse zu Pensionskasse etwas anders aus, aber die 10 zentralen Elemente sind immer die gleichen.

Wenn Sie Ihre Vorsorgesituation besser verstehen oder diese optimieren wollen, dann ist Ihr Verständnis für die relevanten Kennzahlen essenziell. Unsere Zusammenstellung hilft Ihnen dabei, Ihren Pensionskassenausweis zu verstehen.

1. Gemeldeter und versicherter Lohn

Der gemeldete Lohn entspricht dem AHV-pflichtigen Jahreslohn, wie er auch als Bruttoeinkommen auf Ihrem Lohnausweis für die Steuerunterlagen ersichtlich ist.

Der versicherte Lohn, auch koordinierter Lohn genannt, berechnet sich folgendermassen: Der gemeldete Lohn minus den sogenannten Koordinationsabzug in der Höhe von 25 095 Franken (Stand 2021). Der Koordinationsbetrag wird abgezogen, weil dieser Teil des Lohns bereits durch die 1. Säule (AHV) abgesichert ist.

Im obligatorischen Teil der beruflichen Vorsorge ist ein versicherter Lohn von rund 60 000 Franken vorgesehen, gewisse Pensionskassen versichern freiwillig höhere Lohnsummen.

2. Altersguthaben

Das ist Ihr Guthaben, das bisher in Ihrer Pensionskasse für Sie angespart worden ist. Es setzt sich zusammen aus der Summe Ihrer eingebrachten Freizügigkeitsleistungen, Ihrer Altersgutschriften und derjenigen Ihres Arbeitgebers sowie den freiwilligen Einkäufen und den entsprechenden Zinsen. Die Höhe der minimalen Verzinsung wird jährlich vom Bundesrat festgelegt.

3. Leistungen im Alter

Hierbei handelt es sich um eine Prognose für das Kapital, das Sie bei Ihrer ordentlichen Pensionierung erhalten werden, respektive für Ihre Rente. Für die Hochrechnung wird davon ausgegangen, dass sowohl Ihr Einkommen wie auch der Umwandlungssatz und die zugrundeliegende Verzinsung unverändert bleiben – was natürlich nicht immer der Fall ist, daher die Einschränkung dieser Angaben im PK-Ausweis mit dem Wort «voraussichtlich».

4. Leistung bei Frühpensionierung

Bei einer Frühpensionierung fällt die für Sie prognostizierte jährliche Rente oder das Alterskapital tiefer aus, da Sie weniger lang Beiträge einbezahlen, das Alterskapital weniger lang verzinst und die Rente aufgrund der längeren Auszahlungsdauer gekürzt wird. In der Regel fällt die Altersrente um 7 bis 8 Prozent pro Vorbezugsjahr tiefer aus. Auf Ihrem PK-Ausweis sehen Sie, wie hoch Ihre Rente respektive Ihr Alterskapital bei einer Frühpensionierung, zum Beispiel ab Alter 60, ausfallen würde.

Unser Tipp: Klären Sie direkt bei Ihrer Pensionskasse ab, ob bei frühzeitiger Pensionierung eine Überbrückungsrente bezahlt wird: Manche Pensionskassen sehen eine solche in ihrem Reglement vor, um die nicht vorbezogene AHV-Rente bei Frühpensionierung zu kompensieren.

Frühpensionierung geplant?

Wenn Sie sich generell Gedanken machen über eine Frühpensionierung und Unterstützung bei der Planung Ihres Lebensunterhalts im Alter oder bei der Aufstellung eines Budgets benötigen, hilft eine Vorsorgeberatung bei UBS weiter.

5. Leistungen für Hinterbliebene

Im Falle Ihres Todes erhalten Ehepartner, eingetragene Partner oder Kinder die im PK-Ausweis aufgeführten Beträge.

Unser Tipp: Leben Sie im Konkubinat? Dann sollten Sie bei Ihrer Pensionskasse abklären, ob auch für Konkubinatspartner im Falle Ihres Todes Leistungen vorgesehen sind und ob dazu noch eine Begünstigung von Ihnen eingereicht werden muss.

6. Leistungen bei Invalidität

Dies ist die Leistung Ihrer Pensionskasse im Falle einer vollständigen Invalidität, die durch Krankheit bedingt ist. Bei Invalidität durch Unfall zahlt die Pensionskasse Renten nur ergänzend zur Unfallversicherung. Daher fällt die Pensionskassenleistung hier meist tiefer aus.

Alles zum Thema Vorsorge

Die Pensionskasse ist ein wichtiger Baustein Ihrer Altersvorsorge. Wollen Sie sich umfassend zur Vorsorge Informieren? Unsere Ratgeber und Publikationen liefern Ihnen wertvolle Tipps.

7. Finanzierung und Leistungsanteile

Damit weist Ihre Pensionskasse aus, wie viel des von Ihnen und Ihrem Arbeitgeber einbezahlten Jahresbeitrags in Ihre Altersvorsorge und in die Risikoversicherung fliesst und welcher Betrag für die Verwaltung aufgewendet wird.

8. Vorbezug für Wohneigentum

Dies ist der Betrag, den Sie von Ihrem Altersguthaben schon heute für den Kauf eines von Ihnen bewohnten Eigenheims oder zur Amortisierung einer Hypothek maximal einsetzen können.

Bis zum Alter von 50 Jahren dürfen Sie das gesamte in der 2. Säule angesparte Vorsorgekapital für den Erwerb von Wohneigentum einsetzen. Danach dürfen Sie den höheren der folgenden beiden Beträge nutzen: das bis zum Alter 50 gesparte Kapital oder die Hälfte des aktuellen Kapitals.

Unser Tipp: Sobald Sie einen Vorbezug aus der Pensionskasse zurückzahlen, können Sie die bezahlte Kapitalauszahlungssteuer innert drei Jahren bei der Steuerverwaltung zurückfordern.

9. Pensionskasseneinkauf

Viele Erwerbstätige können freiwillig mehr in ihre Pensionskasse einzahlen als die Beiträge, die ihnen der Arbeitgeber Monat für Monat vom Lohn abzieht. Voraussetzung für solche Einkäufe ist eine so genannte Beitragslücke. Ob und mit welchem Betrag Sie sich in Ihre Pensionskasse einkaufen können, wird mit dieser Kennzahl ausgewiesen.

Unser Tipp: Mit einem freiwilligen Einkauf in Ihre Pensionskasse verbessern Sie Ihre Altersleistungen und allenfalls auch Leistungen bei Tod und Invalidität. Zudem lassen sich dank des Einkaufs Steuern sparen. Allfällige Vorbezüge für Wohneigentum müssen zuerst zurückbezahlt werden, bevor ein Einkauf möglich ist. Sollte dieser im PK-Ausweis nicht aufgeführt sein, fragen Sie nach. Und lassen Sie sich bei Fragen beraten.

10. Deckungsgrad

Der Deckungsgrad ist die Kennziffer für die finanzielle Lage Ihrer Pensionskasse. Er gibt darüber Auskunft, zu wie viel Prozent die Verpflichtungen einer Pensionskasse mit Vermögenswerten gedeckt sind. Liegt er über 100% kann man von einer gesunden Pensionskasse ausgehen. Sinkt der Deckungsgrad unter 100 Prozent, besteht eine Unterdeckung.

Sie sehen, es ist gar nicht so schwer, einen Pensionskassenausweis zu lesen. Und es lohnt sich in jeder Lebenssituation, ihn regelmässig zu prüfen. Lassen Sie sich bei Fragen zur Pensionskasse oder auch allgemein zur Vorsorge beraten – auch das lohnt sich.