Nachhaltige Gebäude Gewusst wie: bauen, sanieren, Energie sparen

Erst wenige Häuser sind energieeffizient gebaut. Dabei lässt sich das oft einfach erreichen – und zahlt sich langfristig aus.

von Stephan Lehmann-Maldonado 12. Okt 2016

Gewusst wie: Eine GEAK®-Beratung zeigt, wie sich Gebäude energieeffizient renovieren lassen. Bild: UBS

Die Eier legende Wollmilchsau bleibt Wunschdenken. Wohnhäuser, die zugleich ein Kraftwerk sind, liegen dagegen im Bereich des Möglichen. So steht in Brütten seit Kurzem das erste energieautarke Haus, in dem mehrere Familien wohnen. Es kommt ganz ohne externe Energieversorgung aus.

Eine Stunde Sonnenschein pro Tag genügt, um den Energiebedarf des Gebäudes für 24 Stunden zu sichern. Die Energie lässt sich so lange speichern, dass die Bewohner selbst in einem dunklen Wintermonat nicht frieren müssen. Initiant des multifunktionalen Hauses ist der Bauunternehmer Walter Schmid, der schon die «Umwelt Arena» in Spreitenbach ins Leben gerufen hat.

Gebäude – die Energieschleudern Nummer eins

Das Vorzeigehaus bildet eine Ausnahme – die Mehrheit der Gebäude sind Energieschleudern. Noch immer sei der Hochbau in der Schweiz für mehr als die Hälfte des CO2-Ausstosses verantwortlich, schreibt das Bundesamt für Energie in seinem neuesten Bericht. Die zukunftsträchtigen Technologien werden zu wenig eingesetzt.

Dabei kann der Energieverbrauch schon mit wenigen baulichen Massnahmen erheblich gedrosselt werden, das gilt für Neubauten sowie für Renovationen. In Sachen Design muss man deswegen keine Abstriche machen: Dies belegen beispielsweise die Bauten der Stararchitekten Jacques Herzog & Pierre de Meuron (für Helvetia Patria in St. Gallen) und Daniel Libeskind ( Migros-Freizeit- und -Einkaufszentrum Westside in Bern).

Wie energieeffizient ist mein Haus?

Umweltfreundlich wird ein Gebäude nur, wenn man einiges in die Isolation und die Lüftungsanlage investiert. Dafür ist dann der Wohnkomfort umso höher, und ein Teil der Mehrkosten lässt sich mit der Ersparnis bei den Heizkosten amortisieren. Hinzu kommt, dass ökologische Bauten bei einem Wiederverkauf häufig höhere Preise erzielen. Unter dem Strich zahlt sich Ökoeffizienz aus.

Doch wer bestätigt einem, ob ein Haus wirklich energieeffizient ist? Seit 2009 gibt der Gebäudeenergieausweis der Kantone (GEAK®) darüber Auskunft. Ähnlich wie bei Autos und Haushaltsgeräten genügt ein Blick auf eine Etikette und man weiss, wie viel Energie ein Gebäude verschlingt. Darüber hinaus informiert der GEAK® darüber, wie sich ein Bau energieeffizient sanieren lässt. Ein erster Schritt hin zu einem Haus, das zugleich ein Kraftwerk ist.

Energieeffizienz – die drei wichtigsten Fragen

1. Wie energieeffizient ist mein Haus?

Um dies herauszufinden, lohnt es sich, einen GEAK® (Gebäudeausweis der Kantone) in Auftrag zu geben. Dieser Ausweis zeigt, wie energieeffizient Ihr Eigenheim ist. Sie erhalten damit einen Expertenbericht über die Energieeffizienz der Gebäudehülle und den standardmässigen Energieverbrauch Ihres Eigenheims. Dies hilft Ihnen, Renovierungen und Sanierungen langfristig zu planen.

2. Was kostet mich ein normaler GEAK®?

Wenden Sie sich hierzu an einen zertifizierten GEAK®-Experten, er offeriert die Erstellung aufgrund Ihres Eigenheims. Die Kosten für ein Einfamilienhaus belaufen sich auf 450 und 650 Franken.

3. Was bringt mir die Energieeffizienz?

Dafür sprechen drei Gründe. Erstens tragen Sie aktiv zu einer intakten Umwelt für nachfolgende Generationen bei. Zweitens sparen Sie Energie und damit Heiz- und Nebenkosten. Je höher die Energiepreise, desto stärker spüren Sie das. Drittens kann ein regelmässiger Unterhalt den Marktwert Ihrer Liegenschaft erhöhen. Dieses Argument gewinnt zunehmend an Bedeutung.