Konto oder Bankkarte für Kinder: ein Lernfeld für Verantwortung

Am Billettautomaten, in der Badi und im Kino: Kinder sehen ihre Eltern von Klein auf mit der Karte oder mit dem Smartphone bezahlen. Und auch sonst haben Kinder bereits ab der Unterstufe erste Berührungspunkte mit dem digitalen Bezahlen und vergleichen sich mit Gleichaltrigen – die vielleicht das Taschengeld bereits aufs Konto ausbezahlt bekommen.

Es ist daher naheliegend, dass sie früher oder später auf die Idee kommen, eine eigene Bankkarte wäre ziemlich cool. Dieses Lernfenster können Sie nutzen, um Ihrem Kind Themen rund um Konto und Karte sowie den Umgang mit digitalem Geld zu erklären. Denn: Digitale Zahlungen machen Transaktionen transparent und fördern die Selbstverantwortung.

Doch wann ist der richtige Zeitpunkt für das erste Konto und die erste Bankkarte? Pädagoginnen und Pädagogen raten dazu, Kindern zunächst den Umgang mit Bargeld beizubringen – es hilft, wenn sie Geld sehen und anfassen können. So ist das Kind gut vorbereitet, um später erste Erfahrungen mit Bankkarten zu sammeln. Sobald das Kind das Konzept von physischem Geld versteht, können Sie das Taschengeld aufs Konto statt bar auszahlen. Expertinnen und Experten empfehlen dies ab etwa 12 Jahren, es hängt aber von der finanziellen Reife des Kindes ab.

Wenn es so weit ist, fragt man sich als Eltern: Welches Konto und welche Karte eignen sich für mein Kind? Und: Ist die Karte von nun an das fixe Zahlungsmittel oder dient sie nur als zusätzliche Sicherheit? Diskutieren Sie diese Fragen gemeinsam mit Ihrem Nachwuchs.

Welche Bankkarten und -konten braucht mein Kind?

Es gibt eine breite Auswahl an Konten und Bankkarten für Kinder und Jugendliche. Schauen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, welche Regeln für Karten bei den Banken gelten – nicht jede Karte gibt es für jedes Alter. Beachten Sie auch die unterschiedlichen Gebühren und Zinsen und schauen Sie, welche Extras Ihnen am meisten zusagen. Eine Kontoeröffnung ist ein grossartiges Lernfeld für Ihr Kind – immerhin geht es dabei um sein eigenes Geld.

UBS-Bankkarten und -konten für Kinder auf einen Blick

Produkt

Produkt

Alter

Alter

Zweck

Zweck

Besonderheiten

Besonderheiten

Produkt

Privatkonto für Kinder und Jugendliche

Alter

Ab 6 Jahren resp. ab 12 Jahren

Zweck

Umgang mit Geld lernen, Sackgeld verwalten, erste Einkünfte, erste Zahlungen, Jugendlohn verwalten

Besonderheiten

Ab 6 Jahren Eröffnung nur durch Elternteil möglich, digitale Funktionen sind eingeschränkt

Ab 12 Jahren selbstständige Eröffnung möglich, inkl. Digital Banking, TWINT etc.

Produkt

Geschenksparkonto (respektive Jugendsparkonto)

Alter

Ab 6 Jahren resp. ab 12 Jahren

Zweck

Geldgeschenke empfangen, selbst sparen

Besonderheiten

Ab Geburt als Geschenksparkonto im Namen des Kindes möglich (z.B. wenn Gotte oder Götti, Eltern, Grosseltern fürs Kind sparen möchten)

Ab 6 Jahren Eröffnung durch Elternteil möglich, digitale Funktionen eingeschränkt

Ab 12 Jahren selbstständig eröffnen möglich, inkl. Digital Banking

Produkt

Debitkarte für Kinder

Alter

Ab 6 Jahren

Zweck

Umgang mit Geld lernen, Bargeldbezug, bargeldlos zahlen, Online-Shopping (falls von Eltern freigegeben)

Besonderheiten

Eltern legen Tages- und Monatslimiten flexibel fest und verfügen über erweiterte Kontrollfunktionen (z.B. Ändern der Limite auf 5 Franken pro Tag). Es ist kein Kontoüberzug möglich.

Produkt

Debitkarte für Jugendliche

Alter

Ab 12 Jahren

Zweck

Bargeld abheben, bargeldlos bezahlen, Online-Shopping, weltweit einkaufen

Besonderheiten

Kein Kontoüberzug möglich, feste Tages- und Monatslimiten, bestimmte Händler und riskante Seiten standardmässig gesperrt

Produkt

Prepaidkarte

Alter

Ab 12 Jahren

Zweck

Weltweit einkaufen, bargeldlos/online zahlen

Besonderheiten

Nur aufgeladenes Guthaben nutzbar, keine Verschuldung möglich

Bankkarten für Kinder und Jugendliche: Debit-, Prepaid- und Kreditkarten

  1. Debitkarte
    Eine Karte zum Geldabheben und für bargeldloses Bezahlen. Dabei wird das Geld direkt vom zugehörigen Privatkonto abgebucht, wobei tägliche und monatliche Bezugslimiten gelten. Konten für Kinder und Jugendliche dürfen nicht überzogen werden, man kann durch den Einsatz der Debitkarte also nicht ins Minus geraten.
  2. Prepaidkarte
    Eine aufladbare Bezahlkarte, die ähnlich wie eine Kreditkarte eingesetzt werden kann. Jedoch kann nur über den Betrag verfügt werden, der im Vorfeld durch Sie auf die Karte geladen wurde, beispielsweise via Digital Banking. Das bedeutet mehr Kontrolle und weniger Risiko.
  3. Kreditkarte
    Eine umfassend einsetzbare Bankkarte, bei der erst im Nachhinein abgerechnet wird: Man erhält eine monatliche Rechnung für alle Einkäufe, die mit der Kreditkarte getätigt wurden. Da man somit Geld vorbeziehen kann, ist die Gefahr der Verschuldung grösser als bei anderen Karten. Deshalb kann eine Kreditkarte häufig erst ab 18 Jahren beantragt werden.

Debit-, Prepaid- oder Kreditkarte für Kinder: Welche passt wann?

Eine Debitkarte ist eine gute Einstiegslösung, um den Umgang mit digitalem Geld zu lernen und zu vertiefen. Je nach Bank sind Debitkarten für Kinder bereits ab 6 Jahren erhältlich. Sie werden von pädagogischen Expertinnen und Experten jedoch erst empfohlen, wenn das Kind reif genug und bereits sicher im Umgang mit Bargeld ist – häufig ab ca. 12 Jahren. Deshalb können Kinder ab 12 Jahren in der Regel selbst eine Debitkarte beantragen.

Auch Prepaidkarten sind für Kinder ab 12 Jahren erhältlich und ab ungefähr diesem Alter sinnvoll, sofern das Kind über die nötige Reife verfügt: Eine Prepaidkarte ist eine gute Möglichkeit, den Umgang mit einem fixen Budget zu trainieren. Zusätzliche Sicherheit haben Sie und Ihr Kind dadurch, dass im Betrugsfall – beispielsweise beim Zahlen im Ausland – maximal das aufgeladene Guthaben verloren gehen kann.

Kreditkarten können dagegen in der Regel erst ab 18 Jahren beantragt werden. Aufgrund des möglichen Vorbezugs – und damit des Verschuldungsrisikos – sind sie für Kinder und Jugendliche nicht geeignet.

Reife und Lebenssituation: der Schlüssel zur Kartenwahl

Orientieren Sie sich bei der Kartenwahl und dem entsprechenden Zeitpunkt immer an der Reife Ihres Kindes im Umgang mit Geld. Ein guter Anhaltspunkt ist der Umgang mit Taschengeld.

Als Einstieg zur eigenen Karte können Sie das Taschengeld gemeinsam auf ein Konto einzahlen und im Digital Banking den Kontostand verfolgen und besprechen. Denken Sie an die Lebenssituation Ihres Kindes: Muss es zum Beispiel selbstständig ÖV-Tickets kaufen, könnte das ein guter Moment sein, um das Bezahlen mit Karte einzuführen.

Die erste Bankkarte für Kinder: Begleiten und Verantwortung fördern

Sind alle Angebote verglichen und offene Fragen besprochen, empfiehlt es sich, diesen wichtigen Schritt in der Finanzbildung Ihres Kindes gemeinsam zu gehen und es auf die Bank zu begleiten. Ist es unter 12 Jahre alt, ist ohnehin Ihre Unterschrift nötig. So können Sie es auch beim ersten Bargeldbezug am Bancomaten sowie beim ersten Bezahlen mit der Karte oder via TWINT unterstützen.

Besprechen Sie mit Ihrem Kind auch, wie viel Geld es pro Woche oder Monat zur Verfügung hat. Minderjährige können ihr Konto nicht überziehen. Grundsätzlich gilt daher dasselbe Prinzip wie bei einem Sparschwein: Ist es einmal geleert, gibt es kein Geld mehr. Sehen Sie sich die monatlichen Kontoauszüge gemeinsam an. So versteht Ihr Kind, wofür es sein Geld ausgegeben hat, und kann mit der Zeit lernen, bewusster damit umzugehen.

Wichtig ist auch, dass Sie Ihrem Kind die Funktionsweise der verschiedenen Bankprodukte wie auch die Risiken erklären. Insbesondere mit Blick auf digitale Medien, Online-Käufe, Apps und dergleichen ist eine enge Begleitung sinnvoll.

Erste eigene Bankkarte: Tipps für mehr Sicherheit

  • Besprechen Sie Tages- und Monatslimiten und legen Sie diese im Digital Banking fest.
  • Push-Benachrichtigungen informieren Sie über Konto- und Kartenbewegungen und geben Ihnen Kontrolle über die Ausgaben.
  • Schalten Sie – am besten nach Absprache mit Ihrem Kind – verschiedene Funktionen ein oder aus: zum Beispiel Bargeldbezüge, Online-Einkäufe, Einkäufe in Geschäften, kontaktloses Bezahlen, Mobile Payment etc.
  • Je nach Bank können Sie auch festlegen, auf welche Konten Ihr Kind via Digital Banking zugreifen kann und ob es selbst zahlungsberechtigt ist oder nur Einsicht hat.
  • Zudem können Sie das Konto Ihres Kindes bei sich im Digital Banking anzeigen lassen – so haben Sie die Einnahmen und die Ausgaben im Blick und können sich bei Transaktionen benachrichtigen lassen.
  • Machen Sie Ihr Kind darauf aufmerksam, wie es bei Betrug oder Diebstahl die Karte sperren kann.
Bedenken Sie aber auch: Kinder brauchen Freiraum, um Verantwortung zu übernehmen. Zu viel Kontrolle hemmt den Lerneffekt.
Johanna Aebi, CEO Young Enterprise Switzerland (YES)

Mit dem Jugendkonto startklar für die Zukunft

Der erste Schritt in die finanzielle Unabhängigkeit beginnt mit dem richtigen Konto. Das Banking-Angebot für Jugendliche bietet kostenlose Konten, Karten und Digital Banking. Die Kontoeröffnung ist einfach und komplett online.

Häufige Fragen zu Konten und Karten für Kinder

Fazit: Konten und Karten sind wichtige Lerninstrumente für Kinder

  • Es wird fast nur noch digital bezahlt: Konten und Karten sind daher wichtige Lerninstrumente in der Finanzbildung.
  • Dennoch empfehlen Expertinnen und Experten, dass Kinder zuerst den Umgang mit Bargeld erlernen – das bringt ihnen den Wert und die Funktion von Geld näher.
  • Viele Banken bieten bereits ab der Unterstufe (ab ca. 6 Jahren) spezielle Angebote für Kinder an.
  • Debitkarten für Kinder sind häufig ab 6 Jahren erhältlich, Prepaidkarten ab 12 Jahren, Kreditkarten dagegen erst ab 18 Jahren.
  • Was ab welchem Alter passt, hängt jedoch sehr von der individuellen Reife des Kindes ab – Erziehungsberechtigte sollten den Umgang mit Konto und Karte stets begleiten: zum Beispiel, indem sie gemeinsam mit dem Kind Limiten definieren sowie Ausgaben und Risiken besprechen.

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