Für Unvorhergesehenes gewappnet sein Das Eigenheim gegen Risiken absichern

Ein Eigenheimkauf birgt Risiken. Wir zeigen Ihnen, welche Vorkehrungen Sie treffen sollten, um unvorhergesehene finanzielle Engpässe zu vermeiden.

von Felix Hauser 27. Sep 2016

Den Traum vom Eigenheim verwirklichen und mit dem Partner oder der Familie in den eigenen vier Wänden leben – das wünschen sich viele. Leider passieren im Leben immer wieder unvorhergesehene Ereignisse, durch die finanzielle Engpässe entstehen, die letztendlich dazu führen können, dass der Traum vom Eigenheim zerplatzt. Solche Ereignisse sind z.B. eine Trennung oder Scheidung, die Erwerbsunfähigkeit oder gar der Tod eines Partners.

Finanzielle Folgen bei Arbeitsunfähigkeit oder Tod des Hauptverdieners

Welche finanziellen Folgen zu erwarten sind, hängt davon ab, wodurch jemand erwerbsunfähig wird bzw. woran jemand gestorben ist. Das Risiko, infolge einer Krankheit arbeitsunfähig zu werden oder daran zu sterben, ist weitaus höher als durch einen Unfall das gleiche Schicksal zu erleiden. Die meisten sind allerdings gegen die finanziellen Folgen eines Unfalls besser versichert und kommen im Falle einer Erwerbsunfähigkeit mit den Vorsorgeleistungen gut zurecht. Bei der Erwerbsunfähigkeit durch eine Krankheit sieht es bei vielen jedoch anders aus. Nur wenige verfügen über eine ausreichende Versicherungsdeckung, wenn der Partner aufgrund einer Krankheit arbeitsunfähig wird oder stirbt. Viele Familien, die im Vorhinein keine Vorkehrungen getroffen haben, können sich ihr Eigenheim dann nicht mehr leisten. Im Falle einer Invalidität fallen zudem hohe Mehrkosten für Hausumbau, Unterstützung im Haushalt, Pflege etc. an.

Welche Möglichkeiten gibt es, sich vor diesen krankheitsbedingten Risiken zu schützen?

Um auch im Todesfall des Hauptverdieners finanziell abgesichert zu sein, empfiehlt sich der Abschluss einer Todesfallrisiko-Versicherung. Eine Erwerbsunfähigkeitsrente bietet die finanzielle Absicherung im Falle einer Invalidität. Unverheiratete Partner sollten sich über das Reglement ihrer Pensionskasse informieren. Bei vielen Kassen werden Konkubinatspartner Ehepaaren gleichgestellt. Allerdings müssen hierfür bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Die staatliche Alters- und Hinterlassenen-Versicherung sowie die Invalidenversicherung zahlt allerdings nur verheirateten Paaren Hinterbliebenenleistungen aus – gleich sieht es bei der Unfallversicherung aus.

Finanzielle Folgen im Falle einer Scheidung

Lässt sich ein Ehepaar scheiden, wird das Vermögen anhand des gewählten Güterstandes geteilt. Die meisten Ehepaare in der Schweiz unterstehen dem ordentlichen Güterstand – der Errungenschaftsbeteiligung. Diese gilt immer dann, wenn kein anderer Güterstand per Ehevertrag vereinbart wurde. So wird die Immobile im Fall einer Scheidung zwischen beiden Ehepartnern nach Anteil von Eigengut und Errungenschaft aufgeteilt. Beide haben das Anrecht auf den Anteil, den sie beim Kauf (oder während der Laufzeit)aus ihrem Eigengut beigesteuert haben. Das gemeinsam in der Ehe angesparte Vermögen (Errungenschaft) wird geteilt. Um mögliche Streitigkeiten zu vermeiden, ist es wichtig, nachweisen zu können, wer welche Mittel in die Immobilie investiert hat. Ohne Nachweis wird von Errungenschaft ausgegangen.

Wie sich Konkubinatspaare absichern können

Um Streitigkeiten hinsichtlich der Besitzverhältnisse vorzubeugen, sollten unverheiratete Paare einen Konkubinatsvertrag abschliessen. Kauft ein Partner die Immobilie allein, entfallen jegliche Mitspracherechte des anderen. Im Konkubinatsvertrag kann geregelt werden, was der Partner, dem die Immobilie nicht gehört, für die Mitbenutzung und den Unterhalt zu zahlen hat. Kauft das Paar gemeinsam Wohneigentum, muss zwischen den Rechtsformen Gesamteigentum und Miteigentum gewählt werden. Der Vorteil von Miteigentum: Der Anteil beider Partner wird im Grundbuch festgehalten. Darüber hinaus dürfen Kokubinatspaare ihre Immobilie mit Geldern aus der Pensionskasse oder der Säule 3a finanzieren.

Folgen der Eigenheimfinanzierung mit Pensionskassengeldern

Dank der staatspolitischen Massnahme der Wohneigentumsförderung (WEF) können sich mehr Menschen ein Eigenheim leisten. Im Rahmen der WEF hat man zwei Möglichkeiten: Man kann die Pensionsgelder beziehen oder diese der Bank verpfänden. Entscheidet man sich für die Verpfändung, bleiben die Pensionskassenleistungen unberührt. Wird das Freizügigkeitskapital bezogen, erhält man nach der Pensionierung in der Regel eine kleinere Rente. Geringere Leistungen sind in den meisten Fällen auch bei Invalidität oder Tod zu erwarten. Genauere Informationen liefert das Pensionskassenreglement. Wenn möglich, sollte man die vorbezogenen Leistungen später wieder in die Pensionskasse einzahlen. Komplizierter wird der Vorbezug von Pensionskassengeldern bei unverheirateten Paaren. Stirbt der Partner, der das Geld bezogen hat, und zahlt die Pensionskasse keine Leistungen an den Hinterbliebenen, muss der Vorbezug aus dem Nachlass zurückgezahlt werden. Um dies zu ermöglichen und damit der Hinterbliebene weiterhin in der Liegenschaft wohnen kann, ist es empfehlenswert, eine gegenseitige Todesfallrisiko-Versicherung abzuschliessen.