Umbau & Co. Renovationskosten richtig abschätzen

Was Sie bei den Themen Unterhaltsarbeiten und Renovationen beachten sollten und wie Sie sich finanziell darauf vorbereiten können.

von Felix Hauser 27. Sep 2016

Den meisten Wohneigentümern fällt es nicht leicht, Renovationskosten richtig einzuschätzen. Denn nicht nur Materialkosten sind hierbei einzubeziehen, sondern auch die Lebensdauer bestimmter Bauteile und die Zeiträume, in denen diese ersetzt werden sollten. Um den Überblick zu behalten und langfristig zu planen, sollten Sie sich bereits frühzeitig über spätere Renovationskosten informieren. Nur so können Sie abschätzen, in welchen Zeitabständen kleinere und grössere Renovations- und Unterhaltsarbeiten zu leisten sind und mit welchen Kosten sie rechnen müssen.

Der Umfang der Renovationen ist entscheidend

Natürlich spielen bei der Kostenkalkulation nicht nur die notwendigen Renovationsarbeiten eine Rolle, sondern auch die gewünschten, individuellen Umbaupläne des Eigentümers. Machen Sie sich als Bauherr darüber Gedanken, ob Sie nur die dringendsten Renovationen umsetzen oder weitere Massnahmen ergreifen wollen, um den Wert und die Qualität Ihrer Immobilie zu steigern. Auch energetische und ökologische Überlegungen sollten bei der Planung mit einfliessen. Ist vielleicht eine Sanierung Ihrer Immobilie sinnvoll, um den Energieverbrauch zu senken, Betriebskosten zu sparen und das Innenraumklima zu verbessern?

Eine langfristige Planung zahlt sich aus

Bauteile weisen eine unterschiedliche Lebensdauer und ein individuelles Alterungsverhalten auf. So beträgt beispielsweise die durchschnittliche Nutzungsdauer eines Steildachs 40 bis 50 Jahre, die eines Flachdachs hingegen nur 25 bis 30 Jahre. Eine Küche sollte nach 25 bis 35 Jahren erneuert werden, die Lebensdauer einer Heizung beläuft sich auf 20 bis 30 Jahre. Regelmässige Pflege und Unterhaltsarbeiten können die Nutzungsdauer einzelner Bauteile verlängern. Dabei dürfen Sie allerdings nicht vergessen, dass bestimmte Baumassnahmen aufeinander abgestimmt werden müssen. Sollten Sie z.B. Ihre alte, relativ grosse Heizung ersetzten wollen, ist es wenig sinnvoll, eine vergleichbare Anlage einzubauen, wenn Sie bereits planen, in einigen Jahren Fenster und Fassade energetisch zu optimieren und daher im Winter mit einem geringeren Wärmeenergiebedarf zu rechnen ist.

Unterscheiden Sie bei Ihrer Kostenplanung zwischen Instandsetzungs- und Instandhaltungsaufwendungen. Eine Instandsetzung umfasst die Kosten, die nötig sind, um ein Bauteil zu ersetzen. Die Kosten für die Instandhaltung schliessen auch laufende Unterhaltskosten, Reinigungsaufwendungen oder Serviceleistungen mit ein.

Kosten für Renovationen realistisch planen

Entwickeln Sie eine langfristige Strategie für Renovationen, Unterhalt- und Sanierungsarbeiten und berücksichtigen Sie diese bei Ihrer individuellen Finanzplanung. Als Hauseigentümer, Eigentümer bestehender Objekte oder Käufer einer Liegenschaft sollten Sie stets versuchen, die anfallenden Kosten realistisch abzuschätzen. Insbesondere, wenn Sie im Begriff sind, eine ältere Immobilie zu kaufen, lohnt sich die Schätzung der zu erwartenden Renovationskosten bereits zum Zeitpunkt des Kaufs. Dies ermöglicht Ihnen nicht nur eine leichtere und realistische Kostenkalkulation, sondern bietet Ihnen auch eine vernünftige Verhandlungsbasis über die Konditionen und den Preis. Sollten Sie Hilfe bei der Kostenabschätzung benötigen, empfiehlt es sich, einen erfahrenen Fachmann zur Beratung hinzuzuziehen. Wenn Sie wissen, was Sie erwartet, bleiben böse Überraschungen aus und Sie können das Leben in den eigenen vier Wänden unbeschwert geniessen.