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Wenn das eigene Kind stiehlt, ist das für Eltern oft ein Schock. Doch jetzt gilt: Ruhe bewahren. Unser Leitfaden zeigt, wie Sie Ihr Kind altersgemäss begleiten und angebracht reagieren.
Hat Ihre kleine Tochter einen Schleckstängel am Kiosk eingesteckt oder Ihr Teenager Designer-Sneakers geklaut? Oder ist Ihnen aufgefallen, dass immer wieder Geld in Ihrem Portemonnaie fehlt? Das ist unschön, aber keine Angst, Sie sind nicht allein. Denn: Dass Kinder klauen, ist keine Seltenheit.
Wichtig ist, dass Sie angemessen darauf reagieren. Dabei gilt: Das Alter des Kindes wie auch das Ausmass des Diebstahls sind wichtige Faktoren, wenn man die Handlung und die Konsequenzen mit seinem Kind bespricht. Denn Klauen ist nicht gleich Klauen – Gründe für Diebstahl können sehr unterschiedlich sein. Beispielsweise:
Auch fehlende Finanzkompetenz kann mitverantwortlich sein, wenn ein Kind stiehlt. Etwa, weil es nie ein Verständnis für den Wert von Geld aufgebaut hat oder nicht gelernt hat, dass es sich nicht immer alle Wünsche und Bedürfnisse erfüllen kann. Sprechen Sie immer wieder altersgerecht über den Wert von Geld und Eigentum und erklären Sie: Nur weil man etwas nehmen kann, heisst das nicht, dass man das auch darf.
Ein ruhiges Gespräch mit Ihrem Kind kann Ihnen Aufschluss darüber geben und gleichzeitig auch Ihrem Nachwuchs helfen, selbst über die Beweggründe zu reflektieren. Mit dem untenstehenden Raster helfen wir Ihnen dabei, gängige Verhaltensmuster je nach Alter des Kindes besser zu verstehen.
Kleinkinder können noch nicht richtig verstehen, was Besitz und Eigentum bedeuten. Zudem ist die Impulskontrolle noch nicht ausgereift. Wenn ein Kind also beispielsweise die glitzerigen Buntstifte eines Gspänlis einfach mit nach Hause nimmt, statt sie zurückzugeben, handelt es nicht berechnend.
Was können Eltern in dieser Situation tun? Nutzen Sie die Situation, um das Konzept von Besitz anhand konkreter Dinge zu erklären. Zum Beispiel: Das Geburtstagsgeschenk gehört dem Kind allein, das Lieblingsbrettspiel gehört der ganzen Familie und das Spielzeug der Freundin gehört der Freundin.
Ganz wichtig ist in diesem Alter auch, dass Eltern und Erziehungsberechtigte ihre Vorbildfunktion wahrnehmen und diese dem Kind auch vorleben. Wenn Sie beim Self-Scanning im Supermarkt den Nüsslisalat einmal vergessen haben, erklären Sie es Ihrem Kind und gehen Sie gemeinsam zurück, um ihn zu bezahlen.
Fast jedes Kind nimmt irgendwann etwas, das nicht ihm gehört. Entscheidend ist, wie Eltern reagieren.
Primarschulkinder sollten zwar die Regeln rund um Besitz und Diebstahl kennen, aber sie verstehen vielleicht noch nicht alle Konsequenzen ihrer Taten. Zudem fällt es Kinder in diesem Alter weiterhin schwer, Versuchungen zu widerstehen.
Ein weiterer Grund kann auch Gruppendruck oder die Suche nach Aufmerksamkeit sein – der Einfluss von Gleichaltrigen und der Wunsch nach Anerkennung spielen oft eine Rolle bei Diebstählen im Primarschulalter. Beispielsweise, wenn das Kind die neuesten Sammelkarten einfach aus dem Laden stibitzt, damit es auf dem Pausenplatz mit den besten Karten angeben kann. Allenfalls ist das Klauen aber auch ein unbewusster Hilferuf des Kindes. Deshalb sollten Sie einen solchen Vorfall in jedem Fall ernst nehmen.
Was können Eltern in dieser Situation tun? Ludotheken oder Bibliotheken sind hervorragende Lernfelder für Kinder in diesem Alter. Hier erfahren sie, was es heisst, etwas auszuleihen. Sie lernen, dass sie das Objekt zwar für eine Zeit nutzen können, ihm aber auch Sorge tragen und es anschliessend wieder zurückgeben müssen.
Bei Teenagern sind die Motive für einen Diebstahl deutlich komplexer als bei kleineren Kindern. Sie reichen von der Identitätssuche über Gruppendruck bis hin zur schlichten Suche nach einem «Kick».
Manchmal geht es dem Kind beim Klauen aber auch um die Aufmerksamkeit. Die Tat kann ein unbewusster Hilferuf oder eine Auflehnung gegen die Eltern sein. Weitere Gründe können Unsicherheiten sein oder dass das Kind unter grossem Stress leidet und ein Ventil für seine Emotionen sucht. Oder aber ihr Teenie möchte schlicht und einfach die Grenzen austesten, indem er im Kleiderladen einige Markenartikel einsteckt, die er sich sonst nicht leisten könnte.
Was können Eltern in dieser Situation tun? Sprechen Sie das Thema mit Ihrem Teenager offen und ohne Vorwürfe an. Versuchen Sie dabei, zu verstehen, wie es dazu kommen konnte. So können Sie mögliche Konsequenzen besprechen und gemeinsam nach Alternativen suchen, wie Bedürfnisse erfüllt werden können. Wenn Diebstähle häufiger vorkommen, kann eine Beratung durch eine Fachstelle wie Pro Juventute sinnvoll sein.
Die Auseinandersetzung mit dem Diebstahl ist extrem wichtig. Fragen Sie Ihr Kind direkt: Warum hast du es weggenommen? Wem gehört es? Und wie kannst du es wiedergutmachen?
Wenn sich herausstellt, dass ihr Nachwuchs etwas geklaut hat, ist das im ersten Moment wahrscheinlich ein Schock. Versuchen Sie aber nicht gleich mit Bestrafung zu reagieren, sondern suchen Sie in einer ruhigen Atmosphäre und auf Augenhöhe ein Gespräch.
Harte Strafen erfüllen ihren Zweck nur selten, logische und auf die Tat abgestimmte Konsequenzen haben oft einen besseren Lerneffekt.
Hat das Kind zum Beispiel bei einer Freundin oder einem Freund etwas gestohlen, soll es den Gegenstand zurückgeben und einen Brief mit einer Entschuldigung schreiben. Bei einem Ladendiebstahl wiederum kann ein unentgeltlicher Arbeitseinsatz sinnvoll sein.
Erklären Sie dem Kind auch altersgerecht, warum bestimmte Wünsche nicht erfüllt werden können. Hat es im Primarschulalter am Kiosk Süssigkeiten gestohlen, können Sie erläutern, dass Süsses ungesund ist und deshalb nicht täglich erlaubt ist.
Als Eltern sollten Sie dabei streng und konsequent bleiben, aber Ihr Kind Schritt für Schritt begleiten und unterstützen. Etwa, indem Sie es ins Geschäft begleiten und beim klärenden Gespräch und der Entschuldigung dabei sind. So werden die Konsequenzen zu einer effektiven Lernchance für Ihr Kind.
Helfen Sie dem Kind auch, mit Schuld- und Schamgefühlen umzugehen. Benennen Sie die Gefühle und zeigen Sie Verständnis. Berichten Sie allenfalls auch von Ihren eigenen Erfahrungen und Fehlern, die Sie als junger Mensch gemacht haben – und wie Sie diese wiedergutgemacht haben.
Leider bleibt das Stehlen bei Kindern manchmal nicht die Ausnahme und wird zur Gewohnheit. Etwa bei älteren Geschwistern, die der kleinen Schwester immer wieder das Lieblingsspielzeug wegnehmen. Das kann für die ganze Familie zur Belastung werden. So können Sie versuchen, Ihrem Kind das Verhalten abzugewöhnen:
Irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem die Eltern oder Erziehungsberechtigten nicht mehr weiterwissen. Wenn das Kind ein problematisches Verhalten zeigt, ist es an der Zeit, Unterstützung zu holen.
Mögliche Warnsignale sind unter anderen:
Sie sind in solchen Fällen nicht allein. Sie dürfen und sollen sich Hilfe holen, etwa bei Fachpersonen wie Kinderpsychologen, Familientherapeutinnen oder Beratungsstellen wie der Elternberatung von Pro Juventute oder dem Elternnotruf von Pro Familia.
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