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Ob Geburtstag oder Ferien: Kinder warten oft ungeduldig und sehnsüchtig auf besondere Momente. Mit diesen Tipps verwandeln Sie Ungeduld in Vorfreude.
Wissen Sie noch, worauf Sie sich als Kind lange und sehnsüchtig gefreut haben? Den ersten Gameboy? Die Geburtstagsparty der besten Freundin? Und wie war es, als das Ereignis und somit die Vorfreude vorbei waren?
Natürlich war es fantastisch, dass man nun endlich mit dem Gameboy spielen konnte oder eben auf der Party zur Hitparade tanzte, aber danach war das kribbelige Gefühl weg.
Auf etwas zu warten, passt eigentlich so gar nicht zu unserem Zeitgeist. Hat der Zug Verspätung, ist das schlimm. Noch schlimmer ist, wenn der Zug unbestimmte Verspätung hat. Es fällt uns also leichter, geduldig zu sein, wenn wir wenigstens wissen, wie lange wir warten müssen.
Das zeigt sich besonders bei Kindern: «Wie lange geht es noch?» und fünf Minuten später «Und jetzt, wie lange geht es jetzt noch?» Die Kleinen können manche Ereignisse kaum erwarten. Diese Ungeduld ist normal, aber genau hier liegt eine Chance, Geduld mit Kindern zu lernen und gezielt zu fördern. Das Warten und der vorübergehende Verzicht können nämlich positive Effekte haben. Psychologinnen und Psychologen sprechen vom sogenannten «Belohnungsaufschub». Belohnungsaufschub bedeutet: Ich verzichte heute auf etwas, um dafür nach einer bestimmten Zeit eine grössere Belohnung zu erhalten.
Zum Geduldüben gehört auch, vorübergehend Verzicht zu üben.
Wenn Kinder beim Warten dranbleiben, üben sie ausserdem Selbstregulation: Sie lernen, ihre Gefühle besser zu steuern, auch wenn es anstrengend ist, weil sie etwas am liebsten sofort hätten. Diese Selbstregulation fördert später einen bewussteren Konsum und ein soziales Miteinander.
Wenn Sie also im Alltag mit Ihrem Kind Geduld üben, unterstützen Sie nicht nur seine Frustrationstoleranz, sondern auch wichtige Fähigkeiten für Schule und Alltag. Aber wie können Sie Ihr Kind konkret beim Warten unterstützen?
Zeit ist etwas Abstraktes, und der Umgang damit muss zuerst erlernt werden. So ist auch Warten für Kinder, insbesondere für Kleinkinder, sehr anspruchsvoll. Es ist ganz normal, dass sie noch nicht besonders geduldig sind. Oft fehlt ihnen schlicht das Verständnis dafür, was «gleich», «morgen» oder «nächste Woche» bedeutet.
Für Eltern wichtig zu wissen: Ein wirkliches Zeitverständnis entwickelt sich erst nach und nach; viele Kinder können Zeiträume erst ab der Unterstufe (6–8 Jahre) besser einordnen.
Das bewusste Erleben einer Zeitperiode kann dabei helfen. Dafür ist es sinnvoll, wenn Sie Ihrem Kind das Prinzip von Tagen, Wochen, Monaten und Jahren beibringen. Am einfachsten ist es, dies mit einem Kalender oder einer Uhr zu veranschaulichen: «Heute sind wir hier, in drei Tagen sind wir dort.» So bekommt Ihr Kind einen Anhaltspunkt, an dem es sich orientieren kann, und Geduld üben fällt etwas leichter.
Achten Sie aber auch darauf, altersgerecht zu üben und die Kleinen nicht zu überfordern. Jüngere Kinder leben stark im Moment und können längere Zeiträume kaum erfassen. Teilen Sie lange Zeitfenster für kleine Kinder daher in kürzere Etappen ein und üben Sie Geduld so an kurzen, überschaubaren Zeitfenstern. Je älter ein Kind wird, desto besser entwickelt sich seine Planungsfähigkeit – und damit auch seine Geduld.
Beim Geduldüben mit Kindern sollten Sie darauf achten, dass Sie keinen Druck auf das Kind ausüben – Warten soll spielerisch erlernt werden. Zudem geht es nicht nur um materielle Dinge wie Geschenke oder Spielsachen. Auch das Warten auf einen Ausflug, ein Fest oder einen Besuch bei der Gotte oder dem Götti eignet sich, um Geduld bei Kindern zu fördern und Vorfreude zu stärken.
Kinder sollten nicht nur auf materielle Dinge warten. Erlebnisse und gemeinsame Ausflüge motivieren oft stärker.
Zelebrieren Sie gemeinsam mit Ihrem Kind die Vorfreude auf ein Ereignis, indem Sie die Tage auf einem Kalender abstreichen. Das gibt Ihrem Kind Orientierung: Es sieht, was «heute», «morgen» und «bald» bedeutet, und kann Schritt für Schritt Geduld lernen.
Füllen Sie ein Glas mit abgezählten Murmeln und lassen Sie Ihr Kind jeden Tag eine herausnehmen, bis der lang ersehnte Tag schliesslich da und das Glas leer ist. So erkennt Ihr Kind, wie die Zeit vergeht, und erlebt ganz konkret: Mit jedem Tag komme ich meinem Ziel näher.
Sprechen Sie mit Ihrem Kind über das Gefühl der Vorfreude. Sie können zum Beispiel gemeinsam ein Bild vom bevorstehenden Ereignis malen. Ihr Kind kann Ihnen zeigen, wie es sich den Tag vorstellt. Das stärkt die Vorfreude und hilft, Ungeduld in ein positives Gefühl zu verwandeln.
Viele Alltagssituationen eignen sich, um mit den Kindern ganz nebenbei Geduld zu üben, zum Beispiel beim Warten an der Kasse im Laden, auf dem Perron auf den Zug oder beim Backen, bis der Gugelhopf fertig ist. Wichtig ist, dass Sie erklären, warum gerade gewartet werden muss, was in dieser Zeit passiert und wie Ihr Kind die Wartezeit mitgestalten kann.
Warten lernen und Sparen lassen sich gut und spielerisch verbinden: Auch beim Sparen verzichten Kinder im Moment auf etwas Bestimmtes (Geld), um später davon zu profitieren. So erfahren sie ganz konkret, dass Geld ein Wertaufbewahrungsmittel ist, das man zur Seite legen und zu einem späteren Zeitpunkt nutzen kann.
Ein Kässeli und ein Kinderkonto ergänzen sich dabei ideal: gemeinsam kleine Beträge ins Kässeli legen, den Fortschritt regelmässig anschauen und das Geld dann zusammen zur Bank bringen.
Geduld bedeutet nicht immer Belohnung, sondern manchmal auch zu akzeptieren, dass etwas jetzt nicht dran ist.
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