Konto fürs Baby: Tipps für Götti, Gotte, Eltern und Grosseltern

Braucht der Kinderwagen eine Federung? Oder schläft das Baby besser, wenn es ein bisschen rüttelt? Welche Eltern wissen das schon so genau. Und jetzt fragen Götti, Gotte oder die Grosseltern auch noch, ob sie ein Konto fürs Baby eröffnen dürfen? Hier gibt’s Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Thema Babykonto.

Ein Babykonto: praktisch und mit Lerneffekt

Natürlich kann sich Ihr Baby auch ohne Konto prächtig entwickeln – trotzdem ist ein Babykonto aus mehreren Gründen sinnvoll:

  • Praktisch für Geldgeschenke: Nichts spricht gegen Bargeldgeschenke in einem Kässeli. Doch gerade, wenn Ihr Kind noch klein ist, ist es einfach und sicher, Geldgeschenke auf ein Konto einzuzahlen.
  • Vermögenszuwachs: Geld, das für Kinder gespart wird, hat lange Zeit, sich zu vermehren – insbesondere, wenn es angelegt wird.
  • Lernfeld: Wenn Ihr Kind älter ist, können Sie ihm anhand des Kontos die Grundfunktion von Geld als Wertaufbewahrungsmittel sowie die Konzepte Sparen und Investieren beibringen. Auch ist dies eine ideale Einführung ins digitale Geld, beispielsweise können Sie mit Ihrem Kind Erspartes aufs Konto einzahlen.
Das physische Kässeli ist für Kinder weiterhin wichtig: So lernen sie den Umgang mit allen Sinnen.
Johanna Aebi, CEO Young Enterprise Switzerland (YES)

Der Grundstein für die Zukunft

Für Babys und Kleinkinder gibt es meist zwei Kontoarten, die sich besonders gut fürs Sparen eignen: ein Geschenksparkonto und/oder ein Konto mit Anlagelösung. Je nachdem, wie Sie für Ihren Nachwuchs sparen möchten – ob kurzfristig, langfristig oder mit einem bestimmten Ziel –, passt das eine oder das andere oder beides zusammen.

Geschenksparkonto

Ein Geschenksparkonto wird in der Schweiz meistens von den Eltern, der Gotte oder dem Götti, den Grosseltern oder anderen der Familie nahestehenden Personen eröffnet und lautet auf den Namen des Kindes. Es wird zunächst von der erwachsenen Person verwaltet und kann theoretisch auch von ihr aufgelöst werden. In der Regel wird es jedoch zum gewünschten Zeitpunkt auf das Kind übertragen, spätestens bei dessen Volljährigkeit.

Eine Sparkontolösung eignet sich ideal für die einfache Verwaltung von Geldgeschenken und das mehrjährige Sparen auf einen bestimmten Zweck, beispielsweise ein Austauschjahr oder die Autoprüfung. Die Einzahlungsmöglichkeiten sind einfach und flexibel: kleine oder grosse Beträge, einmalige Überweisungen oder regelmässige Einzahlungen per Dauerauftrag.

Die Kontoführung ist in der Regel kostenlos, meist profitiert das Kind zudem von einem attraktiveren Zinssatz. Und je nach Anbieter gibt es noch etwas Schönes für die Kleinen dazu, beispielsweise ein passendes Sparkässeli.

Konto mit Anlagelösung

Eine andere Möglichkeit ist ein Konto mit Anlagelösung, zum Beispiel ein Fondskonto, über das die Sparbeträge investiert werden können. Da Geld für Kinder häufig über einen langen Zeitraum gespart wird, lohnt sich das besonders: Je länger es investiert bleibt, desto höher sind die Renditechancen. Für Geld, das nicht zeitnah verfügbar sein muss, lohnt sich das meist deutlich mehr als das Sparen auf einem Sparkonto.

Auch ein Konto mit Anlagelösung kann als Geschenkvariante von einer erwachsenen Person auf den Namen des Kindes eröffnet werden. In der Regel wird es bei Erreichen der Volljährigkeit auf das Kind übertragen. Eine gute Möglichkeit, dem Kind schon früh das Thema Investieren und Vermögenszuwachs näherzubringen.

Je nach Anbieter können Sie flexibel einzahlen, wobei jedoch ein Mindestbetrag, zum Beispiel 50 Franken, erforderlich sein kann. Besonders effektiv baut die schenkende Person Vermögen für das Kind auf, wenn sie via Dauerauftrag regelmässig Geld für das Kind anlegt.  

Konto fürs Kleinkind: So begleiten Eltern ihren Nachwuchs

Lautet das Konto auf den Namen des Kindes, gehört ihm das Geld auch rechtlich («Kindesvermögen» gemäss Zivilgesetzbuch, ZGB). Allerdings wird es bis zur Volljährigkeit von der Eröffnerin oder dem Eröffner des Kontos verwaltet. Häufig sind dies die Eltern.

Doch selbst wenn nicht, haben Sie als Eltern eine wichtige Rolle: Ein Konto wird ab einem gewissen Alter ein wichtiges Werkzeug in der Finanzbildung.

Besprechen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, wohin Geldgeschenke gehen – zum Beispiel vom Sparkässeli aufs Konto – und wofür sie verwendet werden sollen. Es empfiehlt sich auch, Ihrem Nachwuchs zu erklären, dass Geldgeschenke und ein Geschenksparkonto nicht selbstverständlich sind.

Sobald Ihr Kind reif genug ist, können Sie ihm die Konzepte Sparen und allenfalls auch Investieren genauer erklären. Legen Sie beispielsweise Geld in verschiedenen Gefässen für unterschiedliche Zwecke zur Seite: etwa in einem Portemonnaie für alltägliche Ausgaben, einem Sparkässeli fürs Sparen auf ein bestimmtes Spielzeug und auf einem Sparkonto mit Anlagelösung für grössere Zukunftswünsche.

Sie sehen: Ein Babykonto ist ein idealer Ausgangspunkt für die Finanzbildung Ihres Kindes.

18 Jahre später: Wer hat jetzt Zugriff aufs Geld?

Ihr Kind hat ab seinem 18. Geburtstag theoretisch über Nacht plötzlich freien Zugang zum angesparten Geld. Denn ab der Volljährigkeit wird Ihr Kind rechtlich eigenständig und kann in der Regel frei über das Geld verfügen, das bisher von einer erwachsenen Person verwaltet wurde.

Aus diesem Grund wird empfohlen, Geldgeschenke eng zu begleiten. Suchen Sie frühzeitig das Gespräch und erklären Sie, woher das Geld kommt und dass dies nicht selbstverständlich ist. Das hilft, das Bewusstsein für Wert und Verantwortung zu stärken. Besprechen Sie zudem gemeinsam und auf Augenhöhe:

  • Ist das Geld für einen bestimmten Zweck gedacht? Wie viel wird wann gebraucht?
  • Falls Geld übrig ist: Wie viel bleibt frei verfügbar, wie viel soll weiter gespart und/oder angelegt werden – beispielsweise auf einem eigenen Fondskonto?
  • Gibt es bereits einen nächsten Wunsch, ein neues Sparziel? Wie und bis wann kann dieses erreicht werden?

So öffnen Sie das Gespräch auch direkt für weitere wichtige Kenntnisse zu Themen wie Budgetieren und langfristigem Vermögensaufbau.

Häufige Fragen zu Konten für Babys und Kleinkinder

Fazit: Ein Babykonto ist eine Basis für frühe Finanzbildung

  • Ein Konto fürs Baby kann direkt ab Geburt eröffnet werden.
  • Die Eltern oder die Dritteröffner wie beispielsweise Grosseltern, Gotte oder Götti verwalten das Konto bis zur Volljährigkeit des Kindes.
  • Es stehen unterschiedliche Kontoarten wie ein Geschenksparkonto oder ein Konto mit Anlagelösung zur Wahl.
  • Lösungen, mit denen Sie das Geld investieren, können für längere Einzahlungshorizonte von Vorteil sein.
  • Ein Konto ist eine gute Möglichkeit, dem Kind schrittweise Konzepte wie Sparen und Investieren näherzubringen.
  • So ist es ideal vorbereitet, um nach der Übertragung (meist mit Erreichen der Volljährigkeit) verantwortungsvoll mit dem Geld umzugehen und weiter Vermögen aufzubauen.

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