Vorsorge und Wohneigentum So kommen junge Familien zu Wohneigentum

Wer Vorsorge und Wohneigentum kombiniert plant, profitiert doppelt. 7 Tipps dazu.

von Jackie Bauer 02. Dez 2019

Illustration: Eva Revolver

Um den Traum vom Eigenheim zu verwirklichen, sollte eine junge Familie rechtzeitig mit Sparen beginnen. Zur Finanzierung einer Wohnung braucht man in der Regel erhebliche Ersparnisse – inklusive Vorsorgegelder und Fremdkapital. Doch wer richtig plant, profitiert davon finanziell. Die sieben wichtigsten Punkte auf einen Blick.

1. Geringere Wohnkosten

Der Kauf einer Immobilie kann für eine junge Familie im Vergleich zur Miete günstiger sein: Dank aktuellem Tiefzinsumfeld lassen sich die Ausgaben fürs Wohnen senken und der frei verfügbare Sparbetrag erhöhen. Diese freien Mittel erlauben es der Familie, die in der Pensionskasse entstandene Lücke wieder zu füllen oder freiwillig Vorsorgekapital anzusparen.

2. Steuern sparen mit indirekter Amortisation

Die junge Familie mit Wohneigentum sollte auch die laufenden Zins- und Unterhaltskosten sowie die Amortisation der Hypothekarschuld in ihr Budget und ihre Vorsorgeplanung einbeziehen. Möglich ist auch eine indirekte Amortisation. Diese ermöglicht es, den maximalen Betrag in die Säule 3a einzuzahlen, vom Steuervorteil zu profitieren, damit Vorsorgekapital anzusparen und gleichzeitig die Hypothek zu amortisieren.

3. Pensionskasse schonen

Beim Immobilienkauf in jungen Jahren liegt es nahe, Kapital aus der Pensionskasse zu beziehen, doch dies ist finanziell nicht immer attraktiv. Besteht Spielraum, sollte die Pensionskasse nicht angezapft werden. Denn dadurch bleiben Einzahlungs- und Steuersparmöglichkeiten erhalten. Wird jedoch Vorsorgekapital eingesetzt, ist eine Verpfändung der Pensionskasse möglicherweise lukrativer – das Kapital kann zu einem späteren Zeitpunkt für die Amortisation eingesetzt werden.

4. Rente möglichst nicht beeinflussen

Wenn junge Familien mit einem langen Zeithorizont planen, kann das Pensionskassenkapital nach einem Vorbezug wieder so angehoben werden, dass praktisch keine Lücke besteht. Dafür sollten die aus dem Immobilienkauf resultierenden Einsparungen konsequent für die Altersvorsorge eingesetzt werden. Ist dies nicht möglich, fällt die berufliche Rente nur leicht geringer aus, da die Entnahme des Kapitals bei jungen Familien relativ klein ist und zu einem frühen Zeitpunkt erfolgt.

5. Voraussetzungen kritisch prüfen

Wer Wohneigentum kauft, sollte längerfristig ein regelmässiges Einkommen erzielen können. Nur so kann auch mit relativ hoher Verschuldung und ohne finanziellen Puffer die Hypothek bedient werden. Sollte es zu einer Scheidung kommen, kann diese zum Zwangsverkauf der Liegenschaft führen. Und sollten die Immobilienpreise inzwischen gesunken sein, wären bei einem Verkauf das Eigen- respektive das Vorsorgekapital schnell zunichte gemacht.

6. Veränderung der Ansprüche einplanen

Die Familienwohnung genügt möglicherweise in zehn Jahren den Ansprüchen und Bedürfnissen nicht mehr. Falls neues Kapital benötigt wird, sollte dies in der strategischen Planung berücksichtigt werden, um grössere Pensionskassenlücken zu verhindern.

7. Säule 3a nicht vergessen

Generell empfehlen wir, Einzahlungen in die Säule 3a auch beim Immobilienerwerb nicht zu vernachlässigen, denn die Steuerersparnis lohnt sich. Auch kann 3a-Kapital wie bei anderen Anlagen in Aktien oder diversifizierte Portfolios, zum Beispiel in UBS Vitainvest Anlagefonds, angelegt werden und trägt so zusätzlich bei zum Aufbau von Vorsorgekapital.

«Vorsorge und Wohneigentum»

Dieser Text basiert auf der UBS-Studie «Vorsorge und Wohneigentum». Laden Sie die Studie kostenlos herunter und lesen Sie weiter.