Impact Investing Nachhaltigkeit rentiert auch an der Börse

Anleger können mit ihrem Geld Gutes bewirken – und daran erst noch gut verdienen. Grüne Anlagen sind im Trend.

von Daniel Kalt 08. Jan 2018

Das Gute ist messbar: Beim Impact Investing zählt nicht nur die monetäre Rendite, sondern auch die ethisch-ökologische. Illustration Adrian & Gidi.

Nachhaltiges Anlegen hat stark an Bedeutung gewonnen. Wodurch zeichnet es sich aus? Beim klassischen Anlegen geht es primär darum, bei einem vorgegebenen Risiko eine möglichst hohe Rendite zu erwirtschaften.

Demgegenüber verfolgen nachhaltige Strategien weitere Ziele. Zum Beispiel sollen mit den Anlagen keine sozial- oder umweltschädigende Aktivitäten finanziert, sondern soziale und ökologische Anliegen unterstützt werden.

Studien zeigen: Die Ausrichtung auf soziale und ökologische Grundsätze führt langfristig zumindest nicht zu schlechteren Ergebnissen. Wenn die ausgewählten Unternehmen nachhaltige Kriterien erfüllen, darf man mit einer langfristig besseren Performance rechnen, weil solche Firmen oft besser geführt und weniger rechtlichen Risiken ausgesetzt sind. Somit kann nachhaltiges Anlegen definiert werden als all jene Strategien, die auch Überlegungen zu Umwelt, Gesellschaft sowie zur Unternehmensführung (Governance) in den Anlageentscheiden berücksichtigen. Im Englischen wird oft das Kürzel ESG für «Environmental, Social and Governance»-Ziele verwendet.

Drei Konzepte für grünes Geld

Man unterscheidet drei Umsetzungskonzepte: den Ausschluss-, den Integrations- sowie den Impact-Investing-Ansatz. Beim Ausschlussprinzip werden jene Aktivitäten definiert, um welche Anleger einen Bogen machen wollen. So lässt sich festlegen, dass nicht in die Herstellung von Waffen oder in die Tabakindustrie investiert werden soll.

Deutlich weiter geht das Integrationskonzept. Hier wird bereits in der Analyse und der Auswahl der Unternehmen detailliert geprüft, inwiefern diese Nachhaltigkeitskriterien erfüllen. Man untersucht, inwieweit etwa soziale Anforderungen und Umweltkriterien (etwa CO2-Fussabdruck, keine Kinderarbeit) erfüllt werden und ob eine angemessene Governance vorhanden ist. Weil immer mehr institutionelle Anleger wie Pensionskassen und Versicherer darauf bedacht sind, nach diesen Grundsätzen zu investieren, haben sich verschiedene Nachhaltigkeitsratings und -zertifizierungen in der öffentlichen Rechnungslegung wie auch in der Beurteilung von Firmen etabliert.

Investieren mit Impact

Am konsequentesten wird nachhaltiges Anlegen wohl mit dem Impact-Investing-Ansatz umgesetzt, bei dem Sozial- und Umweltziele explizit gemessen werden und als ebenbürtige «Nachhaltigkeitsrendite» neben der Finanzrendite in die Gesamtbeurteilung der Anlage einfliessen. Solche Anlagen sind bisher jedoch oft institutionellen Anlegern vorbehalten.

Der Autor, Dr. Daniel Kalt, ist Chefökonom von UBS Schweiz.

Netzwerk für Nachhaltigkeit

Vor 10 Jahren hat UBS das Global Impact Investing Network (GIIN) mitgegründet. Dessen Ziel: weltweit Anlagen zu fördern, welche zu nachhaltigen Lösungen beitragen. Privatanlegern, die ethisch investieren wollen, empfiehlt sich ein Gespräch mit einem Bankberater – auch um Risiken zu vermeiden.