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Nachfolgeplanung
José Lopez ist Mitte 40, als er das Thema Nachfolge für sein Unternehmen angeht. Rund ein Jahr später erfolgt die Umsetzung. Wie kam er dazu, sein Lebenswerk 20 Jahre vor der Pension weiterzugeben? Und wie ist er dabei vorgegangen?

Schon als Kind war José Lopez von der IT-Welt fasziniert und schaffte mit seiner Leidenschaft die sprichwörtliche Karriere vom Tellerwäscher zum Millionär. Obwohl seine Eltern, die aus Spanien und Italien in die Schweiz eingewandert waren, ihm kein Informatikstudium finanzieren konnten, gründete Lopez 1996 mit nur 18 Jahren seine erste Firma. Heute gehört sein Unternehmen zu den führenden Anbietern im Bereich Softwareentwicklung und Systemintegration in der Schweiz. Mit Biss und einem guten Gespür für den Markt arbeitete er die ersten Jahre fast pausenlos. 2005 konnte er erstmals ein richtiges Büro beziehen, und mit dem ersten Grossauftrag kamen auch zwei Mitarbeitende hinzu. Seine Geschäftsidee verfolgte er eisern: «Es ist mein Anspruch, die Kundinnen und Kunden von A bis Z zu begleiten», sagt José Lopez.
Sein Angebot beinhaltete schon damals nicht nur die Programmierung und Softwareentwicklung, sondern auch umfassende Betriebsdienstleistungen – Systemwartung, Support und Fehlerbehebung, Updates und Back-up-Dienstleistungen – ein Konzept, das bis heute nur wenige Firmen anbieten.
2008 wandelte José Lopez JMC Software in eine Aktiengesellschaft um. Die Geschäfte liefen gut und die Anzahl der Mitarbeitenden stieg kontinuierlich an. Das Unternehmenswachstum erforderte aber auch eine verantwortungsvolle Nachfolgeplanung.
2022 beschäftigte die Firma 50 Leute. «Ich habe sehr viele langjährige Mitarbeitende. Der Erfolg der Firma ist weitgehend diesem herausragenden Team zu verdanken», lobt José Lopez. Die erreichte Firmengrösse war aber auch ein Wendepunkt, den Lopez folgendermassen beschreibt: «Ab 40, 50 Mitarbeitenden ist die Schwelle, alles allein managen zu können, überschritten», ist er überzeugt.
In dieser Phase steht ein Unternehmen oft vor der Entscheidung, ob es weiter expandieren soll, was mehr Ressourcen und zusätzliches Kapital erfordert. Lopez, der sich nie hatte vorstellen können, sich vorzeitig von seinem Lebenswerk zu trennen, sah sich plötzlich mit der Notwendigkeit konfrontiert, über die Nachfolgeplanung nachzudenken. Er wandte sich an seinen Kundenberater bei UBS. «Ich habe schon beim Kauf meines Eigenheims mit UBS zusammengearbeitet, dadurch ist ein Vertrauensverhältnis entstanden», sagt er.
Sein Kundenberater nannte ihm drei Optionen für die Unternehmensnachfolge: weiteres Wachstum mit Fremdkapital, die Gründung eines Family Office oder die Integration in eine Firmengruppe. Nach dem Abwägen aller Vor- und Nachteile stand fest, dass ein Verkauf der beste Weg war. So begann UBS, nach passenden Interessenten zu suchen.

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José Lopez stellte klare Verkaufsbedingungen und Anforderungen an den Käufer: Geschäftsleitung und Verwaltungsrat sollten in der Schweiz bleiben, er wollte Mitspracherecht bei den Schweizer Aktivitäten und seine Familie sollte finanziell abgesichert sein.
Nach einem mehrmonatigen Auswahlprozess war klar: JMC wird Teil von Convotis, einem global tätigen IT-Dienstleister. Warum Convotis? José Lopez erklärt: «Convotis ist wie der grosse Bruder; mit sehr ähnlichen IT-Services und unternehmerischen Mindsets, einfach grösser und weiter, als wir damals waren.»
Mit der Integration wurde JMC zum Kern von Convotis Schweiz, formiert aus dem ehemaligen JMC-Team. Nach dem Unternehmensverkauf wurde José Lopez CEO von Convotis Schweiz und übernahm zusätzlich eine weitere Rolle: Group Chief Digital Officer. «Alles, was mir versprochen wurde, hat sich bewahrheitet», freut er sich.Eine seiner ersten Amtshandlungen im neuen Setting war die Mithilfe beim Aufbau einer Convotis-Niederlassung in Spanien. Die grösste mit dem Verkauf einhergehende Veränderung sieht Lopez vor allem als Gewinn: «Ich habe fast 30 Jahre lang alles allein entschieden. Plötzlich musste ich mich abstimmen und den Dialog suchen. Eine Umgewöhnung.» Er ergänzt: «Dafür kann ich mich austauschen und wichtige Entscheidungen spiegeln. Das empfinde ich als sehr bereichernd.»
Die enge Zusammenarbeit mit UBS sowie die fundierte Expertise des UBS-Teams haben es mir ermöglicht, eine Nachfolgelösung zu finden, die meinen Vorstellungen entspricht. Mein Lebenswerk wie auch meine Familie sind nun langfristig abgesichert.
José Lopez

Hand aufs Herz – hätte es der zweifache Vater nicht gern gesehen, wenn eines seiner Kinder die Firma später übernommen hätte? «Natürlich wäre das eine schöne Option gewesen», sagt Lopez offen. Umso mehr, weil die Familie eine sehr grosse Rolle in seinem Leben spielt und auch seine beruflichen Pläne stets mitgetragen hat. «Ich bin meiner Frau überaus dankbar, wie sehr sie sich um die Familie gekümmert hat, als ich so stark eingespannt war», sagt José Lopez.
Zum Zeitpunkt, als der Entscheid anstand und sich der nächste Schritt abzeichnete, waren die Kinder aber noch zu jung. Heute ist seine Tochter 19 Jahre alt und studiert Betriebswirtschaft, der 17-jährige Sohn folgt dem beruflichen Vorbild seines Vaters und wird Informatik studieren. «Ich bin nach wie vor Aktionär und Verwaltungsrat, die Kinder können jederzeit einsteigen. Wenn mein Sohn bei Convotis Erfahrungen sammeln möchte, wäre es mir eine Freude.» Er fügt hinzu: «Und wenn er einen anderen Weg wählt, finde ich das ebenfalls gut. Ich vertraue darauf, dass die beiden die für sie richtige Entscheidung treffen.»

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Nach 30 Arbeitsjahren, wenn viele Entrepreneurinnen und Entrepreneure dem verdienten Ruhestand entgegensehen, ist José Lopez noch immer im Unternehmen aktiv. «Ich war während meines gesamten Berufslebens der Jüngste – bei meinem ersten Job und als selbstständiger Unternehmer», so José Lopez rückblickend. «Das hat damit zu tun, dass ich so früh mit dem Unternehmertum begonnen habe.»
Kann er sich überhaupt vorstellen, irgendwann aufzuhören? «In den nächsten Jahren werde ich die Wachstumsstrategie von Convotis weiter unterstützen, um den Konzern als den führenden IT-Full-Service-Anbieter in Europa zu etablieren», sagt er. «Aber ja, irgendwann werde auch ich aufhören. Vielleicht kann ich dann meinen Kindern mit Tipps zur Seite stehen, sollten sie einmal ihre eigene Firma gründen wollen.»
Bis dahin kann noch vieles passieren, und José Lopez hat mehr als einmal bewiesen, dass er bereit ist, Chancen zu ergreifen. Was sicher ist: Stillstehen ist für ihn keine Option. Wahre Unternehmerinnen und Unternehmer hören nie wirklich auf – sie erfinden sich einfach immer wieder neu.
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