Gabriele Amado
Leiter Marktgebiet Tessin 2 UBS

Das Wichtigste in Kürze

Die vorausschauende Planung der Liquidität schützt KMU davor, trotz laufender Geschäfte in Zahlungsschwierigkeiten zu geraten:

  • Die Liquidität ist eine zentrale Steuerungsgrösse der Unternehmensführung.
  • Mit E-Banking und Softwaretools wird das Liquiditätsmanagement immer wieder aktualisiert.
  • Stellschrauben der Liquiditätssteuerung sind beispielsweise der Umgang mit Debitoren und Kreditoren sowie die Diagnose überschüssiger Liquidität.

Die Grundlagen der Liquiditätsplanung

Die kommenden Zahlungsströme voraussehen und die Liquidität planen – wie geht das? Unternehmen stehen vor der wichtigen Aufgabe, ihre finanziellen Zu- und Abflüsse so zu koordinieren, dass sie immer ausreichend Handlungsspielraum besitzen. Dafür benötigen sie eine sorgfältige und regelmässig aktualisierte Liquiditätsplanung.

Ein aktives Management der Liquidität sorgt dafür, dass drohende Engpässe frühzeitig erkannt werden. Neun von zehn Unternehmen scheitern an dieser Aufgabe und gehen mangels Cashflow in den Konkurs. Eine umfassende Liquiditätssteuerung samt Liquiditätscontrolling verringert nicht nur diese Gefahr, sondern trägt auch dazu bei, die finanziellen Mittel der Firma optimal einzusetzen.

Basis für die Liquiditätsplanung sind die Ziele und die Vision des Unternehmens. Beide dienen als Kompass: Sie unterstützen Unternehmerinnen und Unternehmer, wenn es darum geht, je nach Situation die richtige Entscheidung zu treffen, kurzfristige Liquiditätslücken zu erkennen oder Investitionen zu planen. Die folgenden fünf Tipps helfen Ihnen dabei, die Kontrolle zu behalten.

1. Halten Sie Ihre Liquiditätsplanung akkurat und aktuell

Eine akkurate und aktuelle Planung der Liquidität gehört zu den Notwendigkeiten im geschäftlichen Alltag. Sie ist ein zentrales Instrument, mit dem Unternehmen ihre Zahlungsfähigkeit sichern. 

Für die Steuerung der Liquidität müssen sowohl Ein- und Auszahlungen aus dem laufenden Betrieb als auch die benötigten Mittel für Investitionen oder Kapitalrückzahlungen berücksichtigt werden. Um die Planung korrekt und übersichtlich zu halten, kommen je nach Grösse und Komplexität des Betriebs einfachere Excel-Kalkulationen oder spezialisierte Software-Lösungen infrage. Ein geeignetes Excel-Tool ist die Liquiditätsvorlage von UBS. Ob Sie diese Vorlage nutzen oder für Ihre Vorausschau (Forecast) mit anderen Tools und Liquiditätstechniken arbeiten: Wenden Sie sich nach Möglichkeit auch an externe Expertinnen und Experten, um ein differenziertes Feedback auf Ihre Planung zu erhalten.

2. Nutzen Sie E-Banking für den Überblick und Ausblick

Ein wichtiges Tool bei der Liquiditätsplanung und vor allem bei der Überwachung der Liquidität ist E-Banking. Damit erhalten KMU einen aktuellen Überblick über die Kontobewegungen in der Vergangenheit sowie über den gegenwärtigen Stand aller Konten. Darüber hinaus bilden viele E-Banking-Lösungen in einer Saldovorschau zukünftig erwartete Transaktionen ab und informieren über Kreditlimiten mit dem noch verfügbaren Betrag. Damit erhalten Sie laufend neue Daten, die in Ihre Liquiditätsübersicht einfliessen.

UBS hat zudem mit bexio eine erste externe Business-Software mit E-Banking verknüpft, die Selbstständige, Kleinunternehmen und Start-ups einfach nutzen können. Das Programm bildet im «Liquidity Cockpit» dank automatischem Datenabgleich zusätzlich aktuelle Daten aus der Buchhaltung ab. Ausserdem gehen wir bei UBS noch einen Schritt weiter: Wenn Sie mehrere Bankbeziehungen haben, ermöglicht Ihnen die Multibanking-Lösung, neben UBS-Konten auch Ihre Konten bei Drittbanken im Blick zu behalten.

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3. Optimieren Sie Ihr Debitorenmanagement

Zum Liquiditätsmanagement gehört es, das Inkasso und die Forderungen an Debitoren zu optimieren. Debitoren sind Kundinnen und Kunden, die gegenüber Ihrem Unternehmen zu Zahlungen verpflichtet sind. Es gibt drei Hebel, bei denen Unternehmen ansetzen können, um das Liquiditätsrisiko zu senken:

  • Schnelle Fakturierung: Stellen Sie erbrachte Leistungen möglichst rasch in Rechnung. Ausstehende Eingänge sollten eng verfolgt werden.
  • E-Rechnung und Lastschriftverfahren: Für Unternehmen mit einem breiten Kundenstamm in der Schweiz und einer grossen Anzahl versendeter Rechnungen verringern diese digitalen Lösungen sowohl den administrativen als auch den operativen Aufwand. Sie verbessern die Liquiditätsplanung durch pünktliche Zahlungseingänge.
  • Bonitätsprüfung und Vereinbarungen zu An- oder Vorauszahlungen: Diese Optionen sind für KMU relevant, die wenige grosse Kunden haben und somit stark von der jeweiligen Zahlungsmoral abhängen. In solchen Fällen sorgt eine Bonitätsprüfung für mehr Zahlungssicherheit.

4. Steuern Sie Ihr Kreditorenmanagement

Im Vergleich zum Debitorenmanagement ist das Kreditorenmanagement im Rahmen der Liquiditätsplanung einfacher zu handhaben. Jedes Unternehmen kann nämlich stärker selbst entscheiden, wann es Zahlungen tätigt, als darüber, wann es welche empfängt. Sie haben diese drei Möglichkeiten, um Ihre Liquidität mithilfe Ihrer Kreditorenbeziehungen zu steuern:

  • Rechnungen im richtigen Moment bezahlen: Begleichen Sie Ihre Rechnungen weder zu früh noch zu spät. Einerseits sollten Sie mögliche Sollzinsen oder unnötig hohe Kreditkommissionen vermeiden, andererseits die Glaubwürdigkeit bei Lieferanten, Kreditgebern und Bonitätsprüfern bewahren. Dies zahlt auch auf die Reputation ein und stärkt die Beziehung zu strategischen Lieferanten.
  • Vereinbarungen treffen: Bei grösseren Auszahlungen empfiehlt es sich, diese nach Möglichkeit auf erwartete Einzahlungen abzustimmen respektive mit dem Lieferunternehmen Zahlungsfristen oder -aufschübe auszuhandeln.
  • Leasingmöglichkeiten nutzen: Werden finanzielle Mittel für anstehende Investitionen benötigt, ist neben einer klassischen Kreditfinanzierung auch eine Leasinglösung als liquiditätsschonende Alternative in Erwägung zu ziehen. So verkaufen KMU beispielsweise im Leasingmodell «Sale-and-Lease-back» Anlagen an eine Leasinggesellschaft, um diese anschliessend über einen festgelegten Zinssatz zurückzuleasen. Der nur langsam abfliessende Leasingzins verschafft dem Unternehmen kurzfristig mehr Liquidität.

5. Identifizieren Sie überschüssige Liquidität

Zu geringe Liquidität ist eine Gefahr für jedes KMU. Aber auch überschüssige Liquidität sehen viele Unternehmerinnen und Unternehmer als Problem an, etwa wenn das Zinsumfeld ungünstig ist und durch Negativzinsen liquide Mittel abfliessen. Dennoch birgt überschüssige Liquidität zugleich die Chance, Ersatz- oder Infrastrukturinvestitionen für das Unternehmen zu tätigen, Dividenden auszuschütten oder – sofern Privatvermögen der Unternehmerin oder des Unternehmers in der Firma steckt – die Verwaltung des persönlichen Vermögens angemessen zu planen.

Wie viele flüssige Mittel sollten für den unternehmerischen Spielraum und zur Sicherheit in der Firma bleiben und wie viele sollten abgeschöpft werden? Die Antwort basiert grösstenteils auf der Liquiditätsplanung: Es bleibt so viel im Unternehmen, wie das Unternehmen operativ und strategisch braucht. Während die operative Liquidität regelmässige Ausgaben abdeckt, dient die strategische Liquidität mittelfristigen strategischen Zwecken, zum Beispiel der Finanzierung einer Marktexpansion oder von Ersatzinvestitionen. Alles, was darüber hinausgeht, ist überschüssige Liquidität. Diese Gelder werden weder im Tagesgeschäft gebraucht, noch sind sie strategisch verplant. Sie sollten ausgeschüttet oder investiert werden, auch um Haftungs- und Steuerbelastungen für das Unternehmen zu senken. Je nach Sicherheitsbedürfnis sind Liquiditätsreserven möglich.

Ihre Ziele im Fokus

Gemeinsam setzen wir Ihre Ziele in konkrete Erfolge um. Mit unserem Netzwerk und unserem Fachwissen eröffnen wir neue Impulse für Ihr Wachstum.

Lassen Sie uns Ihre Ideen in die Tat umsetzen.

Häufig gestellte Fragen

Die Liquidität sichern viele KMU anhand von Kennzahlen. Sie unterscheiden dabei verschiedene Arten von Liquidität.

Fazit: KMU sollten auf eine gute Liquiditätsplanung setzen

Es lohnt sich, wenn Sie die Liquidität für Ihr KMU richtig planen:

  • Vorausschauende Liquiditätsplanung senkt die Gefahr der Zahlungsunfähigkeit.
  • Mithilfe von E-Banking und Tools wie bexio behalten Sie aufwandsarm den finanziellen Überblick.
  • Lassen Sie sich beim Cashflowmanagement von Expertinnen und Experten unterstützen.

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