Das Wichtigste in Kürze:

Verschiedene Faktoren spielen bei der Entwicklung eines neuen Geschäftsmodells eine zentrale Rolle.

  • Für den Erfolg eines neuen Unternehmens reicht es nicht aus, eine gute Idee zu haben.
  • Es braucht ein tragfähiges Geschäftsmodell inklusive Zielgruppenanalyse.
  • Der Vertriebskanal, das Umsatzmodell und die vorhandenen Ressourcen müssen dabei bedacht werden.
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Warum eine gute Idee allein noch nicht zum Erfolg führt

Sie haben eine innovative Idee für ein Produkt oder eine Dienstleistung? Das ist ein guter Anfang, aber reicht allein noch nicht aus. Denn nun muss aus der Idee ein tragfähiges Geschäftsmodell entwickelt werden. Denn für den Erfolg ist es entscheidend, wie Sie mit Ihrer Idee Werte schaffen, Einnahmen generieren und nachhaltig wachsen können. Erst wenn klar ist, welches konkrete Kundenproblem Sie lösen, über welche Kanäle iIhr Angebot zur Kundschaft gelangt, wie Ihre Leistungen effizient erbracht werden können und wie Sie letztlich nachhaltig Geld verdienen, entsteht ein tragfähiges Geschäftsmodell.

Das Geschäftsmodell – Definition und Abgrenzung

Zunächst ist es wichtig, klarzustellen, was man unter einem «Geschäftsmodell» versteht und worin es sich von verwandten Begriffen wie «Geschäftsidee», «Businessplan» oder «Business Case» unterscheidet.

  • Definition Geschäftsmodell: Ein Geschäftsmodell beschreibt das grundlegende Prinzip, nach dem ein Unternehmen Werte schafft, vermittelt und erfasst. Per definition heisst dies: «Ein Geschäftsmodell beschreibt das Grundprinzip, wie ein Unternehmen in wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen oder anderen Kontexten Mehrwerte generiert.»
  • Definition Geschäftsidee: Die Geschäftsidee ist lediglich der Ausgangspunkt für ein Produkt, eine Dienstleistung oder einen technologischen Ansatz. Sie beruht auf dem Kernimpuls: «Wir könnten Problem X lösen, indem wir …»
  • Definition Businessplan: Der Businessplan ist ein ausführliches Dokument, das die Umsetzung der Geschäftsidee beschreibt, inklusive Marktanalyse, Marketing- und Vertriebsplanung, Finanz- und Liquiditätsplanung, Risikoanalyse usw. Er baut auf dem Geschäftsmodell auf und legt die Umsetzungs- und Finanzierungsziele dar.
  • Definition Business-Case: Unter einem Business-Case versteht man die Wirtschaftlichkeitsrechnung einer konkreten Investition oder eines Projekts auf der Kosten-Nutzen-Basis über den gesamten Lebenszyklus. 

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Kernaspekte eines Geschäftsmodells

Damit ein Geschäftsmodell nicht nur auf dem Papier existiert, sondern real funktioniert und Werte schafft, sollte es eine Reihe von Aspekten berücksichtigen. Im Kern geht es um ein stimmiges, nachweisbares Zusammenspiel von Kundennutzen, Markt, finanziellen Erlösen und Umsetzungsstrategie.

Value Proposition – das Herz jedes Geschäftsmodells

Die  Value Proposition ist das zentrale Versprechen eines Unternehmens an seine Kundinnen und Kunden: Sie beschreibt, welchen konkreten Nutzen ein Produkt oder eine Dienstleistung bietet – und warum genau dieses Angebot die beste Wahl ist. Eine überzeugende Value Proposition ist weit mehr als ein Werbeslogan: Sie basiert auf der Adressierung von echten Kundenbedürfnissen, klarer Differenzierung gegenüber Konkurrenzangeboten und der Generierung eines nachvollziehbaren Mehrwerts für die Zielkundschaft.

Damit sie wirkt, sollte sie vier Schlüsselkriterien erfüllen:

  • Einzigartigkeit: Das Angebot hebt sich deutlich von der Konkurrenz ab – sei es durch Innovation, Qualität, Service oder Kundenerlebnis.
  • Relevanz: Es adressiert ein spezifisches Problem oder Bedürfnis der Zielgruppe und bietet eine Lösung, die spürbar Mehrwert schafft.
  • Klarheit: Der Nutzen ist auf den ersten Blick verständlich – ohne Fachjargon oder Erklärungsbedarf.
  • Verfügbarkeit: Kundinnen und Kunden wissen sofort, wie sie das Produkt oder den Service erwerben oder nutzen können.

Zielgruppenanalyse – der erste Schritt zum Markterfolg

Die Identifizierung der Zielkundschaft gehört zu den zentralen Schritten bei der Entwicklung eines Geschäftsmodells. Nur wer seine potenziellen Kundinnen und Kunden gut genug kennt, kann Produkt, Dienstleistung, Marketing und Vertrieb gezielt auf deren Bedürfnisse, Verhaltensweisen und Präferenzen ausrichten.

Die Zielkundschaft lässt sich typischerweise anhand verschiedener Kriterien definieren:

  • Demografische Merkmale: Alter, Geschlecht, Bildungsniveau, Einkommen, Beruf usw.
  • Geografische Merkmale: Region, Stadt oder Land usw.
  • Psychografische Merkmale: Interessen, Werte, Lebensstil, Einstellungen und Hobbys
  • Verhaltensmerkmale: Kaufgewohnheiten, Nutzungsintensität, Markenloyalität, Preisempfindlichkeit oder Medienverhalten

Unternehmen sprechen dabei keine Einzelpersonen, sondern Gruppen mit ähnlichen Präferenzen an. Das hat gleich mehrere Vorteile: Marketingkampagnen können präziser gesteuert, Absatzchancen gesteigert und Streuverluste gesenkt werden. Das spart Zeit und Kosten und sorgt dafür, dass Kundinnen und Kunden dort erreicht werden, wo sie tatsächlich ansprechbar sind.

Vertriebskanäle – so kommt das Produkt zu den Kundinnen und Kunden 

Die Wahl der richtigen Vertriebskanäle ist entscheidend für ein erfolgreiches Geschäftsmodell. Sie bestimmen, wie ein Unternehmen mit seiner (potenziellen) Kundschaft in Kontakt tritt, Produkte oder Dienstleistungen anbietet – und wie die Kundenbeziehungen über Zeit gepflegt werden können.

Vertriebskanäle erfüllen dabei mehrere Funktionen: Sie dienen nicht nur dem Verkauf und der Vermarktung, sondern auch der Kundenbetreuung und -bindung. Je nach Geschäftsmodell kommen physische und/oder digitale Kanäle infrage:

  • Physische Kanäle
    Dazu gehören klassische Verkaufsstellen wie Einzelhandelsgeschäfte, Pop-up-Stores, Showrooms, Messen oder Veranstaltungen.
  • Digitale Kanäle
    Digitale Kanäle umfassen Unternehmenswebsites, Social-Media-Plattformen, Online-Marktplätze, Apps oder E-Mail-Marketing. Entscheidend ist, diese Kanäle sinnvoll zu kombinieren und auf die identifizierten Zielgruppen abzustimmen. So entsteht ein konsistentes Kundenerlebnis, welches Vertrauen und wiederkehrende Umsätze fördert. Eine gezielte Kanalstrategie trägt somit wesentlich dazu bei, Verkaufsziele so effizient wie möglich zu erreichen und die Kundenbindung langfristig zu stärken.
  • Das Umsatzmodell – wie Unternehmen Geld verdienen
    Das Umsatzmodell beschreibt die Art und Weise, wie ein Unternehmen Einnahmen generiert. Es beantwortet die zentrale Frage: Wofür, wie viel und wie oft zahlen Kundinnen und Kunden für das angebotene Produkt oder die angebotene Dienstleistung? Das Umsatzmodell hängt eng mit den Charakteristiken des angebotenen Produkts oder der angebotenen Dienstleistung, der Zielkundschaft, der gewählten Vertriebskanäle und der übergeordneten Unternehmensstrategie zusammen.

Typische Formen sind:

In der Praxis kombinieren viele Unternehmen verschiedene Umsatzmodelle, um ihre Etragsbasis zu diversifizieren. Entscheidend ist, dass das gewählte Umsatzmodell zur Wertschöpfungslogik des Geschäfts passt und die Zahlungsbereitschaft der Kundschaft reflektiert.

Schlüsselressourcen – ohne sie bleibt jede Idee Theorie

Die Umsetzung eines Geschäftsmodells kann nur mit dem Einsatz der richtigen Ressourcen funktionieren. Ressourcen sind alle materiellen und immateriellen Mittel, die ein Unternehmen benötigt, um seine Angebote zu erstellen. Dazu gehören Maschinen oder Rohstoffe, aber auch Patente, Mitarbeiter und finanzielle Mittel. Sie bilden das Fundament mit dem ein Unternehmen Produkte oder Dienstleistungen erstellt, vermarktet und vertreibt. 

Kostenstruktur – der Schlüssel zu nachhaltiger Profitabilität

Die Kosten eines Unternehmens umfassen alle Ausgaben, die für Betrieb und Wachstum erforderlich sind. Eine saubere und vollständige Kostenanalyse ist entscheidend für Preisgestaltung, Profitabilität und strategische Planungsmöglichkeiten.

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Skalierung eines Geschäftsmodells

Ein Geschäftsmodell, das zwar funktioniert, aber nicht skalierbar ist, kann nur begrenzt wachsen und  damit sein Potenzial nicht entfalten

Folgende Faktoren beinflussen die Skalierbarkeit eines Geschäftsmodells::

  • Kostenstruktur: Die Fixkosten sollten so gering wie möglich  sein, damit steigende Umsätze auch steigende Margen nach sich ziehen.
  • Technologie und Automatisierung: Prozesse sollten durch den Einsatz von verfügbaren Technologien so weit wie möglich automatisiert sein.
  • Reproduzierbarkeit: Ein durchdachtes Geschäftsmodell kann auch für neue Märkten und neue Zielgruppen erfolgreich repliziert werden.
  • Nachhaltigkeit: Skalierung darf nicht zulasten der Qualität, der Kostenstruktur oder des benötigten Resourceneinsatzes gehen.
  • Innovationsfähigkeit: Ein Geschäftsmodell muss kontinuierlich angepasst und erneuert werden, damit es wettbewerbsfähig bleibt und einen nachhaltigen Kundennutzen generiert.

Methoden zur Entwicklung von Geschäftsmodellen

Die Entwicklung eines Geschäftsmodells ist kein einmaliger Akt, sondern ein iterativer Prozess. Strukturierte Ansätze helfen dabei, Hypothesen schnell zu testen, Risiken zu reduzieren und Entscheidungen zuverlässiger zu treffen. Für ein systematisches Vorgehen haben sich insbesondere die folgenden drei Methoden etabliert.

Business Model Canvas – das Modell sichtbar machen

Das Business Model Canvas ist ein strategisches Management-Tool zur visuellen Darstellung und Analyse eines Geschäftsmodells. Es umfasst neun zentrale Bausteine: Kundensegmente, Wertangebot, Kanäle, Kundenbeziehungen, Einnahmequellen, Schlüsselressourcen, Schlüsselaktivitäten, Schlüsselpartner und Kostenstruktur.

In der Praxis wird das Modell häufig als grosses Plakat oder digitales Board verwendet. Teams füllen dabei die einzelnen Felder mit ihren Hypothesen und Ideen, um danach verschiedene Szenarien und Kombinationen durchzuspielen, zu hinterfragen und anzupassen. Canvas wird explizit als Werkzeug im Innovationsmanagement empfohlen, da es einen strukturierten, aber flexiblen Rahmen für kreative Geschäftsmodellentwicklung bietet.

Diese Methode eignet sich besonders für Start-ups und KMU, die ihr Modell visualisieren, überprüfen oder neu ausrichten möchten, zum Beispiel um in neue Märkte zu expandieren oder bestehende Angebote anzupassen.

SWOT-Analyse – Stärken erkennen, Risiken managen

Die SWOT-Analyse identifiziert systematisch Stärken (Strengths), Schwächen (Weaknesses), Chancen (Opportunities) und Risiken (Threats) eines Unternehmens oder eines Projekts. Sie ist ein strategisches Instrument, mit dem sich systematisch Fragen wie «Was können wir besonders gut?», «Wo haben wir Defizite?», «Welche Trends oder Märkte eröffnen sich?», «Welche Gefahren bestehen?» beantworten lassen. 

Die Methode kombiniert eine interne Analyse von Ressourcen, Kompetenzen und Prozessen mit einer externen Betrachtung von Wettbewerb, Markt und Umfeld. Werden die Ergebnisse einander gegenübergestellt, können daraus konkrete strategische Optionen und Handlungsempfehlungen abgeleitet werden.

Die SWOT-Analyse ist für alle Unternehmen sinnvoll, die zuerst ihre Ausgangslage verstehen wollen, bevor es an die Strategieentwicklung geht.

Lean Start-up – schnell lernen, gezielt anpassen

Die Lean-Start-up-Methode konzentriert sich darauf, mit möglichst wenig Ressourcen schnell ein marktvalidiertes Produkt oder Geschäftsmodell zu entwickeln. Sie basiert auf dem Grundsatz Build > Measure > Learn, einem iterativen Konzept, das auf schnelles Lernen und kontinuierliche Anpassung setzt statt auf langwierige Planung.

Im Zentrum steht das sogenannte Minimum Viable Product (MVP). Damit ist ein Prototyp gemeint, mit dem reale Kundenfeedbacks gesammelt werden. Auf Basis dieser Erkenntnisse wird das Produkt oder die Dienstleistung angepasst (der sogenannte «Pivot») oder weiterentwickelt. Ziel ist es, in kurzen Zyklen herauszufinden, ob ein Geschäftsmodell marktfähig ist. 

Diese agile Vorgehensweise eignet sich besonders für technologieorientierte Start-ups und innovative Jungunternehmen.

Allgemeine Tipps für die Geschäftsmodellentwicklung

Unabhängig von Branche, Zielgruppe oder Produkt lassen sich einige allgemeine Tipps ableiten, die bei der Entwicklung eines erfolgreichen Geschäftsmodells helfen. 

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Fazit: das Geschäftsmodell tragfähig und umfassend bedacht

Am Anfang jedes Unternehmens steht eine Idee, die mit einem tragfähigen Business-Modell zum Erfolg führt.

  • Ein erfolgreiches Geschäftsmodell richtet sich an eine genau definierte und segmentierte Zielgruppe.
  • Vertriebskanal, Umsatz und Ressourcenplanung gehören zu den weiteren Erfolgsfaktoren.
  • Ein innovatives Geschäftsmodell berücksichtigt nachhaltig die geplante Entwicklung und Innovation des Unternehmens.

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