Die Firmenübernahme als Karriereschritt

Nicht immer liegt der Schlüssel zum beruflichen Erfolg in der Gründung eines eigenen Unternehmens. Auch die Übernahme einer bereits bestehenden Firma kann ein Weg sein, um beruflich unabhängig und erfolgreich zu werden. Die Firmenübernahme hat dabei einige Vorteile gegenüber einer Neugründung: So kann ein bestehendes Unternehmen auf einen Schatz aus erfahrenen Mitarbeitenden zurückgreifen, die das Produkt oder die Dienstleistung und die Prozesse bereits kennen. Etablierte Firmen haben sich ausserdem einen Kundenstamm und Ressourcen aufgebaut, auf die weiterhin zurückgegriffen werden kann. Es herrscht auch bereits eine Unternehmenskultur, die nicht erst aufgebaut werden muss.

Diese Kultur kann jedoch für Personen, die in so wichtiger Position in das Unternehmen kommen, auch eine Herausforderung sein. Denn es gilt, die alten Prozesse nicht komplett zu verändern und trotzdem die Änderungen voranzutreiben, die mit einer Übernahme mitschwingen. Damit die Übernahme eines Unternehmens letztlich als Erfolg gezählt werden kann, gibt es zahlreiche Faktoren, die erfüllt sein müssen.

1. Gemeinsame Ziele und eine geeinte Unternehmensvision

Interessieren sich potenzielle Käuferinnen und Käufer für ein Unternehmen, möchten sie sich meist zuallererst einen Überblick über die wichtigsten Zahlen und Fakten verschaffen. Doch besonders in den ersten Gesprächen sollten weiche Faktoren, wie ein gemeinsames Wertesystem oder dieselbe Vision, mehr Gewicht haben. Stimmen die Vorstellungen nicht mit denen des Unternehmens und der Belegschaft überein, kann es im späteren Verlauf der Übernahme und der Unternehmensführung immer wieder zu Konflikten kommen.

Über folgende Fragen sollten sich Interessenten und die aktuellen Verkäuferinnen und Verkäufer einig sein: 

  • Stimmen die Vorstellungen über Wertekriterien und die Kultur des Unternehmens überein?
  • Steht das Management-Team hinter der langfristigen Vision?
  • Bleibt die Verkäuferin oder der Verkäufer auch nach der Firmenübernahme involviert?
  • Gehen alle Beteiligten in dieselbe strategische Richtung?

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2. Due Diligence und Unternehmensbewertung

Nach den ersten Gesprächen legt die Verkäuferin oder der Verkäufer ein sogenanntes Informationsmemorandum vor. Dieses beleuchtet die Firma von der besten Seite, analysiert den Markt sowie die Konkurrenz und zeigt das künftige Potenzial des Unternehmens auf. Detaillierte Informationen also, die die Käuferin oder den Käufer von einem Unternehmenskauf überzeugen sollen. Auf Basis des Informationsmemorandums und der Preisvorstellung der Verkäuferin oder des Verkäufers sollten Interessenten früh und schnell entscheiden können, ob das Unternehmen für einen Kauf grundsätzlich überhaupt infrage kommt. 

Ist dies der Fall, wird die sogenannte Due Diligence (Unternehmensprüfung) durchgeführt. Sie ist die aufwendigste und langwierigste Phase des Kaufprozesses, bietet jedoch auch maximale Transparenz und minimiert das Kaufrisiko für die Käuferinnen und Käufer.

Innerhalb der Due Diligence werden alle wirtschaftlichen, steuerlichen, finanziellen und rechtlichen Aspekte einer Firma beleuchtet. Die Interessenten erhalten so die Gewissheit, dass sie über alle Gewinne und Strukturen – aber auch mögliche Schulden oder Grauzonen – informiert sind.

3. Finanzierungen und Rückbeteiligungen bei der Unternehmensübernahme

Sind beide Parteien mit dem Ergebnis der Due Diligence und der daraus resultierenden Unternehmensbewertung einverstanden, kann es zum Kauf des Unternehmens kommen. Dann gilt es für die Interessenten, den Kaufpreis für das Unternehmen aufzubringen. Meist wird dieser Kauf durch eine Mischung aus Eigen- und Fremdkapital finanziert.

Besonders geeignet für die Beschaffung des Fremdkapitals ist in der Regel ein Bankkredit, der zwischen 40 und 60 Prozent des Kaufpreises abdecken kann. Hier lohnt es sich, frühzeitig mit den Expertinnen und Experten der Bank in Kontakt zu treten, um umfassend beraten zu werden. Gemeinsam kann dann die Finanzierung strukturiert werden.

Ausserdem können geschulte Fachleute einen realistischen Ausblick auf alle Risiken, die eine Übernahme mit sich bringt, bieten. Auch über die reine Finanzierung hinaus können die M&A-Beraterinnen und -Berater von UBS die Firmenübernahme während der Verhandlung, der Bewertung sowie der Koordination unterstützen.

Nebst dem Firmenkredit ist auch eine Rückbeteiligung durch die Verkäuferin oder den Verkäufer möglich. Dabei bleiben diese weiterhin finanziell an der Firma beteiligt.

4. Aufgabenverteilung während der Übergangsphase

Nach der Vertragsunterzeichnung dauert eine Firmenübernahme in der Regel zwei bis drei Jahre. In dieser Zeit tauschen sich die alten Eigentümerinnen und Eigentümer intensiv mit den neuen Besitzerinnen und Besitzern aus. Um die Übernahme strukturiert zu gestalten, sollten alle Aufgaben und Prozesse schrittweise übergeben werden. Auch neue Strukturen sollten erst mit der Zeit aufgebaut und nicht ab dem ersten Tag umgesetzt werden.

Damit dies reibungslos gelingt, definieren alle Parteien in der Regel mit dem Start der Übernahme gemeinsam, wie und in welchem Zeitraum die Prozessübergabe stattfindet. In diesem Zuge wird auch besprochen, wie die ehemaligen Besitzerinnen und Besitzer mit der Zeit aus den Verantwortungen entbunden werden. Dies kann durch die schrittweise Abgabe aller operativen Aufgaben gelingen, die später beispielsweise durch ein komplettes Ausscheiden oder den Übergang in den Verwaltungsrat abgeschlossen werden kann.

Während dieser Phase kommt es besonders darauf an, die alten Strukturen mit den neuen Vorstellungen zu verschmelzen. Alle Beteiligten sind dabei gefragt und sollten immer im Blick behalten, was das Beste für die Belegschaft, die Kundschaft und das Fortbestehen des Unternehmens ist.

5. Kontinuität für Führungskräfte und Mitarbeitende trotz Firmenübernahme

Mit dem Wechsel der Geschäftsführung entsteht bei vielen Mitarbeitenden ein Gefühl von Unsicherheit und Angst. Umso wichtiger ist es, kontinuierlich zu kommunizieren und Schlüsselmitarbeitende möglichst früh über den Prozess zu informieren. Eine aktive und transparente Kommunikation hilft dabei, Unsicherheiten abzubauen und ein Teamgefühl zwischen den bestehenden Mitarbeitenden und der neuen Leitung aufzubauen.

Dabei gilt es jedoch, den Zeitpunkt der internen Bekanntmachung mit Bedacht zu wählen. So sollten Mitglieder in Führungspositionen möglichst früh einbezogen werden. Beim Rest der Belegschaft ist es sinnvoll, zu warten, bis eine Strategie für die Übergabe in den kommenden Monaten feststeht.

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Fazit: Eine Firmenübernahme braucht Zeit

Eine Firmenübernahme ist ein langfristiger Prozess, der idealerweise mehrere Jahre in Anspruch nimmt.

  • In dieser Phase wird die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens gründlich geprüft.
  • Eine realistische Bewertung des Unternehmens wird vorgenommen.
  • Nach dem Kauf arbeiten alle Parteien eng zusammen, um Teamunsicherheiten zu beseitigen und Prozesse reibungslos zu gestalten.

Gelingt dies, bietet die Übernahme eine spannende Alternative zur Neugründung mit Vorteilen für alle Beteiligten.

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