Phishing und Vishing: Würden Sie den Betrug erkennen?

Das Internet erleichtert unser Leben in vielerlei Hinsicht. Online-Shopping, Kommunikation und Surfen gehören für viele Menschen zum Alltag. Doch das Internet bietet auch Betrügern neue Möglichkeiten. Kriminelle Organisationen nutzen oft globale Netzwerke, um ihre Opfer digital zu erreichen. Dabei agieren sie immer professioneller, entwickeln ständig neue Methoden und scheuen keinen Aufwand – das gilt auch für Phishing.

Phishing bezeichnet den Versuch, persönliche Daten wie Passwörter, Kreditkartendaten oder Zugangscodes über gefälschte Webseiten, E-Mails oder Kurznachrichten zu stehlen – mit dem Ziel, Ihr Konto zu plündern oder Ihnen anderweitig zu schaden.

Vishing (Voice Phishing) ist eine Variante des Phishings, die per Telefon erfolgt. Auch hier versuchen Betrüger, persönliche Daten unrechtmässig zu erlangen. Diese Methode ist besonders effektiv und daher bei Kriminellen beliebt. Vishing-Angriffe sind oft schwer zu erkennen, da Anrufer die angezeigte Telefonnummer manipulieren können («Spoofing»). Dies macht es schwierig, die Identität des Anrufers zu überprüfen, insbesondere wenn eine bekannte oder vertrauenswürdige Nummer angezeigt wird. 

Phishing und Vishing sind Formen des sogenannten Social Engineering. Dabei handelt es sich um gezielte Angriffe, die darauf abzielen, Opfer zur Preisgabe persönlicher Daten zu verleiten. Der Begriff «Phishing» stammt vom englischen Wort «fishing» (Angeln), wobei das «ph» für «password harvesting» (Passwörter ernten) steht.

Betrugsprävention und Sicherheit bei UBS

Täuschungsversuche und Betrug gibt es leider auch in der Schweiz. Bleiben Sie wachsam – diese Tipps helfen Ihnen, sich und Ihr Geld zu schützen.

Erkennen Sie die typischen Merkmale von Phishing?

 «Wir bedauern, Ihnen mitteilen zu müssen, dass Ihr Paket nicht zugestellt werden konnte, da die Versandkosten nicht bezahlt wurden.» Kommt Ihnen dieser Satz bekannt vor? Solche E-Mails oder SMS, die Sie auffordern, auf einen Link zu klicken, haben Sie wahrscheinlich schon einmal erhalten, wenn Sie regelmässig im Internet unterwegs sind.

Betrügerinnen und Betrüger geben sich oft als vertrauenswürdige Absender aus – etwa als Bank, Lieferdienst (Post, DHL) oder Streaming-Dienst (Netflix, Spotify). Solche Phishing-Nachrichten lassen sich kaum vollständig verhindern, weil E-Mail-Adressen und Telefonnummern auf legalem und illegalem Weg weitergegeben oder verkauft werden.

Auf den gefälschten Webseiten werden Opfer dazu aufgefordert, sensible Daten wie Kreditkartendaten, SMS-Codes, Digital-Banking-Vertragsnummern, Access-Card-Codes oder Passwörter einzugeben. Kriminelle verwenden diese Informationen, um beispielsweise Kreditkartenzahlungen durchzuführen oder sich in Ihr E-Banking-Konto einzuloggen.

Dennoch sind Sie solchen Angriffen nicht schutzlos ausgeliefert. Trotz der unterschiedlichen Vorgehensweisen von Phishing-Angriffen gibt es typische Merkmale, an denen Sie sie erkennen können:

  1. Sie kennen den Absender nicht, und die E-Mail-Adresse weicht von der offiziellen Adresse des Unternehmens ab.
  2. Sie werden nicht persönlich angesprochen («Sehr geehrter Kunde, sehr geehrte Kundin»).
  3. Die Nachricht fordert Sie zu einer dringenden Handlung auf («Loggen Sie ein», «Bestätigen Sie …») oder sie enthält Drohungen («Andernfalls wird Ihr Konto gesperrt»).
  4. Der Inhalt ist in schlechtem oder fehlerhaftem Deutsch verfasst.
  5. Umlaute (ä, ö, ü) fehlen oder werden durch ae, oe, ue ersetzt.
  6. Sie werden aufgefordert, persönliche Daten preiszugeben.
  7. Die URL enthält verdächtige Zeichen oder Zusätze, wie z. B. u-bs.com oder ubs-kunden.com. Offizielle UBS-Websites enthalten immer «.ubs.com/» in der Adresszeile.
  8. Auf der verlinkten Website fehlt das SSL-Sicherheitszertifikat (Secure Sockets Layer).

Wissenswert: So schützt UBS Ihre Daten im Digital Banking

UBS bietet beim Digital Banking umfassende Sicherheitsmassnahmen: Dazu gehören sichere und eindeutige Identifizierungsverfahren, erweiterte Sicherheitseinstellungen mit Echtzeit-Benachrichtigungen sowie der Einsatz von künstlicher Intelligenz zur Betrugsprävention. Darüber hinaus unterstützt UBS Kundinnen und Kunden dabei, verantwortungsvoll und sicher mit ihren sensiblen Daten umzugehen.

Wie können Sie sich effektiv vor Phishing schützen?

Ein vollständiger Schutz vor Phishing ist nicht möglich. Wenn Sie jedoch einige wichtige Präventionsregeln beachten, können Sie Phishing-Versuche leichter erkennen und Betrügern keine Angriffsfläche bieten:

  • Wenn Sie sich unsicher fühlen, holen Sie sich Unterstützung – die Expertinnen und Experten von UBS stehen Ihnen gerne zur Verfügung.
  • Schützen Sie Ihre Computer und mobilen Geräte mit bewährten Antivirenprogrammen und halten Sie Ihre Betriebssysteme sowie Ihre Software stets auf dem neuesten Stand.
  • Seien Sie misstrauisch gegenüber Nachrichten von unbekannten Absendern. Beachten Sie, dass Betrüger oft Adressen vertrauenswürdiger Unternehmen fälschen. Achten Sie auf kleine Buchstabendreher, da die Absender versuchen, den Originaladressen möglichst ähnlich zu sein. Selbst wenn Sie über eine Phishing-Nachricht zu einem Formular gelangen, können Sie den Betrug noch rechtzeitig erkennen.
  • Seien Sie besonders vorsichtig, wenn eine Nachricht Sie zu einer Handlung auffordert und mit Konsequenzen droht (z. B. Geldverlust, Konto- oder Kartensperrung). Geben Sie Ihre Kreditkartendaten nur auf vertrauenswürdigen Webseiten ein. Klicken Sie nicht auf Links in verdächtigen E-Mails, sondern rufen Sie die offizielle Website direkt in Ihrem Browser auf, um die Echtheit der Nachricht zu überprüfen.
  • Überprüfen Sie Zahlungsaufforderungen, die Sie per E-Mail erhalten, immer sorgfältig. Seriöse Unternehmen versenden Zahlungsaufforderungen in der Regel nicht über Links. Klicken Sie bei Verdacht auf Betrug niemals auf Links und öffnen Sie keine Anhänge. Neben der Gefahr durch Phishing können solche Anhänge auch Viren oder Schadsoftware enthalten. Am besten löschen Sie verdächtige Nachrichten sofort.
  • Überprüfen Sie Ihre Bankauszüge und Kreditkartenabrechnungen regelmässig und sorgfältig. Lesen Sie Zahlungsbestätigungen oder Zahlungsaufforderungen genau, um sicherzustellen, dass sie berechtigt sind.
  • Seien Sie grundsätzlich misstrauisch, wenn Sie unerwartet Nachrichten erhalten, die Sie auffordern, sensible Daten preiszugeben oder auf Links zu klicken. Kontaktieren Sie im Zweifelsfall das Unternehmen direkt über einen offiziellen Kanal.

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Wie behalten Sie die Kontrolle über Ihre Transaktionen?

Eine von Ihnen autorisierte Transaktion kann selbst bei Betrug nicht zurückerstattet werden. Deshalb ist es umso wichtiger, dass Sie beim Surfen im Internet stets wachsam bleiben.

Als zusätzliche Sicherheitsmassnahme können Sie, z. B. im UBS Digital Banking, Ihre individuellen Einstellungen so anpassen, dass Sie für jede Transaktion Push-Nachrichten erhalten. So bleiben Sie stets informiert, können im Notfall sofort reagieren und unautorisierte Transaktionen verhindern.

Wenn Ihnen eine missbräuchliche Nutzung auffällt, sollten Sie Ihre Kredit-, Prepaid- oder Debitkarte sofort sperren. Falls Sie unsicher sind, ob Ihre Karte missbräuchlich verwendet wurde, können Sie sie auch vorübergehend deaktivieren, um auf Nummer sicher zu gehen.

Fazit: Phishing – so schützen Sie sich

Die Methoden von Phishing-Betrügern werden immer ausgefeilter, doch das Ziel bleibt gleich: sich auf Ihre Kosten unrechtmässig zu bereichern. Kriminelle Organisationen arbeiten oft mit globalen Netzwerken und scheuen keinen Aufwand. Sollten Sie dennoch Opfer eines Phishing-Angriffs werden, ist Ihr Geld in der Regel verloren und wird nicht erstattet. Das bedeutet jedoch nicht, dass Sie diesen Betrügern hilflos ausgeliefert sind. Informieren Sie sich über die typischen Betrugsmethoden und schützen Sie sich durch Prävention und Vorsicht vor solchen kriminellen Machenschaften.

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