Geben ist seliger denn Nehmen. Dieses Credo setzen viele Grosseltern in der Schweiz in die Tat um. Über die Hälfte der Grosseltern betreuen ihre Enkelkinder – während insgesamt 100 Millionen Stunden im Jahr. Der volkswirtschaftliche Wert dieser Leistung beträgt zwei Milliarden Franken, rechnet der «Generationenbericht Schweiz» vor. Der wahre Wert ist unbezahlbar. Denn Oma und Opa geben ihren kleinen Lieblingen ihre ganze Liebe und Erfahrung mit auf den Lebensweg.

Darüber hinaus greifen immer mehr Grosseltern ihren Kindern finanziell unter die Arme. Sie sehen, dass das Budget der Generation zwischen 25 und 50 oft nicht weit reicht. Und sie möchten erleben, wie sie mit ihrem Ersparten andere erfreuen können. Welche Massnahmen sind sinnvoll?

Systematisch für die Enkel sparen

Eine naheliegende Idee ist, ein Kinder- oder Jugendsparkonto für seine Enkel zu eröffnen. Das ist interessant, weil bei UBS die Kontoführung kostenlos ist und Kinder von Vorzugszinsen sowie zahlreichen Extras wie beispielsweise einem Topsy-Adventskalender profitieren. Am besten beantragt man ein Kinderkonto gleich nach der Geburt: Für Neugeborene gibt es nämlich eine Kontogutschrift von 20 Franken.

Für Enkel kann sich aber auch ein Fondskonto lohnen. Da sie das Geld meist nicht unmittelbar benötigen, verfügen sie über einen ausreichend langen Anlagehorizont, um den Schritt an die Finanzmärkte zu wagen. Ein Fondskonto ist fast so flexibel wie ein normales Konto, investiert aber in ausgewählte Anlagefonds, die wiederum breit diversifiziert in Wertschriften wie Aktien investieren.

Am bequemsten ist es, regelmässig per Dauerauftrag einzuzahlen. Neu ist das schon ab 50 Franken pro Monat möglich. Wer beispielsweise ab der Geburt bis zum 18. Geburtstag des Enkelkinds monatlich 50 Franken auf ein Fondskonto einzahlt, spart bei einer durchschnittlichen Jahresrendite von 3 Prozent über 14'000 Franken an. Allein der Ertrag beträgt knapp 3500 Franken!

Erbvorbezug – eine Win-win-Situation?

Bei einem grösseren finanziellen Spielraum der Grosseltern ist auch ein Erbvorbezug oder eine Schenkung eine Überlegung wert. Damit könnte sich manch junge Familie zum Beispiel ein Eigenheim leisten. Ein Anrecht auf einen Erbvorbezug besteht jedoch nicht.

Rechtlich stellt fast jede Schenkung von Eltern an Kinder – ausser Gelegenheitsgeschenke wie jene am Geburtstag – einen Erbvorbezug dar. Und einen Erbvorbezug muss man sich später als Erbteil anrechnen lassen. Gegenüber Geschwistern besteht dann eine Ausgleichspflicht. Konflikte können Grosseltern einfach vermeiden, wenn sie allen Kindern gleich hohe Erbvorbezüge ermöglichen.

Manchmal können Erbvorbezüge für Grosseltern sogar steuerlich vorteilhaft sein. Das trifft zu, wenn sie unter einer hohen Steuerbelastung leiden – und jene ihrer Kinder eher gering ist.

«Geben ist seliger denn Nehmen» gilt dann auch monetär.

Grosszügige Grosseltern

Die aktuelle Konstellation ist historisch einzigartig: Die vermögendste Altersgruppe in der Schweiz bilden Senioren zwischen 65 und 74 Jahren, gefolgt von Menschen zwischen 55 und 64 Jahren. Demgegenüber haben jüngere Erwachsene bis 44 Jahre durchschnittlich relativ wenig Geld auf der hohen Kante. Zugleich stehen in dieser Lebensetappe die grössten Ausgaben an. So betrachtet erstaunt es wenig, dass ungefähr ein Viertel der Grosseltern in den meisten europäischen Ländern ihre Nachkommen finanziell unterstützen. Wie viel direkt den Enkeln zufliesst, ist statistisch nicht erfasst.