Auch die erfolgreichsten Unternehmerinnen und Unternehmer sind nicht vor Unvorhergesehenem geschützt, etwa vor einer ernsthaften Erkrankung oder einem schweren Unfall. Solche Situationen machen deutlich, wie wichtig eine frühzeitige und strukturierte Nachfolgeplanung ist.

Doch selbst ohne akuten Anlass gilt: Eine unternehmerische Nachfolgeplanung ist ein langfristiger Prozess. Ob Unternehmensverkauf, Family-Buy-out oder eine andere Form der Stabübergabe – viele unterschätzen den zeitlichen, rechtlichen und steuerlichen Aufwand. Eine geeignete Nachfolgerin oder einen passenden Nachfolger zu finden und die Übergabe erfolgreich umzusetzen, erfordert Vorbereitung, Klarheit und eine systematische Vorgehensweise.

Unsere Expertinnen und Experten zeigen auf, welche Faktoren entscheidend sind, um ein Unternehmen zum richtigen Zeitpunkt erfolgreich zu übergeben.

Einstiegsalter 50: frühzeitig mit der Nachfolgeplanung beginnen

Wer sein Unternehmen verantwortungsbewusst führen will, sollte die Nachfolgeplanung im Unternehmen frühzeitig und systematisch angehen. Eine vorausschauende Planung schafft die Grundlage für eine reibungslose Übergabe zum richtigen Zeitpunkt.

Was theoretisch einleuchtet, ist in der Praxis oft mit einer emotionalen Hürde verbunden. Für viele Unternehmerinnen und Unternehmer ist das eigene Unternehmen eng mit der persönlichen Lebensleistung verknüpft. Entsprechend wird das Thema Nachfolge häufig aufgeschoben. Umso wichtiger ist es, sich frühzeitig mit den eigenen Zielen und möglichen Optionen auseinanderzusetzen.

Verantwortlichkeiten festlegen

Eine verzögerte oder unzureichende Nachfolgeplanung birgt erhebliche Risiken – für das Unternehmen ebenso wie für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Kommt es unerwartet zu einem Todesfall oder zu einer ernsthaften Erkrankung, geht die Verantwortung oft abrupt auf Familienangehörige oder das bestehende Management über. Ohne klare Regelungen ist dies eine grosse Herausforderung. Sinnvoller ist es, Verantwortlichkeiten frühzeitig zu klären. Dazu gehört, Stellvertretungen festzulegen, Entscheidungsprozesse zu dokumentieren und zentrale Funktionen nicht auf einzelne Personen zu konzentrieren.

Die Nachfolgeplanung beginnt Jahre vor dem Verkauf

Nachfolgeplanung beschränkt sich nicht auf die Absicherung eines Worst-Case-Szenarios. Auch eine geplante Übergabe – sei es durch einen Verkauf, ein Management-Buy-out oder im Rahmen der Nachfolgeplanung in Familienunternehmen – ist ein langfristiger Prozess. Anpassungen der Rechts- oder Eigentümerstruktur müssen oft mehrere Jahre vor der eigentlichen Übergabe erfolgen. Zudem braucht es Zeit, um geeignete Nachfolgerinnen und Nachfolger oder eine passende Käuferschaft zu finden.

Nachfolge-Check für eine lückenlose Planung

Eine gelungene Nachfolgeplanung im Unternehmen braucht einen ganzheitlichen Blick auf alle relevanten Themen. Dazu gehören strategische, operative, strukturelle und persönliche Aspekte. Wer frühzeitig prüft, wie gut das eigene Unternehmen auf eine Übergabe vorbereitet ist, erkennt mögliche Schwachstellen rechtzeitig und kann gezielt handeln.

Im Fokus steht das operative Geschäft. Dazu zählen die Verteilung geschäftsrelevanter Aufgaben, die Führungsstruktur, personelle Abhängigkeiten sowie ein zeitnahes und transparentes Finanzreporting. Ebenso wichtig sind eine saubere digitale Dokumentation und klar definierte Prozesse.

Darüber hinaus spielen interne Faktoren wie die Unternehmensstruktur und -strategie eine wichtige Rolle. Auch die persönliche Vorbereitung der Unternehmerin oder des Unternehmers gehört zur systematischen Nachfolgeplanung. Entscheidend ist zudem, ob das Unternehmen langfristig profitabel und entwicklungsfähig aufgestellt ist.

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Eine klare Eignerstrategie definieren

Tragfähige Nachfolgelösungen entstehen aus klaren Vorstellungen zu Zielen, Werten und zur zukünftigen Rolle der Unternehmerin, des Unternehmers oder der Unternehmerfamilie. Eine fundierte Eignerstrategie bildet das strategische Fundament jeder unternehmerischen Nachfolgeplanung.

Im Zentrum steht die bewusste Auseinandersetzung mit finanziellen und ideellen Interessen. Soll das Unternehmen langfristig in Familienhand bleiben oder kommt ein Verkauf infrage? Welche Rolle soll die Unternehmerfamilie nach der Übergabe übernehmen? Werden diese Fragen frühzeitig geklärt, schaffen sie Orientierung und erleichtern spätere Entscheidungen.

Eine klar definierte Eignerstrategie gibt dem Unternehmen eine verlässliche Ausrichtung. Sie vermittelt Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Sicherheit und unterstützt dabei, unterschiedliche Nachfolgeoptionen realistisch zu bewerten.

Interne oder externe Nachfolgeregelung: verschiedene strategische Optionen prüfen

Für die Nachfolgeplanung im Unternehmen stehen verschiedene Wege offen. Ob eine Übergabe innerhalb der Familie oder der Verkauf an das Management oder an externe Investorinnen und Investoren – jede Option bringt eigene Chancen und Herausforderungen mit sich.

Welche Lösung langfristig passt, hängt wesentlich von der Eignerstrategie ab. Wichtig ist, verschiedene Möglichkeiten offen zu prüfen und sich nicht zu früh auf eine einzige Nachfolgeregelung festzulegen.

Grundsätzlich kommen drei Optionen infrage:

  • Family-Buy-out (FBO): Übergabe der Firma innerhalb der Familie
  • Management-Buy-out / Management-Buy-in (MBO/MBI): Verkauf an ein bestehendes oder neu dazustossendes Management
  • Verkauf an Privat- oder Finanzinvestorinnen und -investoren oder an ein anderes Unternehmen im Rahmen einer Übernahmetransaktion (M&A

Nachfolge einvernehmlich regeln

Eine tragfähige Nachfolgeplanung berücksichtigt neben wirtschaftlichen auch menschliche Aspekte. Sie sollte sowohl den Interessen des Unternehmens als auch jenen der Unternehmerfamilie gerecht werden.

Gerade bei der Nachfolgeplanung in Familienunternehmen treffen unterschiedliche Erwartungen, Rollenbilder und Emotionen aufeinander. Ausgewogene Lösungen entstehen, wenn finanzielle und emotionale Interessen offen angesprochen und sachlich diskutiert werden. Konflikte lassen sich so frühzeitig erkennen und gezielt bearbeiten.

Klare Kommunikation, transparente Entscheidungsgrundlagen und die Einbindung aller relevanten Anspruchsgruppen helfen, Vertrauen aufzubauen und Unsicherheiten abzubauen.

Unternehmenswert: Beurteilung aus Sicht der Nachfolgerin oder des Nachfolgers

Die Frage nach dem Unternehmenswert ist im Rahmen der unternehmerischen Nachfolgeplanung oft emotional besetzt. Für potenzielle Nachfolgerinnen und Nachfolger zählt jedoch vor allem eines: die zukünftige Ertragskraft des Unternehmens.

Der Unternehmenswert wird in erster Linie durch den künftig frei verfügbaren Geldfluss bestimmt sowie durch die damit verbundenen Chancen und Risiken. Persönliche Bindungen oder vergangene Erfolge spielen bei der Bewertung eine untergeordnete Rolle.

Zentrale Faktoren für die Unternehmensbewertung

  • Ertragskraft und Stabilität des Cashflows
  • Marktumfeld, Wettbewerbsposition und Risiken
  • Struktur, Prozesse und Führungsorganisation
  • Qualität der Zahlen und der Unternehmensdarstellung
  • Aktuelle Marktsituation
  • Verkaufsprozess und Verkaufsstrategie

Eine realistische Einschätzung des Unternehmenswerts schafft eine verlässliche Grundlage für konstruktive Verhandlungen.

Familienvermögen und berufliche Vorsorge sichern

Eine erfolgreiche Nachfolgeplanung endet nicht mit der Übergabe des Unternehmens. Ebenso wichtig ist es, Geschäfts- und Privatvermögen frühzeitig voneinander zu trennen und Vermögen sowie Vorsorge langfristig zu planen.

Erfahren Sie hier, warum Unternehmerinnen und Unternehmer die Bedeutung des Privatvermögens auf keinen Fall unterschätzen dürfen.

Eine klare Struktur schafft Transparenz, reduziert Abhängigkeiten und unterstützt die finanzielle Unabhängigkeit nach der Übergabe. Bei familieninternen Lösungen sollte zudem darauf geachtet werden, dass alle Erbberechtigten im gesetzlich vorgesehenen Rahmen fair berücksichtigt werden.

Eine ganzheitliche Betrachtung von Unternehmen, Vermögen und Vorsorge hilft, die Ergebnisse der Nachfolgeplanung im Unternehmen langfristig abzusichern.

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Gern zeigen wir Ihnen interdisziplinär und ganzheitlich auf, was Sie als Privatperson und aus Unternehmenssicht für eine gute Nachfolgeplanung in Betracht ziehen sollten und was aufgrund Ihrer Vorstellungen und Anforderungen die möglichen Nachfolgelösungen sind. Abhängig vom einzuschlagenden Weg begleiten Sie unsere Spezialistinnen und Spezialisten von Wealth Planning/Management (Strukturierung der Transaktion und des Vermögens), Unternehmensfinanzierung und M&A Advisory (Käufersuche und Transaktionsberatung) bei der Planung und Umsetzung. 

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Die wichtigsten Antworten zur Nachfolgeplanung

Fazit: Nachfolgeplanung als langfristiger Prozess

  • Eine gelungene Nachfolgeplanung im Unternehmen ist ein zentraler Bestandteil verantwortungsvoller Unternehmensführung.
  • Sie schafft Klarheit über Ziele, Rollen und Optionen und stellt sicher, dass das Unternehmen auch nach der Übergabe stabil und zukunftsfähig bleibt.
  • Wer sich frühzeitig mit der Nachfolge auseinandersetzt, gewinnt Zeit, Handlungsspielraum und Sicherheit.
  • Entscheidend ist, Nachfolgeplanung nicht als einmalige Entscheidung zu verstehen, sondern als langfristigen Prozess.
  • Klare Ziele, realistische Erwartungen und eine systematische Vorgehensweise bilden dabei die Grundlage.
  • Ebenso wichtig ist es, wirtschaftliche, rechtliche und persönliche Aspekte miteinander zu verbinden und relevante Anspruchsgruppen frühzeitig einzubeziehen.
  • So entsteht eine Nachfolgelösung, die nicht nur formal trägt, sondern auch langfristig Bestand hat – für das Unternehmen, die Unternehmerfamilie und die nächste Generation.

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