Frauen und Vorsorge Reicht mein Vermögen bis ins hohe Alter?

Eine frühzeitige Vorsorgeplanung ist für Frauen noch wichtiger als für Männer, denn sie werden älter und arbeiten öfter Teilzeit.

von UBS Wissen 18. Nov 2020

Reichen Ihre Rentenleistungen und Ihr Vermögen bis ins hohe Alter für den Lebensstandard, den Sie sich wünschen? Eine Frage, die auf den ersten Blick unabhängig vom Geschlecht gestellt werden sollte. Eine umfassende Vorsorgeberatung inklusive Finanzplan und abgestimmter Massnahmen gibt individuelle Antworten. Warum das für Frauen wichtiger ist, hat mit relevanten Parametern der Vorsorge zu tun, die für Frauen in vielen Fällen anders sind als jene für Männer:

  • Höhere Lebenserwartung: Bei Frauen, die heute 50 Jahre alt sind, beträgt sie durchschnittlich weitere 36,5 Jahre – gegenüber 33,3 Jahren bei Männern. Diesen Unterschied von über drei Jahren gilt es bei der Vorsorgeplanung zu berücksichtigen.
  • Arbeitspensum und -unterbrüche: Bedingt duch Familienpausen oder Teilzeitarbeit haben Frauen oftmals eine kürzere Lebensarbeitszeit als Männer – und somit eine tiefere Rente.
  • Andere Prioritäten: Sicherheit und Stabilität sind Themen, die von Frauen häufig höher gewichtet werden als von Männern.

Ihr Einkommen im Ruhestand

Frauen können im Ruhestand mit der AHV- und meist mit einer Pensionskassenrente rechnen. Teilzeitarbeit und Pausen im Erwerbsleben können allerdings dazu führen, dass Sie aus der AHV nicht das Maximum erhalten und die Pensionskassenrente nicht sehr hoch ist. Weitere Einnahmen stellen je nach Situation Vermögenserträge aus Anlagen und Liegenschaften dar.

Im obligatorischen Teil der beruflichen Vorsorge ist ein versicherter Lohn von rund 60 000 Franken vorgesehen, gewisse Pensionskassen versichern freiwillig höhere Lohnsummen.

Ihre Ausgaben nach der Pensionierung

Der Finanzbedarf kann im Alter tatsächlich sinken, doch häufig weniger stark, als viele annehmen. Auch nach der Pensionierung kann die Anschaffung eines Autos anstehen oder das Bad muss erneuert werden. Die Gesundheitskosten nehmen in aller Regel zu, in Pflegesituationen besonders stark. Das Einkommen ist nach der Pensionierung zwar geringer, die Steuern können dennoch gleich hoch bleiben, da die Abzugsmöglichkeiten wegfallen. Gehen Sie für die Planung davon aus, dass Ihre Ausgaben im Alter mindestens 80 Prozent der heutigen Ausgaben betragen, allenfalls sogar gleich hoch sind.

Genauer lässt sich der künftige Finanzbedarf im Rahmen einer Vorsorgeberatung einschätzen.

Vorsorge News: Spezialausgabe für Frauen

Vorsorgeplanung ist nur eines von acht Themen, die in der Spezialausgabe der Vorsorge News für Frauen behandelt werden. Sie erfahren darin mehr zu «Heirat oder Konkubinat», «Rente oder Kapitalbezug» und wie Sie Steuern sparen können.

Einkommenslücke mit Vermögensverzehr schliessen

Wenn Ihr berechneter Finanzbedarf nach der Pensionierung höher ist als das Einkommen, sprechen wir von einer Einkommenslücke. Damit Sie Ihren Lebensstandard dennoch beibehalten können, müssen Sie auf Ihr angespartes Kapital zurückgreifen und dieses allmählich abbauen. Zu dessen Höhe gibt es eine Faustregel: Das bei der Pensionierung angesparte Kapital sollte das 20-Fache der jährlichen Einkommenslücke betragen.

Lesebeispiel: Vor der Pensionierung beträgt Ihr Bruttoeinkommen 80 000 Franken pro Jahr. Für die Zeit nach der Pensionierung haben Sie einen Bedarf von 60 000 Franken pro Jahr ermittelt, um Ihren gewünschten Lebensstandard aufrechterhalten zu können. In der Regel decken AHV und Pensionskasse zusammen 60 bis 70 Prozent des letzten Salärs ab, in diesem Fall wären das 49 000 Franken. Somit haben Sie eine Einkommenslücke von 11 000 Franken pro Jahr und sollten bei der Pensionierung über rund 220 000 Franken Kapital verfügen, um den Lebensstandard beizubehalten.

Vom Budget zum langfristigen Finanzplan

Ob Ihr Vermögen bis ins hohe Alter ausreicht, kann nicht pauschal beantwortet werden. Um die zu Beginn gestellte Frage zu beantworten, müssen Sie also von Ihrer spezifischen Situation ausgehen. Wir empfehlen Ihnen eine persönliche und transparente Beratung. Mit Ihrem erstellten Budget über Einnahmen und Ausgaben kann Ihr UBS-Berater oder Ihre UBS-Beraterin gemeinsam mit Ihnen einen langfristigen Finanzplan ausarbeiten und passende Massnahmen festlegen: Das Vermögen sollte anhand Ihrer persönlichen Ziele strukturiert und die Vermögensanlagen sollten darauf ausgerichtet werden. Dies ist besonders wichtig, wenn die Ausgaben nach der Pensionierung die Einnahmen übersteigen und Sie auf Ihr Vermögen zurückgreifen müssen.

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