Vorsorge und Eigenheim Eigenheim für Ihre Familie mit Jugendlichen

Sie konnten als Familie Kapital ansparen und Ihre Kinder sind schon grösser. Ist es Zeit für ein Eigenheim?

von UBS Wissen 15. Jul 2020

Illustration: Stephan Liechti

Nach gut 20 Jahren im Berufsleben sind Sie als Familie finanziell etabliert. Das heisst, Sie konnten sich in der 2. und der 3. Säule ein ansehnliches Vermögen ansparen. Auch das Haushaltseinkommen sowie Ihre privaten Ersparnisse sind bedeutend gewachsen. Nun möchten Sie für sich und Ihre Kinder im Teenageralter ein Einfamilienhaus erwerben? Unsere Antworten auf die sechs wichtigsten Fragen.

1. Welche Steuervorteile bringt uns der Erwerb eines Einfamilienhauses?

Die Vermögenslage lässt Ihnen eine gewisse Freiheit beim Entscheid des Verschuldungsgrades und der Höhe des Kapitalvorbezugs aus der Pensionskasse. Tipp: Beziehen Sie so wenig Mittel wie möglich aus der Pensionskasse. So bleibt Ihnen die Möglichkeit, bei den Steuern Abzüge zu machen. Für risikofähige Personen mit stabilem und sicherem Einkommen oder hohem Eigenkapital kann eine hohe Verschuldung in Verbindung mit einer Verpfändung des Pensionskassenvermögens eine steuerlich attraktive Option darstellen.

2. Ist kaufen günstiger als mieten?

Auf mehrere Jahre gerechnet, dürfte der Eigenheimkauf Ihre Wohnkosten im Vergleich zur Miete senken. Für Einfamilienhäuser besteht jedoch meist kein Mietmarkt, sodass der Vergleich mit Vorsicht zu interpretieren ist. Der grosse Vorteil: Ein Einfamilienhaus bietet Ihnen eine höhere Wohnqualität und eine grössere Freiheit als eine Mietwohnung.

3. Welches sind die Auswirkungen auf unsere Pensionskasse?

Haben Sie eine Lücke in der Pensionskasse, dann können Sie diese über einen längeren Zeitraum wieder auffüllen. Dafür müssen Sie aber konsequent die zinsabhängigen Wohnkostenersparnisse einsetzen. Auf diese Weise können Sie Ihr Rentenniveau halten. Ohne diese Rückzahlung liegt das Rentenniveau wahrscheinlich tiefer als ohne Eigenheimkauf.

4. Welche Risiken gehen wir ein?

Unterschätzen Sie das Risiko eines Jobverlusts nicht. Wenn Sie 45 Jahre oder älter sind, müssen Sie beide die zukünftige Arbeitsplatzsicherheit und die eigene Arbeitsmarktfähigkeit berücksichtigen. Wenn Sie beispielsweise erwarten, zwischen 50 und 65 ein geringeres Einkommen zu erzielen, wird es zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich keine Lücke in der Pensionskasse mehr geben. Dies bedeutet, dass keine steuerbegünstigten Einzahlungen mehr vorgenommen werden können.

5. Sollten wir wirklich das Pensionskassen- oder 3a-Kapital nutzen?

Das hängt ab von der finanziellen Situation Ihrer jeweiligen Vorsorgeeinrichtung wie auch der beruflichen Vorsorge generell. Bei einer finanziell instabilen Pensionskasse sind Umverteilungsverluste zu erwarten. Dies in Form von tieferen Renditen und später eines tieferen Umwandlungssatzes. Tipp: In diesem Fall – im Unterschied zu einer gesunden Pensionskasse – sollten Sie das Pensionskassenkapital daher früher beziehen.

6. Brauchen wir mehrere 3a-Konten?

Mehrere 3a-Konten oder 3a-Depots pro Partner bieten eine höhere Flexibilität bei der Finanzierung und Amortisation des Eigenheims. Da Sie nur alle fünf Jahre Kapital aus demselben Konto beziehen können, ermöglichen verschiedene Konten eine höhere Bezugsfrequenz mit jeweils kleineren Beträgen – wodurch die Steuerprogression gebrochen wird.

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