Scheidung Bei der Vorsorge gilt halbe-halbe

Seit Anfang des Jahres gelten neue Regeln für den Vorsorgeausgleich. Sie bieten mehr Spielraum – das Wichtigste in Kürze.

von Stephan Lehmann-Maldonado 17. Apr 2017

Scheiden tut auch finanziell weh. Es lohnt sich darum, eine Trennung möglichst im Interesse beider Partner zu regeln. Bild: Thinkstock.

Alle Versuche sind gescheitert. Anna und Albert schaffen es nicht mehr,
sich zusammenzuraufen. Sie sehen keinen anderen Ausweg mehr als die Scheidung. Doch die beiden stehen kurz vor der Pensionierung. Was bedeutet das für die Vorsorge?

Im Fall einer Scheidung ist auch bei der Vorsorge Teilen angesagt. Kein Partner soll sich auf Kosten des anderen besserstellen können. Bei der ersten Säule, der AHV, erhält jeder Partner eine eigene AHV-Rente statt der Ehepaarrente. Um die Renten zu berechnen, werden die Einkommen gesplittet, welche das Paar während der Ehe erzielt hat.

Pensionskasse prüfen

Mehr Gestaltungsspielraum bietet die zweite Säule. Das Pensionskassenguthaben wird halbe-halbe aufgeteilt, soweit es die Partner während der Ehe erworben haben. Gelder aus der Zeit davor sowie deren Verzinsung verbleiben beim Pensionskasseninhaber. Falls beispielsweise Anna über keine Pensionskasse verfügt, gibt es neuerdings die Möglichkeit, das Geld an die Stiftung Auffangeinrichtung BVG zu überweisen. Das macht Sinn, weil die Auffangeinrichtung eine lebenslange Rente entrichten kann. Wenn die Altersvorsorge nachweislich sichergestellt ist, kann ein Paar auf die Aufteilung der Vorsorgeguthaben verzichten. Der Ausgleich ist dann aus den freien Mitteln zu berappen. Seit Anfang 2017 zählt für den Vorsorgeausgleich nicht mehr der Abschluss des Scheideverfahrens, sondern der Zeitpunkt seiner Einleitung. Zudem wird neu auch ein Vorsorgeausgleich durchgeführt, wenn ein Ehegatte bereits eine Rente bezieht. Auch diese Rente müsste geteilt werden.

Betrachten wir noch die Säule 3a. Sofern man keinen anderen Güterstand vereinbart haben, gilt die Errungenschaftsbeteiligung. Demnach ist das gemeinsam «errungene» Vermögen bei einer Scheidung zu halbieren. Ein während der Ehe eröffnetes Säule-3a-Konto muss also geteilt werden. Tipp: Es lohnt sich, Hilfe in Anspruch zu nehmen, bevor man Entscheidungen trifft und nach einvernehmlichen Lösungen zu suchen.