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Was ist energetisches Sanieren?

Die energetische Sanierung umfasst alle baulichen Massnahmen, die den Energieverbrauch Ihres Hauses senken. Durch den Austausch der Fenster, der Heizung und eine Erneuerung der Fassade oder Gebäudehülle können Sie beträchtliche Heizkosten einsparen und das Klima schonen. Die Massnahmen können Sie alle gemeinsam, einzeln oder nach und nach durchführen. Der Energieverbrauch ist bei Altbauten meist deutlich höher als bei Neubauten. Vor allem die Heizwärme wird oft auf ineffiziente Art erzeugt und birgt Sparpotenziale.

Unterschiede zwischen allgemeiner Sanierung und energetischer Sanierung

Thema

Thema

Allgemeine Sanierung

Allgemeine Sanierung

Energetische Sanierung

Energetische Sanierung

Thema

Ziel

Allgemeine Sanierung

Schadenbeseitigung, Erneuerung, Umbau oder Modernisierung eines Gebäudes

Energetische Sanierung

Senkung des Energieverbrauchs eines Gebäudes (Heizung, Warmwasser, Lüftung)

Thema

Typische Massnahmen

Allgemeine Sanierung

Bauwerksabdichtung, Balkon-, Terrassen-, Beton- und Schimmelpilzsanierung

Energetische Sanierung

Einbau von neuen Heiz- und Lüftungsanlagen, Wärmedämmung von Aussenwänden, Keller und Dach sowie Austausch der Fenster und Hauseingangstüren, Installation von Fotovoltaik- und Solarthermieanlagen

Bilanz von Immobilien ökologisch und wirtschaftlich verbessern

Energetische Sanierungen gelten als wichtiger Beitrag des Immobiliensektors für mehr Nachhaltigkeit und die Erreichung der Klimaschutzziele. Bis zum Jahr 2030 sollen die CO2-Emissionen in der Schweiz halbiert werden und bis 2050 insgesamt auf null sinken. Weil die Emission der Treibhausgase zu einem grossen Teil auf den Bau und Betrieb von Gebäuden zurückgeht, zielen die Anpassungsmassnahmen des Schweizer Klimaschutzgesetzes besonders auf den Immobiliensektor.

Für die Eigentümerinnen und Eigentümer soll sich die Umstellung auf den sparsamen Umgang mit Energie lohnen. Bei steigenden Energiepreisen und sprudelnden Fördermittelquellen wäre es aus wirtschaftlichem Eigeninteresse sinnvoll, in die Energieeffizienz zu investieren. Hinzu kommt das langfristige Kalkül: Bei zukunftsgerechten Immobilien ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass sie für Jahrzehnte den gesetzlichen und politischen Anforderungen genügen sowie den Bedürfnissen von Mietern oder Käufern gerecht werden. Häuser mit besseren energetischen Eigenschaften könnten auf grössere Nachfrage stossen, während Gebäude mit schlechter Energiebilanz und Luftqualität unattraktiver werden. Idealerweise sinken dank moderner Technik zudem die Wartungskosten.

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Was kann alles energetisch saniert werden?

Zur energetischen Sanierung gehören unterschiedliche Massnahmen:

Modernisierung der Fenster

Der Austausch alter Fenster durch moderne Wärmeschutzfenster lohnt sich, wenn die eingesparten Heizkosten im Lauf der Jahre höher ausfallen als die Kosten des einmaligen Austauschs. Tauschen Sie einfach verglaste Fenster gegen moderne dreifach verglaste, ist das Einsparpotenzial am höchsten. Weitere angenehme Auswirkungen sind der erhöhte Wohnkomfort, der gesteigerte Einbruchschutz und der verbesserte Schallschutz. Zudem besteht eine geringere Gefahr von Schimmel, der sich an Fenstern durch kondensiertes Wasser bilden kann.

Dachsanierung

Bei einem unsanierten Einfamilienhaus verschwinden rund 17% der Energie über den Estrichboden und durch das Dach. Eine energetische Dachsanierung senkt die Heizkosten, indem die Dämmleistung des Daches verbessert wird. Dazu wird Dämmmaterial über, unter oder zwischen den sogenannten Sparren befestigt. Das sind die tragenden Hölzer der Dachkonstruktion. Auch eine Kombination der drei Methoden ist möglich, um ein noch besseres Ergebnis zu erzielen. Je nach Bauart wird das Raumvolumen durch die eingebrachten Dämmmaterialien etwas verkleinert. Weniger aufwendig als eine Dachdämmung, aber ebenfalls effektiv, ist die Dämmung des Estrichbodens.

Kellerdämmung

Die Dämmung der Kellerwände kann die Heizkosten zusätzlich senken und die Energiebilanz verbessern. Möchten Sie Ihren Keller auch als Wohnbereich nutzen, ist eine Dämmung für ein angenehmes Wohnklima unabdingbar. Auf diese Weise können Sie die Kälte fernhalten. Die Aussendämmung des Kellers ist bei Altbauten zwar effektiv, aber auch sehr aufwendig, da die Aussenwände freigelegt werden. Bei Altbauten kann eine Wärmeisolierung auch durch die Dämmung der Kellerwände von innen sinnvoll sein.

Einbau einer neuen Heizungsanlage

Prinzipiell haben moderne Heizungsanlagen einen höheren Wirkungsgrad als alte. Das heisst: Sie erzielen die gleiche Leistung mit weniger Brennstoff. Allein der Ersatz einer alten Ölheizung bei unsanierten Einfamilienhäusern durch eine neue dürfte sich in den meisten Fällen innerhalb von 10 Jahren rentieren. Wenn Sie Ihre Heizung erneuern möchten, haben Sie verschiedene technische Optionen. Eine Möglichkeit ist, die Gas- oder Ölheizung durch ein neues Gerät mit Brennwerttechnik zu ersetzen. Brennwertanlagen verbrauchen wesentlich weniger Gas oder Öl, weil sie auch die Wärme, die in den Abgasen enthalten ist, als Heizwärme gewinnen. Vereinfacht gesagt, nimmt das Wasser, das in den Heizkörpern zirkuliert, im Heizungskeller auch die Wärmeenergie der Abgase auf. Das funktioniert umso besser, je grösser der Temperaturunterschied zwischen beiden Medien ist, also je kühler das Wasser ist. Damit kommt die nächste technische Massnahme ins Spiel: Niedertemperaturheizkörper. Während in herkömmlichen Heizkörpern Wasser mit 70 bis 90 Grad Celsius fliesst, genügen bei Niedertemperatursystemen 40 bis 50 Grad. Vor dem Austausch bitte beachten: Diese Heizkörper sind etwas grossvolumiger und passen nicht immer nahtlos in die bisherigen Nischen.

Erneuerbare Energien mit Solarthermie nutzen

Solarthermieanlagen nutzen die Sonnenstrahlen zur Warmwassererzeugung. Bereits eine vergleichsweise kleine Anlage kann rund zwei Drittel des Warmwasserbedarfs eines Einfamilienhauses decken. Komplexere Solarthermiesysteme erwärmen nicht nur das Trink- und Duschwasser, sondern dienen auch der Heizungsunterstützung. Damit kann Solarwärme zum Heizen genutzt werden.

Einbau von Lüftungsanlagen

Gute Ergebnisse beim Energiesparen können Sie mit einer zentralen Lüftungsanlage erzielen. Während das Lüften über Fenster Energie verschwendet und die Heizkosten erhöht, sind zentrale Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung sparsamer. Sie saugen die warme Luft aus Innenräumen ab. Bis zu 98% der enthaltenen Wärme werden in einem sogenannten Wärmetauscher an die von aussen bezogene Frischluft weitergegeben und gelangen zurück ins Haus.

Nachhaltig sanieren durch Upcycling

Bei Sanierungen werden Bauteile ausgebaut und oft entsorgt. Doch einige Bauteile wie Türen sind noch werthaltig und könnten über Onlineplattformen auf dem Sekundärmarkt verkauft werden. Als «Upcycling» wird eine Form des nachhaltigen Sanierens bezeichnet, bei der bestehende Gebäudeteile ertüchtigt statt ausgetauscht werden. Manches lässt sich, wenn es hergerichtet wurde, erneut verwenden. Wenn neue Dichtungen für die Fenster genügen, um Energieverluste zu minimieren, ersparen Sie sich und der Umwelt beispielsweise den Einbau neuer Kunststofffenster.

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Wie starte ich mit einer energetischen Sanierung?

In der Regel lassen sich bei einer gut geplanten energetischen Sanierung Vorteile erreichen, welche über das Energiesparen oder den Werterhalt hinausgehen. Die Planung beginnt typischerweise mit diesen drei Fragen: Ist das Heizsystem ökologisch? Dämmt die Gebäudehülle gut? Kann die Sanierung einen Mehrwert für Ästhetik, Platzgewinnung oder geschicktere Raumnutzung erzeugen? Der daraus folgende Ablauf des Sanierungsprojekts enthält diese Schritte:

  • Bedürfnisse und Wünsche ermitteln
  • Optionen verstehen
  • Fachleute hinzuziehen
  • Erneuerungsplan erstellen
  • Hypothek, Bewilligungen und Subventionen einholen
  • Bauarbeiten realisieren

Eine Bestandsanalyse hilft Ihnen dabei, den Umfang der Sanierung und konkrete Massnahmen zu bestimmen. Im Beratungsgespräch mit Energiefachleuten finden Sie heraus, welche individuelle Lösung für Ihre Immobilie am sinnvollsten ist.

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Wie lange dauert die energetische Sanierung eines Hauses?

Sanierungen kosten Zeit. Vom Erstkontakt mit Beratungsexperten bis zu den ersten Werkverträgen dauert es meist sechs bis zwölf Monate. Bis ein Handwerker für den Auftrag gefunden ist, vergeht ebenfalls Zeit. Hinzu kommen Engpässe bei verschiedenen Baumaterialien. Daher lassen sich Projekte selten in weniger als einem Jahr fertigstellen.

Welche Vorteile bringt eine energetische Sanierung konkret für mich?

  • Eine energetische Sanierung kann die laufenden Energiekosten beträchtlich senken und den Wert der Immobilie steigern.
  • Umgekehrt sinkt der Wert der Immobilie, wenn der Renovierungsstau zu gross wird und Sanierungsmassnahmen unterbleiben. Regnet es durchs Dach, sind Fenster undicht oder bekommt die Fassade Risse, kann Feuchtigkeit eindringen und die Bausubstanz Schaden nehmen.
  • Oft erhöht sich die Luftqualität. Feuchtigkeit und Schimmelbildung nehmen ab.
  • Moderne Heizungssysteme wie Fussbodenheizungen sorgen für eine angenehmere Wärme.

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Fazit

Viele Eigentümerinnen und Eigentümer denken bei energetischen Sanierungen von Altbauten zunächst nur an die Kosten. Die sind zwar meistens hoch, können sich aber trotzdem lohnen. Wenn Renovationen die laufenden Energiekosten stark reduzieren, finanzieren sich viele Sanierungen im Lauf der Jahre bestenfalls selbst. Die Amortisation ist umso schneller erreicht, je länger die Energiepreise hoch bleiben. Überdies können die Sanierungen den Wiederverkaufswert erhöhen – ein starkes Argument, wenn Sie die Immobilie später verkaufen wollen. Wer saniert, erhöht damit nicht zuletzt meist auch die Wohnqualität.

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