Börse Der Trick mit dem Timing

Gelingt es, an der Börse die richtigen Zeitpunkte zu erwischen?

von Stephan Lehmann-Maldonado 20. Okt 2015

Meine Jagd nach dem richtigen Zeitpunkt begann früh. Kaum hatte ich das Licht der Welt erblickt, gaben mir meine Eltern eins zu verstehen: «Du hättest früher erscheinen sollen.» Diese Erfahrung häufte sich in der Schule. Bis heute fehlt mir eine Stunde wertvoller Allgemeinbildung, weil der Lehrer mich wegen «nicht pünktlichen Erscheinens» vom Unterricht ausschloss. Später verpasste ich vielversprechende Rendez-vous, weil ich mich in der Uhrzeit geirrt hatte …

Aber nirgends kam mich der falsche Zeitpunkt so teuer zu stehen wie an der Börse. Dabei hielt ich mich streng an den Rat des US-Kultinvestors Warren Buffett: «Kaufe billig, verkaufe nie!» Ich meinte anhand einiger Kennzahlen zu erkennen, ob eine Aktie «billig» ist – zum Beispiel an einem tiefen Kurs-Gewinn-Verhältnis oder einer hohen Dividendenrendite. Lange schien das «Timing» zu gelingen. Bis mich der Fall Petroplus wachrüttelte. 2006 kam der Raffineriebetreiber an die Schweizer Börse. Der Ausgabekurs der Aktie: 63 Franken. Knapp sechs Jahre später meldete die Firma Insolvenz an.

Der Rest ist Geschichte – und für mich eine teure Lektion. Erstens lernte ich, dass Aktienkurse manchmal schneller einbrechen, als man handeln kann. Zweitens, dass der «richtige» Investitionszeitpunkt erst im Nachhinein erkennbar ist. Oder wer wusste im Voraus, dass die Nationalbank am 15. Januar 2015 den Euromindestkurs aufheben würde? An einem Tag brach der hiesige Aktienmarkt um knapp 9 Prozent ein. Schweizer Firmen verloren Milliarden Franken an Börsenwert. Schon ein Irrtum um wenige Stunden kann also viel kosten.

7,6 Prozent Jahresrendite

Trotzdem gibt es Hoffnung. Zahlreiche Studien belegen: Für den Anlageerfolg ist es wichtiger, wie lange man investiert, als wann man investiert. Über die letzten neun Jahrzehnte hinweg erzielten Schweizer Aktien eine durchschnittliche reale Jahresrendite von 7,6 Prozent. Ein Grossteil dieser Rendite entgeht Anlegern jedoch, weil sie zum falschen Zeitpunkt Wertpapiere kaufen oder verkaufen. Im Klartext: «Hin und her macht die Taschen leer.»

Um zumindest an der Börse nicht mehr zur falschen Zeit am falschen Ort aufzutauchen, beschloss ich, mir ein Schnippchen zu schlagen. Deshalb sorgt nun ein UBS Fondskonto dafür, dass ich jeden Monat denselben Betrag, 200 Franken, investiere. Schwingen die Aktienkurse obenaus, reicht dieses Geld für wenig Wertpapiere. Fallen die Kurse, erwerbe ich mehr Wertpapiere. Der Automatismus führt zu einem antizyklischen Einkaufsverhalten und einem optimierten Einstandspreis. Und ich spare Zeit, die ich anderweitig nutzen kann – beispielsweise dafür, meine verlorene Stunde Allgemeinbildung nachzuholen.

Erfolgsstrategie

Wer erfolgreich anlegen will, braucht dafür Zeit sowie eine Strategie. Dann gilt es, diese konsequent umzusetzen. Bei den UBS-Strategiefonds kümmern sich Profis um all das. Sie investieren breit diversifiziert in Wertpapiere, ohne unerwünschte Risiken einzugehen. Praktisch und bequem ist, via UBS Fondskonto regelmässig in einen Strategiefonds einzuzahlen. Dies ergibt eine Basisanlage, die sich in fast allen Marktlagen bewährt.