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Erfahren Sie, wie Laufzeit, dynamisches Zinsumfeld und Anlagestrategien Ihr Obligationenportfolio prägen können.

Zinsbewegungen beeinflussen Obligationen direkt – mit dem richtigen Verständnis lassen sich Chancen und Risiken jedoch besser einordnen.
ObligationenGehe zum Artikel über Obligationen., auch Anleihen oder Bonds genannt, gehören zu den einfacheren Anlageformen: Beim Kauf ist bekannt, wie hoch der Zins ist und wann das investierte Geld zurückbezahlt wird. Das heisst, Anlegerinnen und Anleger erhalten am Ende der Laufzeit den Nennwert zurück.
Während der Laufzeit kann sich der Kurs einer Obligation jedoch verändern. Massgeblich dafür ist das Zinsumfeld. Besonders stark fallen die Kursschwankungen bei Obligationen mit längeren Laufzeiten aus, da ihr Zinssatz über einen längeren Zeitraum fix ist.
Das Zinsumfeld steht in engem Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Entwicklung:
Solche geldpolitischen Entscheidungen beeinflussen die Obligationenmärkte unmittelbar.
Wenn die Zinsen steigen, verlieren bestehende Obligationen an Wert. Neue Anleihen bieten dann höhere Coupons und werden für Investorinnen und Investoren attraktiver. Ältere Obligationen mit tieferem Zinssatz müssen deshalb über einen tieferen Kurs gehandelt werden, damit ihre Rendite wieder konkurrenzfähig wird.
Ein einfaches Beispiel: Eine bestehende Obligation mit 1-Prozent-Coupon verliert an Attraktivität, wenn neue Emissionen bereits 2 Prozent bieten. Besonders deutlich zeigt sich dieser Effekt bei lang laufenden Anleihen.
Sinken die Zinsen, steigt umgekehrt die Attraktivität bereits ausstehender Obligationen mit höherem Coupon. Die Nachfrage nach diesen Papieren nimmt zu, was ihre Kurse stützen oder erhöhen kann. Davon profitieren vor allem Anleihen mit längerer Restlaufzeit.
Sogenannte Floating Rate Notes passen ihren Zinssatz regelmässig an das aktuelle Marktniveau an. Dadurch sind sie bei steigenden Zinsen meist weniger anfällig für Kursverluste. Im Gegenzug profitieren sie in einem Umfeld fallender Zinsen in der Regel weniger stark von Kursgewinnen.
Für Anlegerinnen und Anleger sind Kursschwankungen vor allem dann relevant, wenn eine Obligation vorzeitig verkauft wird. Wer sie bis zur Fälligkeit hält, erhält in der Regel den Nennwert zurück. Um Zinsrisiken zu reduzieren, kann es sinnvoll sein, in Obligationen mit unterschiedlichen Laufzeiten zu investieren.
Investieren Sie mit UBS und entscheiden Sie, wie viel Beratung Sie möchten und welche Entscheidungen Sie lieber selbst treffen. Wir freuen uns auf Sie.
Wie stark eine Anleihe auf Veränderungen des Zinsniveaus reagiert, hängt von mehreren Merkmalen ab. Diese bestimmen, wie sensibel der Kurs auf steigende oder fallende Zinsen reagiert, und sind damit zentral für die Risikoeinschätzung im Portfolio.
Die wichtigste Kennzahl zur Messung der Zinssensitivität ist die Duration. Sie zeigt, wie stark sich der Preis einer Anleihe verändert, wenn sich das Marktzinsniveau verschiebt. Grundsätzlich gilt: Je höher die Duration, desto empfindlicher reagiert eine Obligation auf Zinsänderungen.
Laufzeit | Duration |
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Mehrere Eigenschaften einer Anleihe wirken sich direkt auf ihre Duration und damit auf die Zinssensitivität aus:
Die Zinsstruktur bildet die Renditen gleichartiger Obligationen über verschiedene Restlaufzeiten ab. Als grafische Darstellung wird sie Zinsstrukturkurve oder Zinskurve genannt. Anlegerinnen und Anleger können an ihr ablesen, welche Rendite eine Obligation – abhängig von der Restlaufzeit – erzielen kann. Besonders relevant sind dabei Staatsanleihen. Bei der Zinsstruktur werden vier Varianten unterschieden:
Welche Anlagestrategie sinnvoll ist, hängt von den finanziellen Zielen, der Risikobereitschaft, dem Anlagehorizont und den Zinserwartungen ab. Im Bereich der Obligationen werden häufig drei Grundstrategien unterschieden.
Even-Ladder-Strategie

Bei dieser Strategie werden Anlagen möglichst gleichmässig über verschiedene Laufzeitsegmente verteilt. Fällige Positionen werden laufend ersetzt, damit die gewünschte Laufzeitenstruktur erhalten bleibt.
Vorteile: Diese Strategie eignet sich für Anlegerinnen und Anleger, die regelmässige Rückzahlungen schätzen, das Zinsänderungsrisiko begrenzen möchten und eine breite Diversifikation über verschiedene Laufzeiten anstreben.
Barbell-Strategie

Die Barbell-Strategie kombiniert vor allem kurzfristige mit langfristigen Obligationen und meidet das mittlere Laufzeitsegment weitgehend. Im Durchschnitt ergibt sich dadurch oft eine mittlere Duration.
Vorteile: Die Strategie kann sinnvoll sein, wenn das mittlere Laufzeitsegment als wenig attraktiv eingeschätzt wird. Sie verbindet Flexibilität auf der kurzen Seite mit Renditechancen auf der langen Seite.
Bullet-Strategie

Die Bullet-Strategie konzentriert sich auf ein bestimmtes Laufzeitsegment. Sie eignet sich insbesondere dann, wenn ein klar definierter Anlagehorizont oder ein künftiger Kapitalbedarf besteht.
Vorteile: Diese Strategie ist für Anlegerinnen und Anleger interessant, die Zahlungsströme und Rückzahlungstermin gezielt auf einen bestimmten Zeitpunkt ausrichten möchten.
Für Anlegerinnen und Anleger ist vor allem entscheidend, wie sie im jeweiligen Zinsumfeld mit ihrem Obligationenportfolio umgehen. Duration und Reinvestitionsrisiko helfen dabei, die Wirkung von Zinsänderungen besser einzuordnen.
Weil diese Einschätzungen und Anpassungen anspruchsvoll sind, können für viele Anlegerinnen und Anleger auch Anleihenfonds oder ETFs sinnvoll sein. Sie bieten Diversifikation, professionelles Management und eine laufende Überwachung von Zins- und Kreditrisiken.
Zinsänderungen lassen sich nicht steuern – die Struktur des Obligationenportfolios jedoch schon.
Wer Zinszyklen nicht nur als Risiko, sondern auch als Gestaltungsfaktor versteht, kann Obligationen gezielt in die langfristige Vermögensplanung einbinden.
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