Expertentipps zur Vorsorge Frisch im Berufsleben – wie sorge ich vor?

Liliane steigt bald in die Berufswelt ein. Bis anhin hat sie studiert und zwischendurch gejobbt. Wie steht es um ihre Vorsorge?

von UBS Wissen 15. Sep 2019

Fünf Fragen an Liliane

Wie viel Vertrauen haben Sie in die staatliche Vorsorge?

Das Vorsorgesystem steht auf wackligen Beinen. Ich bin mir nicht sicher, ob die Altersvorsorge, wie wir sie kennen, noch funktionieren wird, wenn ich ins Rentenalter komme.

Mit welchen Lebenssituationen verbinden Sie die Vorsorge?

Das Thema Vorsorge verbinde ich ganz klar mit dem Alter und mit der Pensionierung. Ich träume von einem Eigenheim, weiss aber nicht, was das für meine Vorsorgeplanung bedeutet.

Wie stellen Sie sich den Ruhestand vor?

Ich hoffe, dass ich im Alter gewisse Privilegien geniessen kann: reisen, auswärts essen, Theaterbesuche, ein Haus mit Garten. Ansonsten stelle ich mir meinen Ruhestand bescheiden vor.

Haben Sie bereits etwas unternommen, um Vorsorgelücken zu vermeiden?

Ich bin mir nicht sicher, wie meine derzeitige Situation aussieht und was ich machen müsste, falls ich Lücken in der AHV und der Pensionskasse habe.

Streben Sie ein Teilzeit- oder ein Vollzeitpensum an? Gibt es dafür spezielle Gründe?

Ich würde gerne mit 80 bis 90 Prozent einsteigen. Eine gute Work-Life-Balance ist mir sehr wichtig. In meinem Beruf als Sozialpädagogin arbeiten sehr wenige Vollzeit.

Liliane setzt sich an den Wohnzimmertisch und klappt den Laptop zu. «Ich schreibe zurzeit meine Masterarbeit. Aber wenn das Wetter so schön ist wie jetzt, wird’s schwierig», sagt sie und lacht. Die 27-Jährige wohnt mitten in Zürich, einen Katzensprung von der Langstrasse entfernt. «Mitten in der Stadt zu leben ist toll, aber ein Eigenheim auf dem Land, das wünsche ich mir für die Zukunft.» Bis dorthin sei es aber noch ein langer Weg, meint Liliane.

«Eine Vollzeitbeschäftigung finde ich nicht erstrebenswert.»

Liliane beendet dieses Jahr ihr Studium in Erziehungswissenschaften und Gender Studies, nebenbei arbeitet sie befristet als Sozialpädagogin. Nächstes Jahr wird sie sich eine Festanstellung suchen. Eine Vollzeitbeschäftigung findet sie nicht erstrebenswert, idealerweise würde sie 80 bis 90 Prozent arbeiten wollen. «Es ist sehr selten, dass Sozialpädagogen im Vollzeit-Pensum angestellt sind. Die Arbeitszeiten sind unregelmässig und die Schichtarbeit kann sehr intensiv sein.» Eine gesunde Work-Life-Balance sei ihr sehr wichtig, betont Liliane. «Ich möchte genug Zeit für den Freund, Freunde und Familie haben, um Sport zu treiben und meinen Leidenschaften – dem Gärtnern und Kochen – nachzugehen.»

Mehr für morgen

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Vorsorgelücken – muss man sich Mitte 20 schon darum kümmern?

Was ist mit dem Thema Vorsorge? Zwar hat sich Liliane schon Gedanken darüber gemacht, konkrete Schritte hat sie aber noch nicht unternommen. «Bis anhin dachte ich, das Thema würde erst relevant werden, wenn ich eine Festanstellung habe. Zugegeben, ich bin relativ unbekümmert, was meine Rente anbelangt.» Obwohl sie vor und während ihrem Studium Teilzeit arbeitete, hat sie immer mal wieder Pausen eingelegt und ist auf Reisen gegangen. «Ehrlich gesagt bin ich mir nicht sicher, ob ich Lücken in der AHV und der Pensionskasse habe. Ich habe bis jetzt nur Teilzeit gearbeitet. Aber auch falls ich Lücken habe, denke ich mir immer, dass das in meinem Alter nicht so schlimm wäre. Schliesslich werde ich die nächsten 37 Jahre arbeiten und einzahlen müssen. Oder sogar noch länger.»

Das Schweizer Vorsorgesystem befindet sich in finanzieller Schieflage. Ich glaube nicht, dass die erste und die zweite Säule ausreichen werden, wenn ich ins Pensionsalter komme.

Die Finanzierung der AHV verschlechtert sich zusehends. Als Lösung diskutiert das Parlament unter anderem, das Rentenalter für Frauen zu erhöhen. Das lässt Liliane zweifeln. «Das Schweizer Vorsorgesystem befindet sich in finanzieller Schieflage. Ich glaube nicht, dass die erste und die zweite Säule ausreichen werden, wenn ich ins Pensionsalter komme.» Lilianes Eltern sind beide pensioniert. Wann immer Liliane finanzielle Fragen hat, wendet sie sich an ihren Vater. Den grössten Teil seines Berufslebens war er als selbstständig Erwerbender tätig. Deshalb rät er Liliane und ihren Schwestern, sich nicht ausschliesslich auf die staatliche und die berufliche Vorsorge zu verlassen, sondern so viel wie möglich zu sparen. «Sobald ich eine Festanstellung habe, möchte ich mich mit dem Thema Säule 3a befassen. Dafür werde ich professionelle Beratung in Anspruch nehmen.»

Mit Freunden hat Liliane schon öfters über die Vorsorge gesprochen. Wann muss ich mich darum kümmern? Wie viel muss ich sparen? Und ab wann lohnt sich eine dritte Säule? Liliane weiss: Je früher sie das Thema anpackt, desto besser.

Fünf Expertentipps für Liliane

  1. Sichern Sie sich die maximale AHV-Rente. Zahlen Sie allfällige fehlende Beiträge innerhalb von fünf Jahren nach. Das geht aber nur, wenn Sie im entsprechenden Zeitraum in der Schweiz versichert waren. Falls Sie sich unsicher sind, bestellen Sie sich bei Ihrer Ausgleichskasse einen AHV-Kontoauszug und prüfen so, ob Sie auf dem Weg zur Maximalrente sind.
  2. Wer Teilzeit arbeitet, mindert vor allem die Vorsorgeleistung der Pensionskassen, aber auch diejenige der AHV. Personen mit einem Pensum unter 50 Prozent und einem tiefen Einkommen droht eine Vorsorgelücke. Umso wichtiger ist es für eine Teilzeitarbeiterin wie Sie, dass Sie bei der Vorsorge die Möglichkeiten der Säule 3a nutzen.
  3. Sobald Sie berufstätig und einer Pensionskasse angeschlossen sind, erhalten Sie einmal jährlich den Vorsorgeausweis. Dieser enthält wichtige Informationen. Sie erfahren, wie viel Sie für die Finanzierung eines Eigenheims einsetzen können oder wie hoch Ihre Invalidenrente wäre, falls Ihnen etwas zustossen sollte. Schenken Sie dem Pensionskassenausweis also die verdiente Aufmerksamkeit.
  4. Wollen Sie Ihren gewohnten Lebensstandard im Pensionsalter beibehalten und jetzt Steuern sparen? Dann gilt: Vorsorge-Sparen mit der Säule 3a. Die Renteneinnahmen nach der Pensionierung decken nämlich nur rund 60 Prozent Ihres letzten Lohnes ab. Ausserdem: Erwerbstätige mit Pensionskassenanschluss dürfen bis zu 6826 Franken pro Jahr einzahlen und den Betrag voll vom steuerbaren Einkommen abziehen.
  5. Die Zeit bis zur Pensionierung ist gleichzeitig Ihr Anlagehorizont für die Altersvorsorge. Daher lohnt es sich, das Geld clever anzulegen. Mit der Investition des 3a-Guthabens in ausgewählte Anlagefonds profitieren Sie von höheren Ertragschancen gegenüber einer klassischen Kontolösung. UBS Vitainvest Vorsorgefonds sind eine ideale Ergänzung zum 3a-Konto.