Nachfolgeplanung Nachfolge und Vorsorge gehen Hand in Hand

Für Unternehmer ist die Nachfolgeregelung oft eine emotionale Angelegenheit. Eine frühzeitige Nachfolge­ und Vorsorgeplanung kann die Finanzsituation optimieren und die Sicherheit erhöhen.

von UBS Wissen 13. Jun 2018

Kaum ein anderes Ereignis im Erwerbsleben ist derart bewegend wie die Gründung und der Aufbau eines eigenen Unternehmens. Umso gewichtiger sind die emotionalen Aspekte, wenn das Lebenswerk an die nächste Generation oder gar in fremde Hände übergeben werden soll. Oft geht dieser Schritt mit der Pensionierung einher. Je länger man mit dem Unternehmen verbunden war, desto eher fühlt man sich unersetzlich. Zudem erscheint der neue Lebensinhalt ungewiss. Die Nachfolge­ und die Vorsorgeplanung werden daher oft aufgeschoben.

«Je früher desto besser», heisst die goldene Regel bei der Vorsorge­ wie auch der Nachfolgeplanung. Dies ermöglicht den schrittweisen Wechsel vom Arbeitsleben in den Ruhestand und gibt genügend Zeit, neue Perspektiven für die nächste Lebensphase zu finden. Zudem kann die Geschäftsübergabe in Ruhe erfolgen. Die Nachfolgeplanung ist zudem ein Projekt, das auch Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten betrifft. Je klarer und früher die Kommunikation, desto mehr Sicherheit entsteht für alle Beteiligten. Die folgenden Checklisten unterstützen Ihre Planung.

  • Beginnen Sie mit dem Schliessen von Beitragslücken in der Pensionskasse schon 10 bis 15 Jahre vor der Pensionierung.
  • Leiten Sie den Transfer von Betriebsvermögen in Ihren Privatbesitz ein: Planen und optimieren Sie früh die Lohn und Dividendenzahlungen.
  • Erstellen Sie einen Finanzplan für den Ruhestand mit folgenden Angaben:
    1. Einnahmen und Ausgaben nach der Pensionierung.
    2. Vorhandenes Vermögen und erwartete Rendite.
    3. Überbrückung der durch Renteneinbussen entstehenden Lücke bei Frühpensionierung.
  • Definieren Sie das Pensionierungsdatum: Melden Sie die AHV-Rente und einen allfälligen Kapitalbezug rechtzeitig an.

Persönliche Vorbereitung

  • Bereiten Sie sich emotional auf den Wechsel vor und definieren Sie Ihre künftige Rolle frühzeitig.
  • Verhindern Sie Zielkonflikte zwischen persönlichen und familiären Zielen – etwa durch einen Ehe- oder Erbvertrag.
  • Geben Sie frühzeitig eine externe Einschätzung des Unternehmenswerts in Auftrag und gleichen Sie diese mit der eigenen Preiserwartung ab.
  • Prüfen Sie verschiedene Nachfolgemodelle.
  • Definieren Sie einen Zeitplan und steigen Sie schrittweise aus Ihrem Unternehmen aus.

Vorbereitung des Unternehmens

  • Evaluieren Sie die strategische Attraktivität des Unternehmens für Dritte; klären Sie das Interesse für eine Übernahme in der Familie oder im Management ab.
  • Stellen Sie wesentliche Unternehmens- und Finanzinformationen für Externe nachvollziehbar dar.
  • Schaffen Sie nachhaltige Management- und Personalstrukturen; reduzieren Sie Abhängigkeiten von Ihrer eigenen Person.
  • Wählen Sie den Zeitpunkt für die Kommunikation der Nachfolgelösung. Wägen Sie Vertraulichkeit und Transparenz gegeneinander ab.
  • Prüfen Sie rechtliche und steuerliche Bedingungen und Implikationen.