Vorsorge Welcher ist Ihr Älterwerden-Moment?

Gegen das Älterwerden können wir nichts tun. Wer rechtzeitig plant, muss sich aber wenigstens um die finanziellen Auswirkungen keine Sorgen machen. Wir haben vier Personen gefragt: Wann haben Sie gemerkt, dass Sie älter werden?

von UBS Wissen 06. Sep 2018

«Als meine Kinder sagten, ich solle ihnen künftig die schwere Gartenarbeit überlassen.» Christoph, 62, Chemielehrer.

«Plötzlich sagten meine Kinder, sie helfen gerne», erinnert sich Christoph. Dies habe ihn sehr überrascht. Denn bisher hatten sie sich noch nie um die Gartenarbeit gerissen. «Und nun plötzlich tun sie alles dafür, dass ich noch lange im Haus bleiben und den Garten geniessen kann.» Dies habe aber auch wichtige Fragen aufgeworfen: «Ich habe mich erstmals gefragt: Wie fit bin ich eigentlich finanziell? Reicht mein Geld, um auch im Alter hier bleiben zu können? Was sind die Kriterien dafür?»

Zusammen mit seiner Frau hat der Rentner in spe die zukünftige Tragbarkeit des gemeinsamen Hauses berechnet und feststellen müssen, dass das Einkommen nach der Pensionierung nicht reichen wird. Danach ist das Ehepaar seine Möglichkeiten durchgegangen.

«Wir haben uns dazu entschieden, die Hypothek ein stückweit zurückzuzahlen und eine Lücke in der Pensionskasse zu schliessen. So können wir auch nach meiner Pensionierung hierbleiben.» An seinem Garten wird Christoph noch lange Freude haben.

«Bei der rasanten Fahrt mit dem Elektrovelo.» Yvonne, 58, Museumsangestellte, und Jacques, 62, Leiter eines KMU.

Dank der Elektrovelos könnten sie weiterhin grössere Strecken ohne Auto zurückzulegen oder den Einkauf in der Stadt erledigen, sagt Yvonne. Doch als sie damit das erste Mal schneller als 35 km/h fuhr, bekam Yvonne ein mulmiges Gefühl. Sind Elektrovelos wirklich geeignet für die beiden Städter? Yvonne begann sich beim ersten gemeinsamen Ausflug zu fragen, was passieren würde, wenn ihr Mann Jacques stürzen und sich schwer verletzen würde.

«Was ist, wenn er dann nicht mehr selber entscheiden kann? Darf ich für ihn entscheiden? Und wer regelt seine Pflege und seine Finanzen?» Dafür zuständig ist im Normalfall die KESB, auch bei verheirateten Paaren. Wer das Eingreifen der Behörde minimieren möchte, braucht einen Vorsorgeauftrag. Darin wird festgehalten, wer im schlimmsten Fall über ärztliche Eingriffe, die richtige Pflege, Finanzielles oder Verträge bestimmen kann.

«Wir haben dann beide einen solchen verfasst. So wissen wir, dass kein Fremder für uns entscheidet», zeigt sich Jacques zufrieden. Ihre Vorsorgeaufträge geben dem Paar Sicherheit – nicht nur bei ihren Veloausflügen.»

«Ich wurde von einem jüngeren Arbeitskollegen gefragt, wie lange ich eigentlich noch arbeiten müsse.» Erika, 54, Buchhalterin.

Nur noch zehn Jahre? Ihre Antwort erstaunte Erika mehr, als sie zugeben wollte. Sie hatte bis anhin noch keine Minute an ihre Pensionierung gedacht – geschweige denn daran, sich darauf vorzubereiten. Erika hat dann einen Termin bei ihrem Bankberater vereinbart. Das Gespräch öffnete ihr die Augen.

«Im Nachhinein muss ich darüber schmunzeln, wie wenig ich dazu wusste», sagt Erika. Zum Beispiel? «Dass sich meine AHV-Rente dauerhaft erhöht, falls ich ein wenig länger arbeiten werde und so den Bezug meiner AHV aufschiebe. Auch dass ich mit geschickten Einkäufen in die Pensionskasse Steuern sparen kann. Das alles war Neuland für mich.»

Nun hat sie zusammen mit ihrem Kundenberater einen Plan erstellt, wann sie welche Schritte tätigen sollte. Es bleiben noch einige Jahre Zeit. «Trotzdem bin ich froh, zu wissen, dass ich gut auf meine Pensionierung vorbereitet sein werde», sagt Erika, «denn dann muss ich mich hoffentlich nur noch um meines Hobbys kümmern.»

Älter werden fängt früher an, als man meint

Man wird plötzlich gesiezt, kann die grauen Haare nicht mehr an einer Hand abzählen oder findet die Brille nicht mehr: Irgendwann merkt jeder, dass er älter wird. Und plötzlich ist auch die Pensionierung gar nicht mehr so weit entfernt. Diese Erkenntnis bringt viele Fragen mit sich.

Soll ich mir mein Pensionskassenvermögen auf einen Schlag auszahlen lassen oder besser eine monatliche Rente beziehen? Kann ich mir mein Eigenheim noch leisten? Wie muss ich planen, damit im Ruhestand noch genug Geld da ist?

Wer sich solche Fragen rechtzeitig stellt, kann der Pensionierung entspannt entgegenblicken.