Gebundene Vorsorge Säule 3a – Bank oder Versicherung?

Steuern sparen und vorsorgen: die Vorteile der Säule 3a sind klar. Doch soll man eine Versicherung oder eine Banklösung wählen?

von Stephan Lehmann-Maldonado 14. Sep 2016

Versicherung oder Bank: Auf den zweiten Blick ergeben sich Unterschiede.

Wer in die Säule 3a einzahlt, kann nur gewinnen – diese Erkenntnis hat sich bei Herr und Frau Schweizer durchgesetzt. So geben knapp 50 Prozent an, eine Säule 3a zu besitzen. Oft werden allerdings deren Möglichkeiten bei weitem nicht ausgeschöpft. So zahlen viele Erwerbstätige nicht den maximal zulässigen Beitrag in die Säule 3a ein. Für das Jahr 2019 wären das 6826 Franken für Personen mit Pensionskasse, was man auch vom steuerbaren Einkommen abziehen könnte.

Risikoschutz gibt’s nicht gratis

Fährt man nun in der Säule 3a mit einer Versicherungs- oder eine Banklösung besser? Versicherungslösungen lassen sich mit einem Risikoschutz (etwa Todesfallkapital) kombinieren. Oft ist auch eine Prämienbefreiung bei Erwerbsunfähigkeit automatisch mitversichert. Den Risikoschutz gibts jedoch nicht gratis: Dieser zusätzliche Risikoschutz hat Prämienkosten zur Folge. Diese fehlen danach im Alterskapital. Gemäss Versicherungsvertrag müssen Sie die vereinbarten 3a-Beiträge immer bis zum Vertragsablauf einbezahlen oder die Versicherung mit Verlust prämienfrei stellen.

Bank ist flexibler

«Bei der Banklösung entfällt der Risikoschutz, dafür bietet sie Flexibilität. Mit den 3a­Einzahlungen kann man jederzeit pausieren, obgleich regelmässige Einzahlungen sinnvoll sind», erklärt Nils Aggett, Leiter UBS Pension Services und ergänzt: «Oft wird missverstanden, dass man je nach finanzieller Lage auch kleinere Beiträge einzahlen kann. Es muss nicht immer der Maximalbeitrag sein.»

Der fehlende Versicherungsschutz lässt sich bei Bedarf mit einer separaten Risikoversicherung kompensieren. Wer über einen langen Anlagehorizont verfüge, sollte laut Aggett auch eine Fondslösung erwägen. Zum Beispiel ist es mit einem UBS Fiscadepot möglich, in Anlagefonds zu investieren und die Renditechancen erhöhen. Auch diese Lösung ist flexibel, kostenfrei auflösbar und die Fonds können bei der Pensionierung ins freie Vermögen übertragen werden – das heisst, man braucht sie nicht zu einem ungünstigen Zeitpunkt zu verkaufen.

Bank versus Versicherung: das Wichtigste auf einen Blick

Laufzeit. Anders als Bankprodukte weisen Versicherungsprodukte eine fixe Vertragsdauer auf. Eine Versicherung lässt sich zwar zurückkaufen, was aber meist ein Verlustgeschäft ist.
Einzahlungen. Wann und wieviel man in die Säule 3a einzahlt, bleibt einem bei der Bank selbst überlassen. Dagegen sind die Zahlungen bei der Versicherung vertraglich geregelt.
Vorbezug. Gelder aus der Säule 3a können nur in bestimmten Fällen vor der Pensionierung bezogen werden – beispielsweise fürs selbstbewohntes Wohneigentum, zur Gründung einer Firma oder wenn man auswandert. Bei Versicherungslösungen kann ein vorzeitiger Bezug allenfalls zu Verlusten führen.
Kosten. Banklösungen sind in der Regel kostenlos. Die Versicherungskosten werden über die Zahlungen amortisiert.
Transfermöglichkeit. Säule-3a-Konti lassen sich von einer Bank zur anderen übertragen, teilweise gegen Gebühr. Versicherungen sind nicht ohne erhebliche Kosten auflösbar respektive übertragbar.
Risikoschutz. Banklösungen bieten keinen Risikoschutz. Dagegen können Sie bei der Versicherung auch eine Prämienbefreiung einbauen. Damit erreichen Sie Ihr Sparziel sogar dann, wenn Sie erwerbsunfähig werden sollten.