Frühpensionierung Gut geplant in den frühzeitigen Ruhestand

Marcel Gaston Morand hat sich für eine vorzeitige Pensionierung entschieden. Eine klare Planung und Budgetierung waren zentral.

von Simon Bietenhader 24. Feb 2016

Vorsorgeplanung ist wichtig – besonders, wenn Sie sich frühzeitig pensionieren lassen. Foto: iStock


Weshalb haben Sie sich für eine Frühpensionierung entschieden?

Vor ein paar Jahren hatte ich deutliche Anzeichen eines Burn-outs. Ich hatte schlaflose Nächte und kriegte den Kopf nicht frei. Letztes Jahr kam ich wieder in einen solchen Strudel und fand nicht mehr hinaus. Da beschloss ich, mich vorzeitig pensionieren zu lassen.

Was freut Sie am meisten?

Frei zu sein! Keine Verpflichtungen zu haben. Ziel ist es, nur die nötigsten Termine wahrzunehmen und sonst nichts zu tun. Ich freue mich auch darauf, vier Wochen in Griechenland zu verbringen.

Wie haben Sie sich vorbereitet?

Nach meinem Entschluss tauschte ich mich mit Kollegen aus. Sie konnten mir gute Tipps geben aus ihren eigenen Erfahrungen. Anfang Jahr habe ich das erste Mal meinen UBS-Berater getroffen. Er hat mich professionell und lösungsorientiert unterstützt. Zuerst hatte ich Bedenken, er könne mich von meinen Plänen abhalten. Durch die Beratung mit den vielen Fragen schwanden aber meine Sorgen. Vor allem aber gab mir der Berater ein gutes Gefühl, den richtigen Entscheid getroffen zu haben.

Um welche Fragen ging es?

Hauptsächlich diskutierten wir über Konsum- und Investitionspläne nach der Pensionierung. Viele Leute haben einen Nachholbedarf, weil sie sich gewisse Dinge wie einen Wohnungskauf oder eine Kreuzfahrt vor der Pensionierung zeitlich nicht einrichten oder finanziell nicht leisten konnten. Da ich kinderlos bin, konnte ich meine Reisewünsche schon während des Berufslebens verwirklichen. Andere kostspieligen Pläne habe ich nicht. Darum komme ich mit weniger Geld aus. Zudem muss ich mir keine Gedanken machen, jemandem etwas zu vererben.

Wie finanzieren Sie die Frühpensionierung?

Mit meinem UBS-Berater habe ich eine klare Planung und Budgetierung gemacht. So kann ich mit Privatvermögen, AHV-Rente und Pensionskassengeldern den gleichen Lebensstandard beibehalten, bis ich 90 Jahre alt bin. Die Einkommenslücke von 15 Monaten bis zur Rente überbrücke ich mit Vermögen. Zudem lasse ich mir mein Pensionskassenguthaben auszahlen. So kann ich selber entscheiden, wie hoch meine monatlichen Bezüge sein sollen. Die AHV-Beiträge, welche ich als Nichterwerbstätiger bis zum Alter 65 bezahlen muss, hat mir mein Berater vorausberechnet.

Gab es emotionale Herausforderungen für Sie?

Ich vermisse meine Arbeit nicht und bereue diesen Entscheid keinesfalls. Ich denke trotzdem regelmässig an meinen Betrieb. Über 37 Jahre war ich in derselben Firma tätig. Das verbindet sehr. Noch immer mache ich mir Gedanken zu Schadenfällen, die ich früher bearbeitet habe. Auch rufe ich oft meine Kollegen an oder gehe persönlich bei ihnen vorbei. Meist haben sie keine Zeit für mich. Das stört mich aber nicht weiter. Denn das heisst: Das Geschäft läuft!

Marcel Gaston Morand liess sich vorzeitig pensionieren. Vorher war er in einer Autovermietung für die Schadensregulierung zuständig.

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