Ad hoc

UBS stärkt ihre Kapitalbasis und passt Bewertungen an

Zürich / Basel Price Sensitive Information

UBS hat Massnahmen zur substanziellen Stärkung ihrer Kapitalbasis eingeleitet und erhöht ihr BIZ-Tier-1-Kapital um CHF 19,4 Milliarden. Dies beinhaltet die Ausgabe von neuem Kapital im Umfang von CHF 13 Milliarden, das bei zwei strategischen Investoren platziert wird. Dabei entfallen CHF 11 Milliarden auf die Government of Singapore Investment Corporation Pte Ltd. (GIC) und weitere CHF 2 Milliarden auf einen ungenannten Investor aus dem Nahen Osten. Gleichzeitig hat UBS die wichtigsten Parameter ihrer Bewertungsmodelle angepasst. Diese Modelle dienen zur Berechnung von Ausfallraten und der daraus resultierenden Verluste aus den Subprime-Hypothekenpools. Als Folge davon wird UBS auf ihren US-Subprime-Beständen zusätzliche Abschreibungen in Höhe von rund USD 10 Milliarden vornehmen. Nach Umsetzung der genannten Massnahmen wird die BIZ-Kernkapitalquote von UBS voraussichtlich über 12% betragen.

UBS revidiert den Ausblick für das vierte Quartal 2007 - entgegen der Mitteilung vom 30. Oktober 2007, die von einer Rückkehr der Gesamtbank in die Gewinnzone ausging, rechnet UBS jetzt mit einem Verlust. Das den Aktionären zurechenbare Ergebnis für das Jahr 2007 wird möglicherweise negativ ausfallen.

Aufgrund der anhaltenden Krise am Markt für US-Subprime-Hypotheken, die teilweise durch Zahlungsausfälle von Eigenheimbesitzern, aber primär durch die schlechteren Markterwartungen für die Zukunft zusätzlich verschärft wurde, hat UBS ihre Annahmen und Inputs zur Bewertung von US-Subprime-Positionen überarbeitet. Daraus resultieren zusätzliche Abschreibungen in Höhe von rund USD 10 Milliarden, hauptsächlich auf CDO- und «Super Senior»1-Beständen. Vor dem Hintergrund der anhaltenden Subprime-Krise reflektieren die Bewertungen der noch verbleibenden Subprime-Bestände das extreme Verlustpotenzial, welches in jenen Preisen zum Ausdruck kommt, die bis Ende November auf einer sehr begrenzten Anzahl von beobachtbaren Markttransaktionen in hypothekarisch gesicherten Wertschriften und auf Indizes im US-Subprime-Markt erzielt wurden.

Als Basis für ihr Wealth- und Asset-Management-Geschäft legt UBS Wert auf eine sehr starke Kapitalbasis, die unter jeglichen Umständen gewahrt bleiben soll. Das Wachstum bei den Neugeldzuflüssen hält unvermindert an. Die Zuflüsse im Global Wealth Management & Business Banking beliefen sich im Oktober und November auf CHF 30 Milliarden. UBS wird die Eigenkapitalausstattung durch die Platzierung von neuem Kapital bei strategischen Investoren, den Verkauf eigener Aktien aus Treasury-Beständen und den Ersatz der Bardividende 2007 durch eine Aktiendividende stärken.

Strategische Investoren zeichnen CHF 13 Milliarden an neuem Kapital

UBS hat mit zwei strategischen Investoren - GIC und einem weiteren - die Übernahme einer neu zu emittierenden Zwangswandelanleihe über CHF 13 Milliarden vereinbart. Dies bedarf noch der Zustimmung der Aktionäre an einer ausserordentlichen Generalversammlung, die Mitte Februar 2008 stattfinden wird. GIC und der zweite Investor verpflichten sich zur Zeichnung von CHF 11 Milliarden respektive CHF 2 Milliarden. Die Anleihe ist bis zur Umwandlung in Stammaktien, die spätestens etwa 2 Jahre nach ihrer Ausgabe erfolgen muss, mit einem Coupon von 9% versehen. Der Erlös dieser Emission wird nach Zustimmung durch die Generalversammlung dem BIZ-Kernkapital (Tier 1) zugerechnet.

Verkauf eigener Aktien

Der Verwaltungsrat von UBS hat zudem dem Wiederverkauf von 36,4 Millionen eigenen Aktien aus Treasury-Beständen, die zuvor für die Vernichtung bestimmt waren, zugestimmt. Investoren haben gegenüber UBS ihr Interesse an diesen Aktien signalisiert. Diese werden gestaffelt platziert werden. Dadurch erhöht sich die BIZ-Kernkapitalquote um rund CHF 2 Milliarden.

Anstelle der Bardividende 2007 wird eine Aktiendividende vorgeschlagen

Der Verwaltungsrat schlägt vor, die Bardividende 2007 durch eine Aktiendividende, d.h. die Ausgabe von Bonusaktien, zu ersetzen. Das Tier 1-Kapital steigt dadurch um CHF 4,4 Milliarden. Davon stellen rund CHF 3,3 Milliarden eine Rückbuchung der aufgelaufenen Dividende für die ersten neun Monate dieses Jahres dar. Der Restbetrag besteht aus Dividendenbeträgen, die nun nicht mehr zurückgestellt werden. Dieser Vorschlag bedarf der Zustimmung durch die Aktionäre an der ausserordentlichen Generalversammlung.

Starke Eigenmittelunterlegung soll Kundengeschäft stützen

Nach Umsetzung dieser drei Massnahmen und Zustimmung durch die ausserordentliche Generalversammlung wird sich das BIZ-Kernkapital (Tier 1) insgesamt um rund CHF 19,4 Milliarden erhöhen. Unter Berücksichtigung des erwarteten Verlusts im vierten Quartal wird die BIZ-Kernkapitalquote von UBS entsprechend über 12% liegen, verglichen mit 10,6% am 30. September 2007.

Marcel Ospel, Präsident des Verwaltungsrats von UBS, kommentiert diese Ankündigungen wie folgt: «Die am US-Hypothekarmarkt erlittenen Verluste sind zwar beträchtlich, hätten aber durch unsere Ertragskraft und Kapitalbasis aufgefangen werden können. Dennoch ist es für uns wichtig, eine ausgeprägt solide Kapitalbasis unter jeglichen Bedingungen aufrechtzuerhalten. Denn diese unterstützt das anhaltende Wachstum im Wealth-Management-Geschäft, dem bedeutendsten Wachstumstreiber für die UBS-Aktionäre.

Wir heissen die neuen langfristigen strategischen Investoren bei UBS willkommen. Singapur spielt bereits heute eine zentrale Rolle für die Wealth-Management-Branche im Allgemeinen und UBS im Besonderen, und wir freuen uns auf eine erfolgreiche Partnerschaft in den kommenden Jahren.

Wir werden sicherstellen, dass das Wachstum im Investment Banking zukünftig auf die Bedürfnisse der institutionellen und Firmenkunden ausgerichtet ist - sowie auf die Maximierung von Synergien mit dem Wealth- und Asset-Management-Geschäft.»

Marcel Rohner, Group Chief Executive Officer, UBS, erklärt dazu: «Die Bedingungen am US-Hypotheken und Wohnimmobilienmarkt haben sich zunehmend verschlechtert. Wir haben deshalb unsere Verlustannahmen einem Niveau angepasst, das der derzeitigen angespannten Situation am Markt für hypothekarisch gesicherte Wertpapiere entspricht. Die anhaltenden Spekulationen über den effektiven Wert unserer Subprime-Bestände - der sich noch immer nicht genau beziffern lässt - wirkten in den vergangenen Monaten belastend. Diese Abschreibungen bringen unseres Erachtens ein Maximum an Transparenz und werden das Potenzial für Spekulationen über notwendige weitere Bewertungskorrekturen bei UBS minimieren. Zusammen mit der Stärkung unserer Kapitalbasis wird uns dies erlauben, uns auf die weitere Entwicklung unseres Kundengeschäfts zu konzentrieren.

Die Kombination von Wealth Management, Asset Management und Investment Banking in einer integrierten Einheit bleibt das beste Modell, damit wir unseren Anteil am Kundengeschäft in jedem der genannten Bereiche steigern und sowohl Kosten- als auch Ertragssynergien nutzen können. In Zukunft müssen die Initiativen und Aktivitäten der Investment Bank jedoch über den gesamten Zyklus hinweg einen angemessenen risikobereinigten Ertrag abwerfen. Gleichzeitig müssen Synergien mit dem Rest des Unternehmens bestehen. Zur Erfüllung dieser Vorgabe arbeiten wir weiter an der Neuausrichtung der Investment Bank im Rahmen der Gesamtstrategie von UBS.

Die Verluste im Subprime-Sektor sind zwar sehr enttäuschend, treffen uns aber in einer Zeit, in der die meisten unserer Geschäfte Gewinne nahe dem Rekordniveau erwirtschaften. Ich bin zuversichtlich, dass wir nach diesen Abschreibungen und mit einer gestärkten Kapitalbasis gut positioniert sind, um weiter profitabel zu wachsen.»

Informationen zu GIC

Die Government of Singapore Investment Corporation (GIC) ist eine global tätige Investmentgesellschaft, die 1981 gegründet wurde, um Singapurs Währungsreserven anzulegen. Mit einem Netz von acht Niederlassungen in den wichtigsten Finanzmetropolen rund um den Globus investiert GIC weltweit in Aktien, Obligationen, Währungen, Rohstoffe, Geldmarktinstrumente, alternative Anlagen, Private Equity, Immobilien und Infrastruktur.