Willkommen zurück im Lernpfad «Vermögen»!
Nachdem Sie im ersten Modul Ihre Ziele und Ihre Lebenssituation eingeordnet haben, geht es nun um die Frage, wie Sie Ihr Vermögen investieren möchten. So zeigen Studien, dass Frauen beim Anlegen oft vorsichtiger vorgehen als Männer und risikoärmere Anlageformen bevorzugen.
Nicht jede Anlagestrategie passt daher zu jeder Person. Und: Verschiedene Anlageklassen bieten unterschiedliche Renditechancen und sind mit entsprechend höherem oder tieferem Risiko verbunden.
Eine klare Standortbestimmung ist deshalb entscheidend, um Ihr Anlegerinnenprofil zu ermitteln. Wichtige Aspekte sind dabei Ihre Ertragserwartungen, Ihr Zeithorizont und Ihr Umgang mit Risiko – also wie viel Risiko Sie einerseits objektiv eingehen können (Risikofähigkeit) und wie viel Sie andererseits subjektiv eingehen wollen (Risikobereitschaft).
Zusammen ergeben diese Punkte Ihr Anlegerinnenprofil.

Anlegerinnenprofil definieren: Ertragserwartungen, Risikoprofil, Zeithorizont
Ihr Anlegerinnenprofil beschreibt, unter welchen Bedingungen Sie investieren möchten. Es setzt sich aus drei zentralen Elementen zusammen:
- Ertragserwartung: Welche finanziellen Ziele möchten Sie erreichen?
- Risikoprofil: Wie viel Verlust können Sie finanziell verkraften, wenn sich die Märkte kurzfristig negativ entwickeln (Risikofähigkeit)? Aber auch: Wie wohl fühlen Sie sich mit Kursschwankungen (Risikobereitschaft)?
- Anlagehorizont: Wann benötigen Sie das investierte Geld? Oder anders gefragt: Wie lange können Sie auf das investierte Geld verzichten?
Diese Aspekte gehören immer zusammen. Erst ihr Zusammenspiel ergibt ein stimmiges Bild darüber, welche Anlagestrategie oder -strategien sich für Ihre individuelle Situation eignen. Je nach Anlagebedürfnissen können unterschiedliche Anlegerinnenprofile und somit Anlagestrategien für Sie sinnvoll sein.
Wie ermitteln Sie Ihr Risikoprofil?
Im Risikoprofil sind Ihre Risikofähigkeit sowie Ihre Risikobereitschaft abgebildet.
Risikofähigkeit (objektiv):
Bei der Risikofähigkeit wird Ihre sogenannte «Verlustkapazität» anhand objektiver Aspekte berechnet. Es wird also ermittelt, ob Sie einen bestimmten Verlust verschmerzen können, ohne Ihren gewohnten Lebensstandard zu gefährden.
Hier spielen neben Ihren bestehenden Vermögenswerten und Verbindlichkeiten auch wiederkehrende sowie einmalige Einnahmen und Ausgaben eine Rolle.
Risikobereitschaft/Risikotoleranz (subjektiv):
Bei der Risikobereitschaft bzw. der Risikotoleranz geht es darum, ob Sie persönlich bereit sind, eventuelle Verluste hinzunehmen beziehungsweise kurzfristige Wertschwankungen Ihrer Anlagen in Kauf zu nehmen.
Zur Bestimmung Ihrer Risikobereitschaft helfen Fragen wie:
- Welche Anlageformen interessieren Sie?
- Welche Werte sind Ihnen beim Investieren wichtig (zum Beispiel Stabilität, Flexibilität, Entwicklung)?
Auch die persönliche Haltung spielt beim Anlegen eine Rolle. Manche Menschen möchten möglichst wenige Kursschwankungen erleben, andere akzeptieren Schwankungen eher, wenn sie dafür langfristige Ziele verfolgen.
Risikokategorien auf einen Blick
Zur Orientierung lassen sich Risikoprofile häufig in drei Kategorien einteilen:
- Geringes Risiko (oft auch konservativ): Stabilität und Planbarkeit stehen im Vordergrund
- Mittleres Risiko (oft auch ausgewogen): Kombination aus Sicherheit und Entwicklung
- Hohes Risiko (oft auch wachstumsorientiert): Fokus auf langfristige Entwicklung, Schwankungen gehören dazu
Welche Kategorie Ihnen entspricht, hängt von Ihrer persönlichen Situation, Ihren Erwartungen und Ihren Zielen ab. Gemäss unserem Beratungsansatz «UBS Wealth Way» wird Ihr Vermögen jedoch nicht pauschal einem einzigen Anlegerinnen- und Risikoprofil zugeordnet. Stattdessen legen wir für jedes Ihrer Anlagebedürfnisse entlang der drei Schlüsselstrategien (Liquidität, Langlebigkeit und Weitergabe) gemeinsam fest, welcher Anteil des Vermögens wie und mit welchem Risikoniveau ausgerichtet wird.
Annas Tipps: Anlagetipps für jedes Risikoprofil
- Denken Sie in Zeiträumen: Je länger Ihr Anlagehorizont, desto eher lassen sich kurzfristige Schwankungen einordnen. Bei kurzfristigen Zielen ist Stabilität oft wichtiger.
- Setzen Sie auf Diversifikation: Eine breite Diversifikation hilft, Risiken zu verteilen – unabhängig vom Risikoprofil.
- Bleiben Sie bei Ihrem Plan: Häufige, emotionale Anpassungen können den Überblick erschweren. Prüfen Sie Veränderungen lieber bewusst und mit Abstand.
- Nutzen Sie Unterstützung, wenn Sie sie möchten: Ein Gespräch mit Fachpersonen kann helfen, Risikoprofil, Ziele und passende Lösungen besser einzuordnen.
- Ein Restrisiko bleibt immer. Umso wichtiger ist eine Strategie, die Sie auch in unruhigen Phasen mittragen können.
Beispiele für passende Anlageklassen je nach Risikoprofil
Je nach Risikoprofil eignen sich unterschiedliche Anlageklassen. In der Praxis werden sie oft kombiniert, um verschiedene Ziele abzudecken und Risiken zu streuen. Entscheidend ist dabei nicht nur die Anlageklasse selbst, sondern auch, wie sie eingesetzt wird und für welchen Zeithorizont.
Anlageklassen einordnen, nicht isoliert betrachten
Jede Anlageklasse folgt eigenen Regeln und bringt unterschiedliche Chancen und Risiken mit sich. Entscheidend ist deshalb nicht die einzelne Anlage, sondern das Zusammenspiel im Gesamtvermögen. Je nach Ziel, Zeithorizont und Risikoprofil können unterschiedliche Anlageklassen entlang der drei Schlüsselstrategien (Liquidität, Langlebigkeit und Weitergabe) geeignet sein. So wird sichtbar, welche Anlagen welche Aufgabe erfüllen.
Im nächsten Modul geht es darum, auf dieser Basis eine konkrete Anlagestrategie zu entwickeln.
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