
Die ersten mechanischen Additionsmaschinen prägten den Büroalltag bereits früh: Bei der Schweizerischen Bankgesellschaft (SBG) kamen ab 1914 Additionsmaschinen zum Einsatz, gefolgt von mechanischen Buchhaltungsmaschinen ab 1922. Ergänzend dazu wurden logarithmische Rechenwalzen verwendet, etwa für präzise Währungs- und Zinsberechnungen.
Bemerkenswert ist, dass Rechenwalzen und mechanische Additionsmaschinen noch bis in die 1970er-Jahre parallel zu den aufkommenden elektronischen Rechnern verwendet wurden – etwa zur Sumlock Comptometer ANITA C VIII von 1961, die mit leuchtender Nixie-Röhrenanzeige Eingaben und Resultate anzeigte, oder zum Elektronenrechner Friden 130 von 1965, der mit einem kleinen Röhrenbildschirm ausgestattet war.
Der Schweizerische Bankverein (SBV) berichtet in einer Ausgabe der Personalzeitung von 1971, dass allein am Hauptsitz und in der Generaldirektion in Basel 665 mechanische Rechenmaschinen und 200 Elektronenrechner im Einsatz waren. Die breite Verfügbarkeit der Geräte machte zugleich deutlich, dass ihr Einsatz gelernt sein sollte: «Obwohl also auf etwa zwei Angestellte eine Rechenmaschine kommt, können viele Mitarbeiter diese nützlichen Helfer nicht blind bedienen oder kennen deren Möglichkeiten zu wenig – vor allem die der Elektronenrechner.» Mit dem Kurs «Maschinenrechnen» reagierte die Bank auf diesen Bedarf: Er vermittelte systematisch den Umgang mit Additionsmaschinen und elektronischen Rechnern, von den Grundrechenarten bis zum Rechnen mit Speicher und Konstanten.
Für die Banken bedeuteten die elektronischen Rechner kürzere Rechenwege, mehr Flexibilität und schnellere Auskünfte direkt am Arbeitsplatz. Die Wirtschaft steigerte mit den mobilen Geräten ihre Produktivität und machte die Verwaltungsabläufe effizienter. Auf gesellschaftlicher Ebene demokratisierte der Siegeszug der Taschenrechner die Rechenleistung. Erstmals war komplexe Mathematik für die breite Masse erschwinglich.
Und für die Gesellschaft veränderte sich allmählich die Erwartung: Rechnen und Berechnen sollte immer rascher und unmittelbarer möglich sein.