Mickry 3

Mickry 3

Nina von Meiss, Christina Pfander und Dominique Vigne bilden das Künstlerinnen-Trio Mickry 3. Sie lernten sich an der F+F Schule für Kunst und Mediendesign kennen und arbeiten seit 1998 zusammen. Ihr Werk ist inspiriert von Comics und Popkultur und beschäftigt sich mit Konsum- und Gesellschaftskritik, stets mit Blick auf die eigene Rolle innerhalb der Konsumgesellschaft, etwa im Hinblick auf Nachhaltigkeit und die Verwendung von Materialien. Das Kollektiv schafft humorvolle, oft bunte und teils skurrile Skulpturen, Malereien und mehrteilige Installationen. In den letzten Jahren entstanden vermehrt Kunst-am-Bau-Arbeiten, darunter die Löwin, eine Skulptur vor dem Rathausprovisorium in Zürich, die als Sitzgelegenheit und Anprallschutz dient.

Bildende Kunst: Die UBS Kulturstiftung würdigt das künstlerische Schaffen von Mickry 3 mit einem Anerkennungsbeitrag von 15 000 Franken.

Ausgrabungen, Erforschung und Vermittlung des mittelalterlichen Dorfes Fang‑Tiébagette

Ausgrabungen, Erforschung und Vermittlung des mittelalterlichen Dorfes Fang-Tiébagette

Die Association pour la recherche archéologique dans le Val d’Anniviers (ARAVA) erforscht und erhält das mittelalterliche Dorf Fang‑Tiébagette im Val d’Anniviers, das seit seiner Wiederentdeckung im Jahr 2000 eine seltene Quelle für die Alltags‑ und Siedlungsgeschichte vom 14. bis 15. Jahrhundert darstellt. Gut erhaltene Wohn‑ und Wirtschaftsgebäude, eine Turmruine sowie der mögliche Fund einer Kapelle erlauben Einblicke in das Leben einer alpinen Gemeinschaft. Von 2026 bis 2028 sind weitere Grabungskampagnen vorgesehen, ergänzt durch naturwissenschaftliche Analysen und Konservierungsmassnahmen zum Schutz der freigelegten Mauern. Ab 2028 macht ARAVA die Forschungsergebnisse durch wissenschaftliche Publikationen und Vermittlungsangebote öffentlich zugänglich.

Denkmalpflege und Archäologie: ARAVA erhält von der UBS Kulturstiftung einen Projektbeitrag von 13 000 Franken.

Dokumentarfilm «Call me when the wind blows» von Arami Ullón

Dokumentarfilm «Call me when the wind blows» von Arami Ullón

Auf der Suche nach neuen Wegen, mit Trauer umzugehen, entdeckt die Regisseurin Arami Ullón in Japan das Windtelefon. Nach dem Tod seines Cousins stellte Itaru Sasaki eine Telefonzelle in seinem Garten auf und öffnete sie nach dem Tsunami 2011 für die Öffentlichkeit. Obwohl die Leitung ins Leere führt, hat dieser ungewöhnliche Ort Tausenden von Menschen geholfen, ihre Trauer zu überwinden. Ullón spricht mit Sasaki sowie mit Nutzerinnen und Nutzern des Windtelefons über Verlust und die Frage, wie Menschen Wege finden, Unerklärliches zu bewältigen. Der Film lädt einfühlsam dazu ein, über Trauer und Vergänglichkeit nachzudenken und über jene Momente von Schönheit, die trotz Schmerz immer wieder sichtbar werden und uns mit dem Leben verbinden.

Film: Beauvoir Films wird für die Herstellung des Dokumentarfilms mit einem Produktionsbeitrag von 25 000 Franken unterstützt.

Gianluca Grossi

Gianluca Grossi

Gianluca Grossi (1967, Bellinzona) ist Journalist, Kriegsberichterstatter, Fotograf und Autor von Sachbüchern, Romanen, Theaterstücken und einem Kinderbuch.
Sein Roman «Una trascurabile inquietudine», erschienen im Januar 2026, erzählt die Geschichte von Magnus Rost, der eines Tages von Zweifeln, Unsicherheiten und Fragen geplagt sowie von unheilbarer Hypochondrie gequält wird. Er erkennt sein Schicksal und beschliesst, seinem Leben eine neue Richtung zu geben. Sein Ziel ist es, die Katastrophe zu verhindern, die über seine Stadt hereinbrechen wird. Die Bewohnenden von Levàntia hingegen sind überzeugt, in einer perfekten Welt zu leben, frei von Zweifel und Tragödie. In dieser Welt gilt jede Unruhe als vernachlässigbar, und wer sich dagegen auflehnt, ist zu einem lächerlichen Ende verurteilt.

Literatur: Gianluca Grossi wurde mit einem Werkbeitrag von 10 000 Franken unterstützt. 

Kultur‑ und Bildungszentrum Rachmaninoffs Villa Senar

Kultur- und Bildungszentrum Rachmaninoffs Villa Senar

Die Villa Senar in Weggis, das einstige Wohn- und Künstlerhaus des Komponisten Sergei Rachmaninoff, ist ein seltenes Gesamtkunstwerk der Moderne. Seit 2023 öffnet die Serge Rachmaninoff Stiftung das Denkmal für die Öffentlichkeit und entwickelt einen vielseitigen Kultur- und Bildungsort: Konzerte, Masterclasses, digitale Vermittlung per Augmented Reality, Programme für Kinder und Erwachsene sowie wissenschaftliche Publikationen verbinden Tradition und Gegenwart.
Für die Jahre 2025 bis 2028 befindet sich das Kulturzentrum in einer entscheidenden Aufbauphase. Geplant sind unter anderem Auftragswerke, die Senar Arts Academy, barrierefreie Konzerte im Park, Artists in Residence und Expertenführungen sowie Bildungs- und Partizipationsangebote für unterschiedliche Zielgruppen.

Schwerpunkte: Die UBS Kulturstiftung fördert den Ausbau der Vermittlungsprogramme mit 80 000 Franken.

Basel Sinfonietta und Leo Dick

Basel Sinfonietta und Leo Dick

Unter dem Titel «Gesprengte Welten / LSD» präsentiert die Basel Sinfonietta Werke, welche die Grenzen der Wahrnehmung herausfordern. Im Zentrum steht das Auftragswerk «Hofmann in Death Valley» des Komponisten Leo Dick, das die Entdeckung von LSD durch Albert Hofmann und eine Anekdote über Michel Foucaults LSD-Erfahrung thematisiert. Die von Hofmann beschriebenen kaleidoskopartigen Farb- und Formspiele setzt Dick musikalisch um.
Leo Dick (1976, Basel) studierte Komposition und Opernregie; sein Schwerpunkt liegt auf Formen des Neuen Musiktheaters. Die Basel Sinfonietta, 1980 gegründet, ist ein auf zeitgenössische Musik spezialisiertes Orchester mit sinfonischer Besetzung.

Musik: Die UBS Kulturstiftung unterstützt die Basler Sinfonietta mit einem Projektbeitrag von 10 000 Franken für die Uraufführung des Werks «Hofmann in Death Valley» von Leo Dick.