
Noch um 2000 war mobiles Banking in der Schweiz vor allem ein technisches Experiment. Bankdienstleistungen liefen über sogenanntes WAP Banking (Wireless Application Protocol), einen frühen Mobilfunkstandard, der speziell dafür entwickelt wurde, stark vereinfachte Internetinhalte – sogenannte WML-Seiten – auf den kleinen und technisch eingeschränkten Bildschirmen damaliger Mobiltelefone darzustellen. In den damaligen Rückblicken war von «langsamer Verbindung und mühsamen Fehlermeldungen» die Rede. Die Idee war da, aber für den Alltag der breiten Kundschaft noch zu umständlich.
Die entscheidende Weiterentwicklung von einem Mobiltelefon hin zu einem Smartphone lag darin, dass Smartphones über grössere Bildschirme, Kameras und speziell entwickelte Apps verfügten. Dadurch liessen sich Bankfunktionen nicht mehr nur stark vereinfacht anzeigen, sondern direkt auf dem Gerät ausführen und deutlich intuitiver bedienen. Für die Kundschaft bedeutete dies, dass Bankgeschäfte schneller, visueller und tatsächlich für unterwegs nutzbar wurden.
Wie die Fachzeitschrift «Netzwoche» unter dem Titel «UBS goes App» im Jahr 2011 berichtete, ermöglichte UBS ihren Schweizer Privatkundinnen und Privatkunden den Zugriff auf Konten und Depots per Smartphone und Tablet. Besonders auffällig war die integrierte Scan-Funktion für Einzahlungsscheine. Diese konnten fotografiert und anschliessend automatisch an das E-Banking übermittelt werden. Abgesehen davon beschränkte sich das Angebot zunächst auf das Abfragen von Informationen.
Zwei Jahre später lancierte UBS eine neue Banking‑App und markierte damit einen deutlichen Fortschritt. Neue Funktionen vereinfachten das Banking per Smartphone erheblich: Neben dem weiterentwickelten Einzahlungsschein‑Scanner bot die App nun detaillierte Angaben zu Gutschriften und Belastungen sowie Zugriff auf Marktinformationen, Research und Wertschriftendaten.
Mobile Banking wurde nun alltagstauglich: Zahlungen konnten via App direkt ausgeführt werden und der Handel mit Wertschriften war ebenso möglich.
Damit entwickelte sich das Mobile Banking von einem reinen Informationskanal zunehmend zur mobilen Bankfiliale.
Textquellen:
Laura Frommberg, UBS lanciert neue Banking‑App, 7 August 2013
Netzwoche, UBS lanciert Mobile‑Dienste, 1 July 2011
UBS, 40 Years E-Banking, 2024 (unveröffentlichte interne Dokumentation)
UBS, Auf die Mobile Banking App folgt das überarbeitete E-Banking, in:We., Das Magazin für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von UBS in der Schweiz, Dezember 2013
Bildquelle:
UBS Langzeitarchiv
Bildquellen der Ausstellung:
UBS Langzeitarchiv
UBS Langzeitarchiv, in: UBS Jahresrückblick 2014, Fotograf Martin Rütschi
Quellen der im Ausstellungsvideo verwendeten Bilder:
UBS Langzeitarchiv