2013 - Key Moment

Die Bank passt jetzt in die Hosentasche

Anfang der 2010er-Jahre wurde das digitale Banking ein ständiger Begleiter. Das Smartphone brachte Kontoabfragen, Zahlungen und später auch das Scannen von Einzahlungsscheinen direkt in die Hand der Kundinnen und Kunden. Was mit frühen mobilen Versuchen über WAP begann – eine Technik für vereinfachte Internetseiten auf den winzigen Displays früher Mobiltelefone –, wurde nun alltags- und massentauglich. Die Bank war damit nicht länger an Schalter oder Computer gebunden, sondern jederzeit mobil verfügbar.

Frau schaut auf ihr Handy
Plakat zum Online & Mobile Banking der damaligen Credit Suisse, 2018

Noch um 2000 war mobiles Banking in der Schweiz vor allem ein technisches Experiment. Bankdienstleistungen liefen über sogenanntes WAP Banking (Wireless Application Protocol), einen frühen Mobilfunkstandard, der speziell dafür entwickelt wurde, stark vereinfachte Internetinhalte – sogenannte WML-Seiten – auf den kleinen und technisch eingeschränkten Bildschirmen damaliger Mobiltelefone darzustellen. In den damaligen Rückblicken war von «langsamer Verbindung und mühsamen Fehlermeldungen» die Rede. Die Idee war da, aber für den Alltag der breiten Kundschaft noch zu umständlich.

Die entscheidende Weiterentwicklung von einem Mobiltelefon hin zu einem Smartphone lag darin, dass Smartphones über grössere Bildschirme, Kameras und speziell entwickelte Apps verfügten. Dadurch liessen sich Bankfunktionen nicht mehr nur stark vereinfacht anzeigen, sondern direkt auf dem Gerät ausführen und deutlich intuitiver bedienen. Für die Kundschaft bedeutete dies, dass Bankgeschäfte schneller, visueller und tatsächlich für unterwegs nutzbar wurden.

Wie die Fachzeitschrift «Netzwoche» unter dem Titel «UBS goes App» im Jahr 2011 berichtete, ermöglichte UBS ihren Schweizer Privatkundinnen und Privatkunden den Zugriff auf Konten und Depots per Smartphone und Tablet. Besonders auffällig war die integrierte Scan-Funktion für Einzahlungsscheine. Diese konnten fotografiert und anschliessend automatisch an das E-Banking übermittelt werden. Abgesehen davon beschränkte sich das Angebot zunächst auf das Abfragen von Informationen.

Zwei Jahre später lancierte UBS eine neue Banking‑App und markierte damit einen deutlichen Fortschritt. Neue Funktionen vereinfachten das Banking per Smartphone erheblich: Neben dem weiterentwickelten Einzahlungsschein‑Scanner bot die App nun detaillierte Angaben zu Gutschriften und Belastungen sowie Zugriff auf Marktinformationen, Research und Wertschriftendaten.

Mobile Banking wurde nun alltagstauglich: Zahlungen konnten via App direkt ausgeführt werden und der Handel mit Wertschriften war ebenso möglich.

Damit entwickelte sich das Mobile Banking von einem reinen Informationskanal zunehmend zur mobilen Bankfiliale. 

Textquellen:

Laura Frommberg, UBS lanciert neue Banking‑App, 7 August 2013

Netzwoche, UBS lanciert Mobile‑Dienste, 1 July 2011

UBS, 40 Years E-Banking, 2024 (unveröffentlichte interne Dokumentation)

UBS, Auf die Mobile Banking App folgt das überarbeitete E-Banking, in:We., Das Magazin für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von UBS in der Schweiz, Dezember 2013

Bildquelle:

UBS Langzeitarchiv

Bildquellen der Ausstellung:

UBS Langzeitarchiv

UBS Langzeitarchiv, in: UBS Jahresrückblick 2014, Fotograf Martin Rütschi

Quellen der im Ausstellungsvideo verwendeten Bilder:

UBS Langzeitarchiv