1977 – Key Moment

SWIFT verbindet Weltbanken

1977 veränderte SWIFT den internationalen Zahlungsverkehr grundlegend: Finanznachrichten wurden standardisiert, sicherer und deutlich schneller übermittelt. Für Banken entstand eine gemeinsame Sprache des globalen Geschäfts – und sowohl für Unternehmen als auch für Privatkundinnen und Privatkunden wurde grenzüberschreitender Zahlungsverkehr verlässlicher und planbarer.

Blick in ein Büro der Credit Suisse in New York um 2000
Blick in ein Büro der Credit Suisse in New York um 2000

SWIFT steht für Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication und entstand aus einem Problem, das die Banken Anfang der 1970er-Jahre zunehmend beschäftigte. Internationale Zahlungen wurden über unterschiedliche Formulare, Korrespondenzwege und manuelle Kontrollen abgewickelt. Mit dem wachsenden Welthandel und dem Ausbau des Auslandsgeschäfts vieler Banken wurde dieser Aufwand aber immer grösser. Besonders die Schweizer Grossbanken wickelten zunehmend Geschäfte über Landesgrenzen hinweg ab und waren auf schnellere und verlässlichere Abläufe angewiesen.

1973 gründeten führende Banken aus Europa, den USA und Kanada in Brüssel die Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication, kurz SWIFT. Zu den beteiligten Instituten gehörten auch Vorgängerbanken von UBS. Vier Jahre später wurden die ersten grenzüberschreitenden Finanznachrichten über das neue Netzwerk übermittelt. Zunächst verband es Banken in 15 Ländern. Die Neuerung war wegweisend: Nicht das Geld selbst wurde übertragen, sondern standardisierte Nachrichten zu Zahlungen und Finanzgeschäften. Damit entstand erstmals eine gemeinsame Sprache für das internationale Bankgeschäft.

Zu den ersten Anwendungen gehörten Kunden- und Banktransfers sowie Fremdwährungsgeschäfte. Später folgten Wertschriftentransaktionen, Devisenhandelsbestätigungen, Zahlungsversprechen und Kontoauszüge. Die Nachrichten wurden über ein internationales Netz von Rechen- und Vermittlungsstellen rund um die Uhr zwischen den teilnehmenden Banken weitergeleitet. Die Schweiz war dabei mit dem Operationscenter in den Niederlanden verbunden.

Für die Banken bedeutete SWIFT weniger Papier, weniger manuelle Zwischenschritte und mehr Sicherheit. Für Kundinnen und Kunden wurden Auslandszahlungen schneller und zuverlässiger. Davon profitierten nicht nur internationale Überweisungen, sondern auch Exportgeschäfte, Handel, Finanzierung und andere grenzüberschreitende Geschäfte. Für die Schweiz als Export- und Finanznation gewann die Anbindung an dieses weltweite Kommunikationsnetz besondere Bedeutung.

Das Netzwerk wuchs rasch. Bereits 1979 verarbeitete SWIFT täglich mehr als 150 000 Transaktionen zwischen über 500 Mitgliedbanken. Wenige Jahre später waren über 1440 Banken in 49 Ländern angeschlossen. Auch die Vorgängerinstitute von UBS nutzten die neuen Standards früh mit und trugen dazu bei, den Finanzplatz Schweiz enger mit den internationalen Märkten zu vernetzen. SWIFT entwickelte sich damit zum Rückgrat des globalen Bankgeschäfts und zu einer weitgehend unsichtbaren Infrastruktur, die internationale Zahlungen, Investitionen, Handel und Devisengeschäfte bis heute ermöglicht.

Textquellen:

Josef Bumann, Bank-Informatik, Ein Einstieg in die EDV für Bankangestellte, Bern und Stuttgart, 1987

Credit Suisse, Connectivity Tools, Factsheet: SWIFT Hub, 2005

Hypo Aargau, SWIFT(Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication S.C.), Schulung für Kundenberater, 1988

Bildquelle:

UBS Long-Term Archives, photographer Kenneth Barbalato

Bildquellen der Ausstellung:

UBS Long-Term Archives, photographer Kenneth Barbalato

UBS Long-Term Archives, press conference RTB 1977, photographer Niggi Bräuning

Quellen der im Ausstellungsvideo verwendeten Bilder:

UBS Langzeitarchiv