«Zu wenig Geld» – ein hartnäckiger Mythos

Im Alltag ist das Budget vieler Frauen eng verplant: Wohnen, Mobilität, Freizeit, Versicherungen oder unerwartete Ausgaben – am Monatsende bleibt gefühlt wenig übrig. Anlegen rutscht so automatisch an das Ende der Prioritätenliste, mit dem Gedanken: «Ich kümmere mich darum, wenn einmal mehr da ist.»

Die Studie «Frauenperspektiven 2026» zeigt, dass genau dieses Gefühl eine der wichtigsten Hürden ist: Frauen nennen «zu wenig Geld» besonders oft als Grund, warum sie mit dem Anlegen zögern. Gleichzeitig ist ihnen finanzielle Sicherheit sehr wichtig. Viele versuchen diese zu erreichen, indem sie Geld auf dem Konto sparen oder ihre Ausgaben möglichst reduzieren – statt ihr Vermögen langfristig über Investitionen wachsen zu lassen.

Frauenperspektiven 2026 – Studie

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Finanzkompetenz beginnt im Alltag

Die Ergebnisse der Studie machen auch deutlich: Frauen unterschätzen sich beim Umgang mit Geld. Sie führen Haushaltsbudgets, vergleichen Preise, planen Ausgaben für Familie und Vorsorge – kurz: Sie treffen täglich wichtige finanzielle Entscheidungen.

Diese Alltags‑Finanzkompetenz ist eine starke Basis fürs Anlegen. Wer weiss, was monatlich reinkommt und rausgeht, kann auch einschätzen, welcher Betrag realistisch zur Seite gelegt werden kann – selbst wenn er klein ist. Es braucht also nicht «noch mehr Wissen», sondern vor allem das Vertrauen, mit dem vorhandenen Wissen den nächsten Schritt zu gehen.

Motivationsfaktoren für die Auseinandersetzung mit Finanzen

in % Einwohnerinnen der Schweiz ab 16 Jahren, Anteil Nennungen

Mehrfachnennungen möglich

Das Diagramm zeigt die wichtigsten Faktoren, die Frauen in der Schweiz dazu motivieren, sich mit finanziellen Themen auseinanderzusetzen. Am häufigsten werden das Ziel, trotz steigender Kosten finanziell stabil zu bleiben (52 %), sowie die Vorbereitung auf die Zukunft (49 %) genannt, gefolgt vom Wunsch, finanzielle Entscheidungen sicher und informiert treffen zu können (46 %). Weitere Motive wie finanzielle Unabhängigkeit (24 %) oder Vermögensaufbau (22 %) werden seltener genannt, während langfristige Ziele und ein allgemeines Interesse an Finanzthemen eine geringere Rolle spielen.
Quelle: gfs.bern, Frauenperspektiven – Eine Studie des UBS Sorgenbarometers, Dezember 2025 – Januar 2026 (N = 1014)

Guter Einstieg: Kleine Beträge, grosse Wirkung

Anlegen ist nicht nur dann sinnvoll, wenn plötzlich ein hoher Betrag auf dem Konto liegt. Im Gegenteil: Gerade regelmässige, kleinere Beträge können über die Zeit viel bewirken. Zum Beispiel lässt sich mit einem Sparplan in einen Fonds oder ETF investieren, der breit über viele Unternehmen oder Märkte gestreut ist.

Statt auf «den perfekten Zeitpunkt» zu warten, kann es helfen, einen fixen Betrag festzulegen. Ideal ist ein Betrag, der sich in seiner Höhe ähnlich anfühlt wie ein Streaming-Abo oder eine andere regelmässige Ausgabe und das Budget nicht spürbar belastet. So wird Anlegen zu einer Gewohnheit, die sich einfach in den Alltag integrieren lässt.

So richten Sie einen einfachen Sparplan ein

Ein Spar‑ und Anlegeplan besteht im Kern aus drei Schritten: Überblick schaffen, einen festen Betrag definieren und die Überweisung automatisieren.

Budget klären: Notieren Sie für ein bis zwei Monate Ihre wichtigsten Einnahmen und Ausgaben. So sehen Sie, welcher Betrag realistisch regelmässig zur Seite gelegt werden kann.

Betrag festlegen: Starten Sie mit einem Betrag, der sich für Sie gut anfühlt – auch wenn er klein erscheint. Regelmässiges Anlegen über längere Zeit ist oft wichtiger als die Höhe der einzelnen Einzahlung.

Automatisch sparen und anlegen: Richten Sie einen Dauerauftrag auf ein separates Sparkonto oder Anlagekonto ein. Von dort können Sie zum Beispiel regelmässig in einen breit gestreuten Fonds oder ETF einzahlen.

Lernpfad «Vermögen»: Chancen gezielt nutzen

Ein fundiertes Verständnis von Anlageklassen, Risiken und Strategien ist die Basis für langfristigen Vermögensaufbau. Wer die Mechanismen der Finanzmärkte kennt, investiert selbstbewusster und trifft fundierte Entscheidungen. Der Women’s-Wealth-Lernpfad zeigt, wie Frauen ihr Vermögen strukturiert aufbauen, gezielt diversifizieren und nachhaltig weiterentwickeln.

Sicherheit bleibt im Mittelpunkt

Viele Frauen möchten beim Anlegen kein «Alles oder Nichts», sondern Sicherheit und Planbarkeit. Die Studie zeigt, dass sie Risiken bewusst abwägen. Das ist kein Nachteil, sondern kann helfen, eine Anlagestrategie zu wählen, die zur eigenen Lebenssituation passt.

Dazu gehört, das Geld auf verschiedene Anlagen, Branchen und Regionen zu verteilen, statt alles in wenige einzelne Unternehmen zu investieren. Das hat den Vorteil, dass man sich nicht intensiv mit der Bewertung einzelner Unternehmen auskennen muss. Statdessen bieten sich Lösungen wie zum Beispiel Anlagefonds oder ETFs an, die bereits diversifiziert sind und an die eigenen Ziele angepasst werden können.

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  • Ausarbeiten einer Anlagestrategie
  • Auswählen der passenden Geldanlage
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Fazit: Mit der richtigen Unterstützung zum Ziel

Wer darauf wartet, «genug» Geld zu haben, verschiebt das Anlegen oft über Jahre. Frauen, die regelmässig einen kleinen Betrag investieren, nutzen ihre Möglichkeiten besser aus. So entsteht nach und nach Vermögen, das langfristige finanzielle Ziele unterstützt und ein grösseres Gefühl von Sicherheit vermitteln kann.

Die Studie zeigt zugleich, dass der Einstieg ins Anlegen leichter fällt, wenn Frauen Zugang zu Finanzwissen erhalten, das ihre Lebensrealitäten, Bedürfnisse und Fragen berücksichtigt. Transparente Kosten, verständliche Informationen und Angebote, die zu ihrem Alltag passen, unterstützen diesen Prozess. Eine Beratung, die auf die konkrete Lebenssituation eingeht, nimmt Druck und schafft Orientierung. Auf diese Weise lässt sich Schritt für Schritt klären, welches Risiko stimmig ist und wie auch kleinere Beträge sinnvoll für langfristige Ziele eingesetzt werden können.

Niemand muss diesen Weg alleine gehen. Wer Fragen offen anspricht und sich bei der Wahl geeigneter Produkte für das eigene Portfolio unterstützen lässt, macht aus einem zunächst abstrakten Thema ein konkretes Instrument, um die eigene finanzielle Zukunft aktiv zu gestalten.

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