Herzlich willkommen zum fünften und letzten Modul in diesem Lernpfad!
Sie haben nun alle drei Säulen der Schweizer Vorsorge kennengelernt und wissen, wo Lücken entstehen können.
So haben Sie die ideale Basis, um Ihre Vorsorge gezielt anzugehen und die Weichen für eine entspannte Zukunft zu stellen. Sie wollen direkt loslegen? Dann beginnen Sie am besten mit diesen Fragen:
- Wie möchte ich im Alter leben?
- Welche Vorsorgelücken habe ich – heute und in Zukunft?
- Wie kann ich während meines Erwerbslebens genug Vermögen ansparen, damit ich nach der Pensionierung gut leben kann?
Je früher Sie diese Fragen für sich beantworten, desto mehr Handlungsspielraum haben Sie. Und desto besser können Sie Ihre finanzielle Situation, Ihre Altersvorsorge und Ihre Lebensqualität gestalten.
Wie genau, das zeige ich Ihnen in diesem Modul mit einem konkreten Fahrplan und Checklisten.
Unser Fahrplan für die Optimierung Ihrer Vorsorge enthält fünf Schritte:
- Den gewünschten Lebensstandard definieren
- Die AHV im Blick behalten
- Die Pensionskasse optimieren
- Die Säule 3a voll ausschöpfen
- Vorsorgeauftrag und Nachlass rechtzeitig regeln
Lesen Sie in der Folge, wie Sie diese fünf Schritte umsetzen können.
1. Den gewünschten Lebensstandard definieren
Damit Sie im Alter so leben können, wie Sie es sich wünschen, ist eine realistische Planung entscheidend. Die zentrale Frage dabei ist: Was kostet Ihr gewünschter Lebensstil heute und im Ruhestand? Sie fragen sich, warum Ihr Lebensstil heute auch für die Zukunft relevant ist? Das hat zwei Gründe: Zum einen definiert Ihr heutiger Lebensstil Ihre Sparrate, was grossen Einfluss auf den Vermögensaufbau hat. Zum andern wissen wir, dass bei den meisten Menschen die Lebenskosten nach der Pensionierung nicht erheblich sinken.
Um eine Übersicht über Ihr Budget zu erlangen, sollten Sie folgende Faktoren berücksichtigen:
- Wohnkosten: Wie möchten Sie langfristig wohnen? Sehen Sie sich eher in einer Mietwohnung oder einem Eigenheim? Wie hoch könnten Miete oder Hypothekarzinsen plus Nebenkosten sein?
- Versicherungskosten: Welche Versicherungsleistungen brauchen Sie jetzt und in Zukunft, und mit welchen Kosten sind diese verbunden?
- Freizeit und Reisen: Wie sehen Ihre aktuellen Freizeitaktivitäten und Reisepläne aus? Was denken Sie, wie viel Sie nach der Pensionierung unternehmen und reisen werden?
- Lebenshaltungskosten: Wie Geld benötigen Sie im Alltag? Verpflegung, Telekommunikation, Abos, Auto, etc. Diese Kosten bleiben auch nach der Pensionierung oft bestehen.
- Steuern: Wie viel Steuern zahlen Sie heute – und wie stark wird die Belastung steigen oder sinken, sollten Sie zukünftig mehr oder weniger verdienen? Welche Steuerzahlungen kommen in Zukunft auf Sie zu (beispielsweise aufgrund von Erbschaft oder Kapitalbezug bei Pensionierung)?
Eine solide Budgetplanung hilft, den gewünschten Lebensstandard realistisch einzuschätzen und Vorsorgelücken frühzeitig zu erkennen. Nutzen Sie unsere Vorlage, um sich einen ersten Überblick zu verschaffen: Laden Sie sich unsere Budgetvorlage hier als Excel-Datei herunter.
Vertiefende Infos rund um die Themen Budgetplanung und Vermögensaufbau finden Sie zudem im Lernpfad «Finanz-Basics».
2. Die AHV im Blick behalten
Die AHV bildet das Fundament Ihrer Altersvorsorge. Doch auch dort können Lücken entstanden sein, die sich auf Ihre Altersrente auswirken. Umso wichtiger ist es, den eigenen Beitrag genau zu kennen und frühzeitig zu prüfen, ob alle Angaben korrekt sind.
So gehen Sie vor:
- Bestellen Sie einen aktuellen AHV-Kontoauszug bei Ihrer Ausgleichskasse.
- Prüfen Sie die Einträge sorgfältig: Stimmen die Beitragsjahre, die Angaben zu Ihrem Einkommen und Ihr Einkommen pro Beitragsjahr? Achten Sie dabei auf die Frist für Berichtigungen. Entdecken Sie einen Fehler, müssen Sie diesen der Ausgleichskasse innert 30 Tagen melden. Nur so lassen sich die Angaben nachträglich korrigieren.
- Ab etwa 60 Jahren ist es zusätzlich sinnvoll, eine Rentenvorausberechnung anzufordern. So wissen Sie frühzeitig, womit Sie rechnen können.
Diese Möglichkeiten haben Sie, Ihre 1. Säule zu optimieren:
- Beiträge nachzahlen: Haben Sie eine Beitragslücke innerhalb der letzten fünf Kalenderjahre, können Sie fehlende Beiträge noch nachzahlen. Dafür setzen Sie sich direkt mit Ihrer Ausgleichskasse in Verbindung. Nach Ablauf der Fünfjahresfrist sind Nachzahlungen nicht mehr möglich.
- Länger arbeiten: Wer die AHV-Rente aufschiebt, erhält lebenslang eine höhere Rente. Ein Aufschub ist für mindestens zwölf Monate und maximal fünf Jahre möglich. Sie können dabei die ganze Rente oder einen Anteil zwischen 20 und 80 Prozent aufschieben. Eine einmalige Erhöhung des gewählten Anteils ist ebenfalls möglich. Einen Aufschub der AHV-Altersrente müssen Sie spätestens ein Jahr nach Erreichen des ordentlichen Rentenalters (Referenzalter) anmelden.
3. Die Pensionskasse optimieren
Die Pensionskasse ist die zweite wichtige Säule Ihrer Altersvorsorge. Grundsätzlich gilt: Je mehr Alterskapital Sie darin ansparen, desto besser. Wir empfehlen Ihnen, sich spätestens ab ca. 50 Jahren die eigene Situation in der 2. Säule genau anzuschauen. So lassen sich potenzielle Lücken häufig noch gezielt schliessen.
Schauen Sie dazu auf dem Vorsorgeausweis Ihrer Pensionskasse nach und prüfen Sie:
- die Altersleistungen,
- die Leistungen bei Invalidität oder Tod (versicherte Risikoleistungen) sowie
- Ihren maximal möglichen Einkaufsbetrag.
Das können Sie tun:
- Einkäufe tätigen: Zusätzliche Einzahlungen in die Pensionskasse erhöhen nicht nur Ihr Alterskapital, sondern bieten auch attraktive Steuervorteile. Besonders ab 50 Jahren, wenn der Planungshorizont kürzer wird, kann sich ein solcher Einkauf lohnen. Wichtig: Prüfen Sie vor einem Einkauf in die Pensionskasse die finanzielle Stabilität Ihrer Pensionskasse, zum Beispiel anhand des Deckungsgrads. Informationen dazu finden Sie auf dem Vorsorgeausweis oder bei der Pensionskasse (zum Beispiel im Jahresbericht). Planen Sie Ihre Einkäufe zudem über mehrere Jahre, um die Steuervorteile optimal zu nutzen und Ihre finanzielle Belastung gleichmässig zu verteilen. Wurden Einkäufe getätigt, so dürfen die daraus resultierenden Leistungen innerhalb der nächsten drei Jahre nicht in Kapitalform aus der Vorsorge zurückgezogen werden. Falls innert dieser Frist trotzdem Kapitalbezüge getätigt werden, wird der Steuervorteil grundsätzlich mittels Nachsteuer wieder rückgängig gemacht.
- Beitragsvariante: Prüfen Sie, ob Ihre Pensionskasse und Ihre Arbeitgeberin oder Ihr Arbeitgeber die Möglichkeit verschieden hoher Beitragsvarianten anbieten. Wenn Sie eine Variante mit höheren Sparbeiträgen wählen, erhöhen Sie dadurch Ihr Alterskapital.
- Renten- oder Kapitalbezug klären: Spätestens einige Jahre vor der Pensionierung sollten Sie prüfen, ob Sie Ihr Pensionskassenvermögen als Rente, Kapital oder in Form einer Kombination von beidem beziehen möchten. Dieser Entscheid ist situationsabhängig und er ist endgültig. Erfahren Sie mehr dazu in diesem Artikel.
- Rechtzeitig informieren: Möchten Sie Ihr Vorsorgevermögen ganz oder in Teilen als Kapital beziehen, müssen Sie das Ihrer Pensionskasse rechtzeitig mitteilen. Erkundigen Sie sich frühzeitig bei Ihrer Vorsorgeeinrichtung, wie lange vor der Pensionierung eine Anmeldung nötig ist.
- Steuerlich clever handeln: Beziehen Sie die Gelder aus der 2. Säule nicht im gleichen Jahr wie die Gelder aus der 3. Säule. So lässt sich die Steuerlast rund um die Pensionierung deutlich optimieren.
- Gemeinsam planen: Leben Sie in einer Partnerschaft, lohnt sich ein gemeinsamer Blick auf die Vorsorge beider Personen. So können Sie Chancen optimal nutzen und Lücken gemeinsam schliessen.
4. Die Säule 3a voll ausschöpfen
Mit der 3. Säule bauen Sie gezielt zusätzliches Vorsorgekapital auf und können dabei Ihre Steuerlast optimieren. Wer früh beginnt und regelmässig einzahlt, profitiert langfristig am meisten.
Ihre Möglichkeiten:
- Regelmässig einzahlen: Konstante Einzahlungen in die gebundene Säule 3a helfen, kontinuierlich Vermögen aufzubauen – nicht zuletzt dank Zinseszinseffekt (insbesondere, wenn das Kapital investiert ist). Zusätzlich profitieren Sie jedes Jahr von Steuervorteilen. Zahlen Sie, wenn möglich, den Maximalbetrag von 7258 Franken (Stand 2025 für Personen ohne Pensionskasse) ein, um das volle Potenzial auszuschöpfen.
- In Vorsorgefonds anlegen: Mit einer Anlagelösung in der Säule 3a nutzen Sie zusätzliche Ertragschancen. Das lohnt sich besonders bei einem langen Anlagehorizont.
- Mehrere 3a-Lösungen nutzen: Führen Sie am besten mehrere 3a-Konten, -Depots oder -Policen. So können Sie das angesparte Kapital später gestaffelt beziehen, um die Steuerbelastung bei der Pensionierung zu optimieren. Die Eröffnung einer zweiten 3a-Lösung ist in der Regel ab 50 000 Franken ratsam.
- Gestaffelten Bezug vorbereiten: Ab fünf Jahren vor dem Referenzalter (Stand 2025: 65 Jahre für Männer und ab 2028 auch für Frauen) können Sie Ihr 3a-Guthaben gestaffelt beziehen. Planen Sie das frühzeitig ein, um die Steuerlast optimal zu verteilen. Bedenken Sie dabei auch einen allfälligen Kapitalbezug aus der 2. Säule.
- Lücken neu auch nachträglich schliessen: Ab 2026 ist unter bestimmten Bedingungen erstmals möglich, ab 2025 nicht vollumfänglich getätigte Einzahlungen in der Säule 3a rückwirkend zu schliessen – ein zusätzlicher Hebel, um Vorsorgelücken steuerbegünstigt zu schliessen.
- Gemeinsam optimieren: Leben Sie in einer Partnerschaft, lohnt sich die abgestimmte Vorsorgeplanung für beide Personen. Beispielsweise kann auch Ihr Partner oder Ihre Partnerin Beiträge in Ihre Säule 3a einzahlen. Dies kann etwa sinnvoll sein, wenn eine Person aufgrund der Kinderbetreuung weniger Einkommen hat.
5. Vorsorgeauftrag und Nachlass rechtzeitig regeln
Nicht nur die finanzielle Vorsorge ist entscheidend, auch rechtlich sollten Sie frühzeitig Klarheit schaffen: Mit einer frühzeitigen Nachlassplanung und Regelungen für den Fall der Urteilsunfähigkeit stellen Sie sicher, dass im Ernstfall in Ihrem Sinn gehandelt wird und Ihr Vermögen nach Ihren Wünschen weitergegeben wird.
Das können Sie tun:
- Vorsorgeauftrag erstellen: Mit dem Vorsorgeauftrag bestimmen Sie, wer für Sie entscheidet, falls Sie urteilsunfähig werden – zum Beispiel aufgrund eines Unfalls oder einer Krankheit. So vermeiden Sie Unsicherheiten oder Streit in der Familie.
- Testament aufsetzen: Ein Testament regelt, wie Ihr Vermögen nach Ihrem Tod innerhalb des gesetzlichen Rahmens verteilt wird. Ohne Testament greift die gesetzliche Erbfolge, die nicht immer den eigenen Vorstellungen entspricht.
- Patientenverfügung erstellen: In der Patientenverfügung können Sie im Voraus festhalten, wie Sie medizinisch behandelt werden möchten, wenn Sie urteilsunfähig sind. Dadurch stellen Sie sicher, dass im Ernstfall so verfahren wird, wie Sie es für richtig halten. Ausserdem nehmen Sie Ihren Angehörigen die Last ab, für Sie entscheiden zu müssen.
- Ehe- oder Erbvertrag prüfen: In gewissen Lebenssituationen – etwa bei Patchwork-Familien, Selbstständigkeit oder grossem Vermögen – kann ein Ehe- oder Erbvertrag sinnvoll sein. Lassen Sie sich dazu individuell beraten.
- Konkubinatsvertrag aufsetzen: Leben Sie in einer Partnerschaft, sind aber nicht verheiratet? Mit einem Konkubinatsvertrag können Sie finanzielle Angelegenheiten, Eigentumsverhältnisse und gegenseitige Rechte und Pflichten regeln.
Annas Checkliste: In jedem Lebensabschnitt vorsorgen
Berufseinstieg (etwa 20 bis 30 Jahre)
- AHV-Kontoauszug auf Lücken prüfen
- Wenn möglich regelmässig bis zum Maximalbetrag in die Säule 3a einzahlen
- Private Ersparnisse mit langfristigem Anlagehorizont aufbauen (höherer Aktienanteil sinnvoll)
- Sich frühzeitig über erste Schritte in der Vorsorge informieren
Familiengründung und Eigenheim (etwa 30 bis 40 Jahre)
- AHV-Ansprüche prüfen, insbesondere bei Erwerbspausen (zum Beispiel aufgrund von Mutterschaft)
- Bei reduziertem Arbeitspensum Vorsorgelücken in der 2. Säule im Blick behalten
- Auswirkungen der Nutzung von Pensionskassenguthaben und Geldern aus der Säule 3a für Wohneigentum prüfen
- Säule 3a für spätere steueroptimierte Bezüge mit mehreren Konten aufbauen
- Auswirkungen von Teilzeitarbeit auf Vorsorge in der Partnerschaft besprechen
- Risikoleistungen in der Pensionskasse berücksichtigen (Überversicherung vermeiden)
- Sorgerechtsverfügung für die Absicherung von Kindern prüfen
- Bei Bedarf Ausbildungskonten oder Fondssparpläne für die Kinder eröffnen
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Hilfreiches Tool
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- Modul 5Die Vorsorge frühzeitig angehen: Ihr Fahrplan
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Frauen, die sich aktiv um ihre Finanzen kümmern, erhöhen ihre Chance auf finanzielle Sicherheit und blicken optimistischer in die Zukunft. Nehmen Sie Ihre Finanzen in die eigenen Hände.
