Alltag
«Mental Load» und Finanzen: Was Frauen bewegt
Wie Mental Load den Umgang mit Finanz- und Vorsorgethemen im Alltag prägt – und welche Möglichkeiten den Umgang damit erleichtern.

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Alltag
Wie Mental Load den Umgang mit Finanz- und Vorsorgethemen im Alltag prägt – und welche Möglichkeiten den Umgang damit erleichtern.
«Frauenperspektiven 2026», eine Studie des UBS Sorgenbarometers, macht deutlich: Multitasking ist im Alltag vieler Frauen eine Selbstverständlichkeit. Zur Organisation des täglichen Lebens gehören oft auch Fragen zu Finanzen und Vorsorge dazu.
Viele Frauen erleben einen eng getakteten Alltag. Hinzu kommen neben organisatorischen Aufgaben häufig finanzielle Entscheidungen – von alltäglichen Ausgaben bis hin zu Fragen rund um Vorsorge oder finanzielle Sicherheit.
Finanzielle Belastungen sind für einen Grossteil der Frauen in der Schweiz somit Teil ihrer Lebensrealität, allerdings in unterschiedlicher Intensität. Das unterstreicht die Befragung von über tausend Frauen:
Damit sehen sich fast zwei Drittel der befragten Frauen mit finanziellen Herausforderungen konfrontiert. Ein beachtlicher Teil der Teilnehmerinnen gibt zudem an, dass finanzielle Themen einen grossen oder eher grossen Anteil an ihrer alltäglichen mentalen Belastung haben. Die Ergebnisse zeigen jedoch auch, dass finanzielle Belastungen oft Teil eines grösseren Gesamtbildes sind: Beruf, Familie, organisatorische Verantwortung und Alltagsstress greifen häufig ineinander und verstärken den Mental Load zusätzlich.
Die UBS Studie «Frauenperspektiven 2026» setzt sich damit auseinander, wie sich dieser «Mental Load» auf finanzielle Entscheidungen auswirkt.

Mehr zur Studie
Aufbauend auf dem UBS Sorgenbarometer untersucht die Studie, was finanzielle Sicherheit für Frauen bedeutet – und welche Herausforderungen ihre Entscheidungen zu Vorsorge und Investitionen prägen. Entdecken Sie zentrale Erkenntnisse und Hintergründe auf unserer Website – und laden Sie die vollständige Studie herunter.
«Mental Load» – der Begriff beschreibt die ständige kognitive und emotionale Arbeit, die es braucht, um den Alltag zu organisieren.
Wichtig ist: «Mental Load» ist oft unsichtbar. Er zeigt sich nicht in Arbeitsstunden, sondern in der permanenten Gedankenarbeit, beispielsweise der Planung der Einkäufe, der Koordination von Terminen im Privaten oder bei der Arbeit oder bei der Verwaltung des Haushaltsbudgets.
So geben 58 Prozent der befragten Frauen an, oft oder sehr oft viele Dinge gleichzeitig organisieren oder im Blick behalten zu müssen. Weitere 29 Prozent erleben dies zumindest manchmal. «Mental Load» ist für viele Frauen damit sehr präsent.
Diese Dauerbelastung kann dazu beitragen, dass langfristige Finanz- oder Vorsorgethemen im Alltag weniger Priorität erhalten. Und das, obwohl gerade diese Perspektive dem täglichen Stress entgegenwirken könnte.
Wenn die mentale Belastung zu hoch ist – unter anderem durch tägliche, kurzfristige finanzielle Entscheide – bleibt im Alltag oft kaum Raum für langfristige Finanzthemen. So werden diese nicht selten auf später verschoben.
Knapp drei von zehn Frauen fühlen sich sehr häufig oder häufig zu ausgelastet, um sich mit ihrer finanziellen Zukunft auseinanderzusetzen. Für weitere 28 Prozent ist dies teilweise der Fall. Das bedeutet: Selbst wenn der Wille da ist, fehlt es oft an Zeit und Ressourcen. Aufgeschobene Entscheidungen können wiederum zu finanzieller Unsicherheit führen, was belastend wirkt und damit den «Mental Load» weiter erhöht.
Wie oft haben Sie das Gefühl, im Alltag zu viele Dinge gleichzeitig organisieren oder im Blick behalten zu müssen?
in % Einwohnerinnen der Schweiz ab 16 Jahren
Finanzielle Sicherheit für Familien bewusst gestalten
Familie verändert vieles – auch die finanzielle Verantwortung. Erfahren Sie, wie Eltern Vorsorge, Absicherung und finanzielle Entscheidungen rund um Familie und Kinder aktiv gestalten können.
Wie reagieren Frauen auf finanzielle Herausforderungen? Die Studie zeigt, dass zunächst häufig Massnahmen im Vordergrund stehen, die sich direkt im Alltag umsetzen lassen. Dazu gehören unter anderem Ausgaben zu reduzieren, das Budget im Blick zu behalten oder grössere Anschaffungen aufzuschieben.
Etwas seltener genannt werden langfristigere Themen wie die Optimierung der Vorsorge oder Investitionen. Das deutet darauf hin, dass kurzfristig umsetzbare Massnahmen für viele Frauen im Alltag leichter zugänglich sind als langfristige Finanzthemen.
Die Studie zeigt verschiedene Gründe, weshalb sich viele Frauen nicht intensiver mit langfristigen Finanzthemen wie Vorsorge, dem eigenen Vermögen oder Investitionen beschäftigen. Häufig genannt werden fehlender finanzieller Spielraum, die Komplexität der Themen, Unsicherheit im Umgang mit Geldanlagen oder fehlende Zeit, sich vertieft damit auseinanderzusetzen.
Zudem ist für viele Frauen finanzielle Sicherheit eng mit Orientierung und Stabilität verbunden. Vermögensaufbau wird dabei häufig als etwas wahrgenommen, das grössere finanzielle Mittel voraussetzt. Jedoch sind langfristige Finanzthemen auch schrittweise und mit kleineren Beträgen möglich.
Gleichzeitig beweist die Studie auch, dass dies nicht mit fehlender finanzieller Kompetenz gleichzusetzen ist. Im Gegenteil: 82 Prozent der Frauen schätzen ihren Umgang mit Geld als gut oder sehr gut ein. Finanzthemen werden also häufig nicht aus Desinteresse aufgeschoben, sondern weil sie im Alltag mit vielen anderen Prioritäten konkurrieren.
Die Ergebnisse der Studie legen nahe, dass verständliche Informationen und konkrete nächste Schritte einen grossen Unterschied machen. Denn viele Frauen gehen bewusst und verantwortungsvoll mit Geld um. Nun gilt es, dem Wunsch nach mehr Klarheit bei Themen wie Vorsorge, Investitionen oder langfristiger Finanzplanung nachzukommen.
Ihre Finanzen in Ihren Händen: Women's Wealth Academy
Mit der Women’s Wealth Academy unterstützt UBS Frauen dabei, Finanzwissen gezielt aufzubauen und langfristige Finanzthemen verständlich und zugänglich zu machen. Ob Vorsorge, Vermögensaufbau oder Investitionen: mit Lernpfaden, Hintergrundwissen und praxisnahen Inhalten möchte Women’s Wealth Frauen darin stärken, finanzielle Entscheidungen selbstbewusst und informiert zu treffen.
Die Studie zeigt auch: Frauen, die angeben, gut oder sehr gut mit Geld umgehen zu können, sind zufriedener mit ihrem Leben – unabhängig davon, ob sie investieren oder über hohe Einkommen verfügen. Finanzkompetenz wirkt also nicht nur über strategische Finanzaktivität, sondern vor allem über Orientierung, Kontrolle und psychische Entlastung im Alltag.
Viele Frauen bringen wichtige Erfahrungen im Umgang mit Geld mit – etwa durch das Organisieren laufender Finanzen oder das Verwalten von Budgets. Vorsorge und Vermögensaufbau knüpfen damit an finanzielle Entscheidungen an, die viele Frauen bereits selbstverständlich im Alltag treffen.
Dabei müssen Vermögensaufbau und Vorsorge nicht mit grossen Beträgen beginnen: Oft genügen bereits kleine, kontinuierliche Schritte. Umso wichtiger sind Unterstützungsangebote, die Komplexität reduzieren und klare Massnahmen aufzeigen. Schliesslich kann finanzielle Selbstsicherheit entlastend wirken und mehr Orientierung im Alltag schaffen.
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