Konsum Wenn die Hobbys der Kinder ins Geld gehen

Schön, wenn die Kinder leidenschaftlich ihren Hobbys nachgehen. Doch wie viel dürfen diese kosten?

Ist es fair, wenn die Reitstunden des Sohnes jährlich 2300 Franken kosten, das Fussballtraining der Tochter aber nur 300 Franken? Klar, es macht Freude, wenn Kinder leidenschaftlich ihre Freizeitbeschäftigungen ausüben. Doch wie teuer darf ein Hobby sein? Und was tun, wenn die Kosten dafür sehr unterschiedlich ausfallen? Kann sein, dass die Preisfrage von den Kindern selber gestellt wird. Als Eltern wäre es natürlich einfacher, der Frage auszuweichen oder die Beträge ein bisschen zu beschönigen. Doch das wäre keine gute Idee, schliesslich sollen die Kinder mit steigendem Alter verstehen, was das Leben kostet.

Geschwister im Konkurrenzkampf

Gewisse Rivalitäten zwischen Geschwistern sind völlig normal. Schliesslich geht es um den Wunsch nach Zuneigung und Anerkennung durch die Eltern. Wenn ein Kind merkt, dass die Eltern für ein Geschwister mehr Geld ausgeben, setzt es sich möglicherweise zur Wehr und fordert Gerechtigkeit. Doch was ist in diesem Fall gerecht? Bedeutet Gerechtigkeit, dass alle Hobbys den gleichen Preis haben müssen? Oder ist es gerecht, wenn jedes Kind seinen Vorlieben nachgehen kann? Wenn die Eltern einem bestimmten Hobby zustimmen, geht es vermutlich eher darum, ob das Hobby auch wirklich dem Wunsch des Kindes entspricht und in Wohnnähe realisierbar ist. Diese Vorstellungen von Gerechtigkeit kann man durchaus am Familientisch besprechen.

Liebe kann man nicht mit Geld messen

Finanzielle Ungleichheiten unter Geschwistern wird es immer wieder geben. Vielleicht wird ein Kind ans Gymnasium gehen und auf finanzielle Unterstützung angewiesen sein, während das andere eine Berufslehre macht und sich an den Wohnkosten beteiligen muss. Die Zukunft ist unbekannt, und zu jedem Zeitpunkt die absolute finanzielle Gleichbehandlung seiner Kinder zu schaffen, ist unrealistisch. Daher ist es als Eltern umso wichtiger zu betonen, dass unterschiedliche Ausgaben nichts mit Zuneigung oder Liebesbeweisen zu tun haben. Natürlich sollte es bei den Kosten des Hobbys eine Obergrenze geben, die durch das jeweilige Familienbudget bestimmt wird. Reicht das Familienbudget nicht, ist es die Aufgabe der Eltern, ein «Nein» zu kommunizieren.

Träumt ein Kind beispielsweise vom Segeln oder vom Motorsport, müssen sich Eltern nicht nur Gedanken zur Sicherheit und zum Zugang zu einem See oder einer Rennbahn machen: Kann man sich diese kostspielige Aktivität leisten, ohne komplett auf Ferien und Extras zu verzichten? Falls alle Familienmitglieder den Gürtel enger schnallen müssten, um einem der Kinder einen solchen Traum zu verwirklichen, sollte diese Entscheidung mit allen diskutiert und von der ganzen Familie mitgetragen werden. Einerseits kann es Sinn machen, nach einer ähnlichen, günstigeren Aktivität Ausschau zu halten. Andererseits kann man dem Teenager einen Teil der finanziellen Verantwortung übertragen, wenn es sich mit Ferienjobs an den Mehrkosten beteiligt. Wichtig ist, dass die Kinder wissen, dass man sie liebt. Die Kosten der Freizeitbeschäftigung spielen dabei keine Rolle.

Das Wichtigste in Kürze

  • Schaffen Sie bei den Kosten der Hobbys Transparenz. Kinder sollen mit zunehmendem Alter eine Vorstellung der Lebenskosten entwickeln.
  • Streit unter Geschwistern ist normal und Teil der Entwicklung. Überlassen Sie den Kostenstreit aber nicht Ihren Kindern. Besprechen Sie das Thema gemeinsam als Familie.
  • Überlegen Sie sich bereits bei der Auswahl des Hobbys, ob es mittelfristig in das Familienbudget passt. Falls nicht, suchen Sie gemeinsam nach Alternativen.
  • Sprechen Sie mit Ihren Kindern über ihr Gerechtigkeitsempfinden. Was ist Gerechtigkeit? Wenn alle Hobbys in der Familie gleich teuer sind oder wenn jeder seine Interessen verfolgen kann?
  • Setzen Sie Grenzen. Kommt zu den Reitstunden noch ein Reitlager dazu, kann das vielleicht auch ein guter Geburtstags- oder Weihnachtswunsch sein.

Die pädagogischen Grundsätze von UBS

Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit der Pädagogin Marianne Heller entstanden, mehrjährige Leiterin eines Programmes zur Finanzerziehung und Schuldenprävention für Kinder und Jugendliche.

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