UBS Outlook Schweiz

Analysen und Prognosen zur Schweizer Wirtschaft sowie zu Zins- und Währungsmärkten

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Berufliche Vorsorge

Das Schweizer Drei-Säulensystem – einst als weltweit vorbildlich gepriesen – steht angesichts der demografischen Alterung, der Negativzinsen und des seit Jahren anhaltenden Reformstaus massiv unter Druck. Die Altersvorsorge ist denn auch immer wieder ein Thema, das beim Sorgenbarometer ganz oben auf Liste steht. Grund genug also, diese Themen in der vorliegenden Ausgabe von UBS Outlook Schweiz genauer – und aus Unternehmenssicht – zu beleuchten.

Ein komplexe Entscheidung für Arbeitgeber ist die 2. Säule

Wahl der beruflichen Vorsorgelösung zählt zu den strategischen Personalführungskriterien eines Unternehmens.

Bei der Ausgestaltung der Vorsorgelösung haben Unternehmen zahlreiche Entscheidungen zu fällen: die Ausprägungen der Leistungen und der Risikodeckung verlangen mehr oder weniger Engagement, Ressourcen und Risikoträgerschaft und sind mit unterschiedlichen Kosten verbunden.

Entscheidungen zur beruflichen Vorsorgelösung

  • Eigenständige PK, Sammel- oder Gemeinschaftsstiftung, Vollversicherung
  • Abwägung der Bedürfnisse und Interessen verschiedener Anspruchsgruppen (e.g. Alter, Gehalt)
  • Serviceangebot und Attraktivitätsgrad der Vorsorgelösung am Arbeitsmarkt
  • Vor- und Nachteile eins Wechsels der Vorsorgelösung und der Unterstützung eines Brokers

Vorsorgeangebot als Entscheidungskriterium

Das Vorsorgeangebot ist heute mehr denn je ein wesentlicher Bestandteil eines attraktiven Anstellungsverhältnisses und sollte daher gut überlegt sein.

Mehr Informationen finden Sie im 2. Säule-Leitfaden für Unternehmen (PDF, 2 MB).

BVG-Reform auf Kosten von Jungen und Unternehmen

Mindestumwandlungssatz

Bei steigender Lebenserwartung und fallender Rendite muss der Mindestumwandlungssatz sinken. Nach den Vorschlägen für eine AHV- Reform wird nun auch eine Reform in der 2. Säule angestrebt.

Die Vernehmlassungsvorlage des Bundesrates möchte die Gesundung der beruflichen Altersvorsorge und das Volksmehr mit verschiedenen Massnahmen erreichen:

  • Senkung des Mindestumwandlungssatzes von 6,8% auf 6%. Allerdings würde erst ein Umwandlungssatz von 5% die Umverteilung komplett eliminieren.
  • Rentenzuschuss um tiefere Renten zu kompensieren. Allerdings nicht nur für die rentennahen Jahrgänge die von einer Mindestumwandlungssatzsenkung betroffen sind, sondern für alle. Die Zuschüsse sollten durch Lohnbeiträge der Arbeitnehmenden wie auch der Arbeitnehmer finanziert werden.
  • Kürzung der Beitragssätze um ältere Arbeitnehmende konkurrenzfähiger zu machen.
  • Halbierung des Koordinationsabzugs um Geringverdiener besser zu versichern.

Lesen Sie hier (PDF, 3 MB) was die Vor- und Nachteile dieses Vorschlags sind.

Konjunktur und Finanzmärkte

Schweizer Wirtschaft

  • Wir erwarten für das Jahr 2020, dass die Schweizer Wirtschaft mit 1,1 Prozent unter Potenzial wächst. Die Exporte und die Investitionen dürften weiterhin unter den handelspolitischen Unsicherheiten leiden und unterdurchschnittlich zulegen. Der Konsum wird jedoch seine Eigenschaft als Konjunkturstabilisator in diesem Jahr ausspielen.
  • Wenn sich der Fokus des neu erwachten US-Protektionismus von China nach Europa verlagert, bedeutet dies auch für die Schweiz eine negative Überraschung.
  • Löst hingegen die deutsche Regierung ihre fiskalische Handbremse und unterstützt die europäische Konjunktur, stellt dies eine positive Überraschung für die Schweizer Konjunktur dar.

Geldpolitik

  • Schwächt sich in den nächsten Quartalen die Konjunktur in den USA deutlich ab, dürfte die Fed die Leitzinsen dreimal senken. Senkt die EZB als Reaktion auf die Fed-Geldpolitik ihre Zinsen im März, würde sie den Druck zu einer Zinssenkung direkt an die SNB weitergeben. In diesem Umfeld wäre auch die SNB gezwungen, ihre Zinsen noch einmal um 25 Basispunkte zu reduzieren.
  • Wahrscheinlicher ist jedoch, dass die EZB mit einem allfälligen Zinsschritt noch zuwartet, womit der Druck auf die SNB gemindert wird und diese eine Zinsreduktion vermeiden kann. Trotzdem dürfte die Negativzinsphase noch die nächsten Jahre andauern. Es ist unwahrscheinlich, dass die SNB ihre Geldpolitik in den nächsten Quartalen grundlegend ändert – trotz gestiegener Kosten der Negativzinsen.
  • Trotz der erhöhten Unsicherheit sehen wir keine signifikante Aufwertung des Frankens gegenüber dem Euro, weil notfalls sich die SNB gegen einen Anstieg der Frankens zur Wehr setzen würde. Gegenüber dem US-Dollar könnte hingegen eine deutliche Aufwertung des Frankens resultieren.

Prognosen

UBS Wirtschaftsprognosen Schweiz

Reale Jahresveränderung, saison- und kalenderbereinigt, in %

 

Prognose UBS

 

 

Niveau*

2016

2017

2018

2019P

2020P

Bruttoinlandprodukt

704.0

1.7

1.9

2.8

0.8

1.1

Privater Konsum

370.7

1.4

1.3

1.0

1.0

1.3

Konsum Staat

 

79.2

1.3

1.2

0.3

1.2

0.8

Investitionen

 

170.6

2.6

3.6

1.1

0.4

0.7

 

Bau

60.9

-0.2

1.5

1.4

0.3

0.5

 

Ausrüstungen

109.7

4.2

4.8

1.0

0.5

0.7

Exporte**

 

357.6

6.6

4.0

4.4

3.0

2.5

Importe**

 

261.9

4.4

4.5

2.5

1.6

3.1

Jahresteuerung

 

-0.4

0.5

0.9

0.4

0.5

Arbeitslosigkeit***

 

3.3

3.2

2.6

2.3

2.5

Graphiken zur Schweizer Wirtschaft

Diese nützlichen Grafiken enthalten aktuelle Wirtschaftsprognosen, Trends zu den wichtigsten makroökonomischen und geldpolitischen Variablen, branchenspezifische Strukturen und Entwicklungen sowie weitere interessanten Aspekte zur Schweizer Wirtschaft.

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Globale Konjunktur

  • Die Handelsunsicherheit macht sich nach wie vor in schwächeren Investitionen bemerkbar. Ein partielles Handelsabkommen zwischen den USA und China hätte positive, aber begrenzte Auswirkungen. Der Umbau von Lieferketten zur Vermeidung bestehender Handelszölle hat zugenommen und dürfte die negativen Auswirkungen weiterhin kompensieren. Gleichzeitig gibt es Anzeichen einer Stabilisierung oder leichten Verbesserung des Welthandelsvolumens.
  • Von der Industrie und Investitionen abhängige Volkswirtschaften wie Deutschland haben die Auswirkungen der Handelsspannungen bereits zu spüren bekommen. Volkswirtschaften, die auf den Welthandel ausgerichtet sind oder vom Investitionszyklus abhängen, sind stärker gefährdet als solche, die sich auf die Binnenwirtschaft stützen. Die jüngsten Daten aus Asien und Europa deuten jedoch auf ein stabileres Wachstum hin.
  • In den meisten grossen Volkswirtschaften ist die Arbeitsmarktlage nach wie vor gut. Dies unterstützt die Einkommen der Konsumenten (durch höhere Beschäftigung, steigende Löhne oder beides). Die globale Arbeitslosigkeit bewegt sich nahe einem 40-Jahres-Tief. Die Binnennachfrage sollte die Belastung durch die Schwäche bei den Exporten und Investitionen begrenzen.
  • Je länger der Rückgang der Investitionen anhält, umso grösser ist das Risiko, dass er auf die Arbeitsmärkte übergreift und die Binnennachfrage schwächt.
  • Die zugrunde liegenden Inflationstrends sind weiterhin relativ moderat, da die Unternehmen die Handelszölle lieber absorbieren, als sie weiterzureichen. Die Auswirkungen der robusten Arbeitsmärkte sollten im Auge behalten werden.

FX

EURCHF

Der sichere Hafen bleibt sicher

  • Wir belassen unsere Prognose für EURCHF zum Ende des zweiten Quartals 2020 bei 1.08 und rechnen für das weitere Jahr mit einer Rückkehr auf 1.10.
  • Das Aufwärtspotenzial für EURCHF ist aus unserer Sicht auf Jahre hinaus begrenzt, weil sich im Inland zunehmend Widerstand gegen die negativen Zinssätze regt. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) würde eine mögliche Schwäche des CHF vermutlich für Zinserhöhungen nutzen.
  • Das Abwärtspotenzial für EURCHF ist gestiegen, nachdem das US-Finanzministerium die Schweiz wegen möglicher Währungsmanipulationen auf seine Beobachtungsliste gesetzt hat. Die gegenwärtige Risikoabneigung aufgrund des Ausbruchs des Coronavirus hat eine Abwärtsbewegung des Währungspaares ausgelöst.

USDCHF

Kaum Aufregung um die Unsicherheit

  • Wir rechnen damit, dass USDCHF bis Dezember in Reaktion auf eine erwartete Erholung der Wirtschaftstätigkeit, die die Währungen der meisten exportorientierten Länder stärken dürfte, auf 0.92 fällt.
  • USDCHF hat zuletzt nachgegeben, nachdem das US-Finanzministerium die Schweiz wieder auf seine Beobachtungsliste für Währungsmanipulatoren gesetzt hatte.
  • Die Marktunsicherheit durch den Coronavirus-Ausbruch hat den USD gegenüber dem CHF nur geringfügig beeinflusst. Falls sich die Lage entgegen unseren Erwartungen verschlechtert, wird USDCHF voraussichtlich fallen, da die Fed mehr Spielraum für Zinssenkungen hat als die SNB.

Immobilien

  • Die Volksinitiative "Mehr bezahlbare Wohnungen" verlangt einen höheren Anteil gemeinnütziger Wohnungen.
  • Die angestrebten Ziele sind nur mit grossem finanziellen Engagement der öffentlichen Hand zu erreichen. Das Kosten- Nutzen-Verhältnis für die Allgemeinheit wäre ungünstig.
  • Die Annahme der Vorlage hätte langfristig negative Konsequenzen für Immobilieninvestoren an Zentrumslagen.

Branchen

  • In der Industrie verschlechterte sich die wirtschaftliche Situation im vierten Quartal.
  • Gleichzeitig beurteilten die Dienstleistungsunternehmen hingegen die Geschäftslage als gut.
  • Während sich die Ertragslage bei Ersteren Ende Jahr wieder leicht verbesserte, ist bei Letzteren der Margendruck erneut gestiegen.

Schweiz im Fokus

Immobilienmarkt

UBS Global Real Estate Bubble Index 2019

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Immobilienmarkt

Real Estate Focus

Entdecken Sie in der jährlich erscheinenden Studie die wichtigsten Themen rund um den Schweizer Immobilienmarkt

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