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Fünf Schritte zur Vorbereitung des Umzugs in die Schweiz

Viele organisatorische Schritte lassen sich bereits vor der Einreise vorbereiten. Dazu gehören wichtige Dokumente, die Wohnsituation oder erste Informationen zum Schweizer Finanz- und Versicherungssystem.

Über die Aufenthaltsbewilligung informieren

Verschaffen Sie sich frühzeitig einen Überblick über die möglichen Aufenthaltsbewilligungen in der Schweiz und leiten Sie den Prozess in die Wege. Der Arbeitgeber unterstützt Sie in vielen Fällen, besonders bei Bezug zur Erwerbstätigkeit.

Welche Bewilligung brauchen Sie?

Ausländische Staatsangehörige benötigen eine Aufenthaltsbewilligung, wenn sie länger als 90 Tage bleiben oder in der Schweiz arbeiten. 

Je nach Anstellung und Aufenthaltsdauer sind unterschiedliche Bewilligungen relevant:

  • Bewilligung B: für Personen mit befristetem Aufenthalt (in der Regel 1 Jahr, verlängerbar)
  • Bewilligung C: Niederlassungsbewilligung nach mehrjährigem Aufenthalt
  • Bewilligung L: Kurzaufenthalt (bis 1 Jahr)
  • Bewilligung G: für Grenzgänger:innen mit Wohnsitz im Ausland

Für EU/EFTA-Bürger:innen gelten dabei teils vereinfachte Bedingungen als für Angehörige von Drittstaaten.

Krankenversicherung wählen

Recherchieren Sie vorab bei welcher Schweizer Krankenkasse Sie eine Versicherung abschliessen möchten und was diese beinhalten soll. Die Anmeldung muss innerhalb von drei Monaten nach Zuzug erfolgen. Da die Auswahl an Anbietern und Modellen gross ist, lohnt es sich, sich bereits im Vorfeld einen Überblick zu verschaffen.

Notwendige Dokumente beschaffen

Haben Sie alle wichtigen Dokumente zusammen, die Sie für den Umzug in die Schweiz benötigen? Dazu gehören: ein gültiger Pass oder Ausweis, Ihr Arbeitsvertrag, ein Zivilstandsnachweis, Diplome oder Berufsabschlüsse. Oft müssen die Dokumente zudem beglaubigt und übersetzt werden.

Prüfen Sie zudem, ob Ihre vorhandenen Passfotos noch den Anforderungen entsprechen, und lassen Sie bei Bedarf rechtzeitig neue anfertigen.

Tipp: Speichern Sie wichtige Dokumente digital. So haben Sie diese bei Behördengängen immer griffbereit.

Unterkunft finden

Der Schweizer Wohnungsmarkt ist besonders in den Grossstädten umkämpft. Eine Suche nach dem passenden Zuhause kann sich über mehrere Wochen oder Monate hinziehen. Beginnen Sie am besten einige Monate vor Ihrer Ankunft. Mehrere Bewerbungen gleichzeitig einzureichen, ist in der Schweiz üblich und erhöht die Chancen.

Budget planen

Machen Sie sich vorab ein Bild über die Ausgaben im Zusammenhang mit dem Umzug. Zusätzlich lohnt es sich, die ersten Monate finanziell grob zu planen. Neben laufenden Kosten für Miete und Versicherungen entstehen oft zusätzliche Ausgaben für Kautionen, Einrichtung oder Mobilität.

Diese vier Schritte haben nach Ihrer Ankunft in der Schweiz Priorität

1. Anmeldung bei der Gemeinde und Bewilligung beantragen

Sobald Sie in der Schweiz angekommen sind, müssen Sie sich bei der Einwohnerkontrolle Ihrer Wohngemeinde melden. Dies muss innert 14 Tagen nach Ankunft geschehen. 

Für die Anmeldung benötigen Sie in der Regel: 

  • einen gültigen Reisepass oder Personalausweis
  • Ihren Arbeitsvertrag oder Nachweis des Aufenthaltsgrundes
  • Ihren Mietvertrag oder eine Wohnsitzbestätigung
  • Dokumente zum Familienstand
  • Ein Passfoto
  • Nachweis über die Grundversicherung bei einer Schweizer Krankenkasse. Diesen können Sie auch innerhalb von drei Monaten nachreichen.

Im Zuge der Anmeldung wird auch die Aufenthaltsbewilligung beantragt. Art und Dauer der Bewilligung hängen von Ihrer Staatsangehörigkeit und dem Aufenthaltsgrund ab.

2. Finanzen

Ein Schweizer Bankkonto ist für viele alltägliche Zahlungen in der Schweiz eine Voraussetzung: Lohneingang, Mietüberweisung, Krankenkassenprämien und jegliche Rechnungen laufen in der Regel über ein lokales Konto. Je früher das Konto eröffnet ist, desto reibungsloser verläuft die Einzugsphase.

Für die Kontoeröffnung, benötigen Sie typischerweise einen gültigen Reisepass oder Personalausweis, Ihre Aufenthaltsbewilligung sowie einen Nachweis Ihres Schweizer Wohnsitzes. UBS wie auch viele weitere Banken ermöglichen die Kontoeröffnung zudem digital, ganz ohne Filialbesuch. 

Wenn Sie regelmässig Geld ins Ausland überweisen oder Einkünfte in anderen Währungen erhalten, sollten Sie ausserdem einen Blick auf Mehrwährungskonten und spezialisierte Transferlösungen werfen, um Wechselkurskosten zu sparen.

Tipp: Digital Banking ist in der Schweiz weitverbreitet. Über eine Mobile Banking App lassen sich Kontostände einsehen, Überweisungen auslösen, Daueraufträge verwalten und Transaktionen nachvollziehen – praktisch für einen aktiven Alltag. 

Alles, was Sie für einen guten Start brauchen

Ein Umzug in die Schweiz ist ein spannender Neuanfang, auch wenn es um Ihre Finanzen geht. Wir möchten es Ihnen erleichtern, sich im Alltag zurechtzufinden.

3. Wohnen

Haben Sie eine Wohnung oder ein Haus in der Schweiz zur Miete gefunden, gibt es noch zwei Dinge zu beachten:

  • Mietkaution: Vor Bezug der Wohnung ist eine Mietkaution zu zahlen. Diese beträgt meist 2 bis 3 Monatsmieten und dient als finanzielle Sicherheit für den Vermieter.
  • Nebenkosten: Wissen Sie, ob Strom, Wasser und Heizung in Ihrem Mietpreis enthalten sind? Überprüfen Sie Ihren Mietvertrag, um nicht von einer Rechnung überrascht zu werden.

4. Versicherungen

Das Schweizer Versicherungssystem und die diversen Angebote können auf den ersten Blick überfordernd sein. Manche Policen sind Pflicht, andere ergänzend.

Damit Sie von Beginn an sinnvoll abgesichert sind, lohnt sich ein genauer Blick auf Ihren persönlichen Versicherungsschutz:

  • Krankenversicherung: Die Krankenversicherung ist in der Schweiz obligatorisch. Wer neu ins Land zieht, muss innerhalb von drei Monaten eine Grundversicherung abschliessen. Ein Vergleich von Prämien und Franchise lohnt sich. Die Prämie ist der monatliche Betrag, den Sie für Ihre Krankenversicherung zahlen, während die Franchise der jährliche Betrag ist, den Sie selbst für Behandlungskosten übernehmen, bevor die Versicherung einspringt.
  • Haftpflichtversicherung: Eine private Haftpflichtversicherung ist in der Schweiz nicht gesetzlich vorgeschrieben, in der Praxis aber kaum wegzudenken. Sie deckt Schäden ab, die Sie unbeabsichtigt Dritten zufügen. Je nach Kanton und Hunderasse kann sie bei Hundehaltung sogar Pflicht sein, und auch Vermieter setzen sie oft voraus.
  • Hausratversicherung: Eine Hausratversicherung schützt Sie vor finanziellen Folgen bei Schäden an Mobiliar und persönlichen Gegenständen durch Feuer, Wasser oder Einbruch. Ein Blick auf die Deckungssumme lohnt sich, damit im Ernstfall der volle Wert Ihres Hausrats abgesichert ist. Diese Versicherung wird oftmals auch in Kombination mit einer Haftpflichtversicherung angeboten.

Gut zu wissen: Die Unfallversicherung ist von der Krankenversicherung abgekoppelt. Sie wird über den Arbeitgeber geregelt, sobald Sie mehr als acht Stunden pro Woche arbeiten. 

Mit diesen sechs Tipps gewöhnen Sie sich leichter in der Schweiz ein

War Ihre Anmeldung erfolgreich und Ihr Aufenthalt ist bewilligt? Formalitäten wie Finanzen und Versicherungen sind geregelt? Dann kann Ihr Alltag in der Schweiz beginnen. Diese Tipps helfen Ihnen bei der Eingewöhnung:

1. Öffentlichen Verkehr nutzen

In der Schweiz reisen sie bequem mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Das Land ist in verschiedene Verbunde unterteilt, die für den lokalen Schienenverkehr zuständig sind und spezifische Angebote haben. Informieren Sie sich auf der Webseite Ihres regionalen Verkehrsbetriebs oder am Bahnhofsschalter über Tickets und Abonnemente.

2. Internet-Abos vergleichen

Kosten für Mobilfunkverträge unterscheiden sich stark in der Schweiz. Je nach Anbieter und Angebot gehen die Beträge in den dreistelligen Bereich. Vergleichsportale wie Comparis können Ihnen einen Überblick verschaffen, um das für Sie bestmögliche Angebot zu finden.

3. TWINT herunterladen

Laden Sie die Bezahlapp TWINT herunter und verknüpfen Sie sie mit Ihrem Bankkonto, um mit Ihrem Smartphone schnell und unkompliziert Zahlungen im Alltag abzuwickeln.

4. Expat-Netzwerken oder Vereinen beitreten

Vernetzen Sie sich mit anderen Expats oder treten Sie einem Verein bei, um Kontakte zu knüpfen und in den Austausch zu gelangen.

5. Gemeindeanlässe besuchen

Nehmen Sie an einem Neuzuzügeranlass oder an Versammlungen Ihrer Gemeinde teil. Hier lernen Sie mehr über Ihr neues Zuhause und die Abläufe in der Gemeinde.

6. Sprachkurs belegen

Melden Sie sich für einen Sprachkurs an. Viele Schweizerinnen und Schweizer sprechen zwar Englisch, ein Deutsch-, Französisch- oder Italienischkurs kann den Alltag dennoch erleichtern und neue Freundschaften entstehen lassen.

Unsere Ratgeber für Ihre Finanzfragen

Unser kostenloses Magazin liefert Ihnen wertvolles Finanzwissen und hilft Ihnen, die richtige Entscheidung für Ihre Finanzen zu treffen.

Fazit

Ein neues Leben in der Schweiz aufzubauen, ist spannend und herausfordernd zugleich. Mit der richtigen Vorbereitung gelingt der Start in Ihr Abenteuer reibungslos.

  • Vieles lässt sich schon vor der Ankunft regeln: Dokumente zusammenstellen, Aufenthaltsbewilligung klären, Wohnungssuche starten.
  • Anmeldung und Bewilligung sollten zeitnah nach Ankunft vorgenommen werden, sie bilden die Basis für alles Weitere.
  • Krankenversicherung und Unfallschutz sind Pflicht, Haftpflicht und Hausrat sinnvolle Ergänzungen.
  • Ein Schweizer Bankkonto ist die Basis für den finanziellen Alltag. Digitale Banking-Tools helfen Ihnen laufende Kosten im Blick zu behalten.
  • Im ersten Monat lohnt es sich, Prioritäten zu setzen und sich Zeit zu geben, um auch sozial in der neuen Umgebung Fuss zu fassen.

Wissenswertes für Sie

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