
Relative Resilienz der Schweiz bleibt bestehen
Die geopolitische Unsicherheit und höhere Energiepreise belasten das globale Umfeld, während steigende Staatsverschuldung und der wachsende Kapitalbedarf für KI-Infrastruktur die langfristigen Zinsen erhöhen.
Die Schweiz bleibt dank tiefer Inflation, moderater Zinsbewegungen und eines robusten Frankens vergleichsweise widerstandsfähig. Das kräftige Wachstum im ersten Halbjahr 2026 hebt den Jahresausblick, dürfte sich wegen vorübergehender Export- und Pharmaeffekte jedoch nicht vollständig fortsetzen.
Insgesamt verbessern sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Schweizer Immobilien, auch wenn Unsicherheit und gewisse Konjunkturrisiken anhalten.
Weiter hohe Mittelzuflüsse bei Schweizer Immobilienvehikeln
Der Schweizer Immobilienmarkt bleibt trotz globaler Turbulenzen attraktiv. Eine im europäischen Vergleich hohe Risikoprämie, starke Kapitalzuflüsse und das knappe Angebot an institutionell geeigneten Objekten stützen Preise und Transaktionsaktivität.
Am indirekten Markt sind die Bewertungen zurückgegangen, doch insbesondere Wohnfonds weisen aufgrund struktureller Knappheit weiterhin hohe Agios auf.
Damit bieten aktuell vor allem kommerzielle Produkte dank moderaterer Bewertungen und robuster Fundamentaldaten interessante Einstiegsmöglichkeiten.
Tiefere Zuwanderung und mehr Planung reichen noch nicht für eine Entspannung
Die Nachfrage normalisiert sich und das Angebot zieht wieder etwas an. Gleichzeitig bleiben die Leerstände auf sehr tiefem Niveau. Die sinkenden Leerstände in Agglomerationsgemeinden zeigen, dass die Knappheit der Zentren zunehmend ins Umland ausstrahlt. Für Investoren bleiben die Fundamentaldaten positiv, der regulatorische Druck bleibt jedoch ebenfalls hoch.
Beschäftigungs- und Bevölkerungswachstum stützen den Markt, Strukturwandel bleibt prägend
Die kommerziellen Immobilienmärkte bleiben trotz struktureller Veränderungen robust. Mobiles Arbeiten und künftig wohl auch künstliche Intelligenz verändern die Büroflächennachfrage, während der Onlinehandel Verkaufsflächen weiterhin belastet, aber moderne Logistikimmobilien begünstigt. Gleichzeitig stützen Bevölkerungs- und Beschäftigungswachstum die Nutzermärkte.
Besonders gefragt sind zentrale, gut erschlossene und flexible Flächen; periphere oder wenig anpassungsfähige Objekte geraten stärker unter Druck. Standortqualität, Anpassungsfähigkeit und aktives Asset Management bleiben damit entscheidend.
Ausblick: Gesundes Fundament, weiter hohe Nachfrage
Besonders weitreichend wären zudem nach aktuellem Vorschlag die Folgen für indirekte Anlagen. Sollten börsenkotierte Immobiliengesellschaften und Immobilienfonds einer Bewilligungspflicht unterstellt werden, könnten gemäss bisheriger Analysen weder die Emittenten noch die Börse sicherstellen, dass keine ausländischen Investoren Anteile erwerben. Folglich müsste in diesem Fall mit Dekotierungen gerechnet werden. Die Wohnungsmärkte würden dadurch nicht entlastet und könnten über eine geringere Kapitalverfügbarkeit sogar indirekt belastet werden. Insgesamt bleibt der Schweizer Immobilienmarkt gut positioniert. Solide Fundamentaldaten, stabile Erträge und die anhaltende Nachfrage bieten auch in einem von Unsicherheit und strukturellem Wandel geprägten Umfeld eine tragfähige Basis. Wer regulatorische, konjunkturelle und objektspezifische Risiken sorgfältig berücksichtigt, findet damit weiterhin attraktive Möglichkeiten für langfristig orientierte Investitionen.
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