Wichtige Punkte

  • Die KI-Nachfrage führt weltweit zu steigenden Investitionsausgaben für den Aufbau von Infrastrukturen wie Rechenzentren, Stromnetzen und Stromerzeugung.
  • Die Investitionsausgaben der Big Tech steigen schnell an, und dürften 2026 die Grenze von USD 700 Mrd. überschreiten.
  • Das traditionelle „Asset-Light“-Modell steht unter Druck, da KI erhebliche Investitionen in physische Infrastruktur verlangt.
  • Die Stromnetze sowie auch die Versorger treten in einen wesentlichen Investitionszyklus ein, der durch die steigende Stromnachfrage aufgrund der KI-Workloads angetrieben wird.
  • Die Infrastruktur-Aktienstrategie von UBS Asset Management ermöglicht Anlegern ein gezieltes Engagement in Unternehmen, die vom weltweiten Ausbau der Infrastruktur profitieren.

Die Rückkehr der Sachanlagen

In den vergangenen 18 Monaten hat das Narrativ, dass „die Software die Welt verschlingt“, nachgelassen, da die Aufmerksamkeit ihren Blick nun wieder auf langfristige Vermögenswerte und Infrastruktur richtet.

Angesichts der Nachfrage von KI-Modellen werden aktuell mehr Rechenzentren gebaut als zu irgendeinem anderen Zeitpunkt in der Geschichte. Diese Nachfrage zeigt sich auch bei Foundries und der Produktion von Halbleiteranlagen sowie bei Rohstoffen, Baumaschinen, Stromerzeugung und Kühlsystemen sowie den Ingenieuren, die für sowohl den Bau als auch den Betrieb gebraucht werden.

Überraschenderweise ist die KI-bezogene Infrastruktur nicht der einzige Sektor, der einen Superzyklus der Investitionsausgaben erlebt. Das Tempo beim Bau von Atomkraftwerken hat seit den 1980er Jahren nicht mehr zu beobachtende Niveaus erreicht. Die Investitionsausgaben legen bei den globalen Energienetzen rasant zu, vor allem bei Übertragungsnetzen und erneuerbarer Energie, darunter Sonnenenergie und Batteriespeichersysteme, während auch die Investitionen in Satellitenkonstellationen, Weltrauminfrastruktur und sogar Hochgeschwindigkeitszüge in China und Japan zunehmen.

Abbildung 1: Technologieunternehmen beschleunigen Investitionsausgaben in KI-Infrastruktur

Balkendiagramm mit steigenden Investitionsausgaben der Tech-Unternehmen von 2023 bis 2026.
Quelle: Jahresberichte und Finanzprognosen der Unternehmen. Für Alphabet und Meta wurde der Mittelwert der Prognosen des Unternehmens verwendet. Die Daten für den Zeitraum 2023-2025 entsprechen dem Stand vom 31. Dezember 2025; die Prognose für alle Unternehmen wurde am 29. April 2026 veröffentlicht.

Big Tech-Unternehmen dürften im Jahr 2026 Investitionsausgaben von mehr als USD 700 Mrd. aufweisen, in etwas das Doppelte des im Jahr 2025 ausgegebenen Betrags.

Die Grenzen des „Asset-Light“-Modells

In den vergangenen zwanzig Jahren ist das „Asset-Light“-Modell zum heiligen Graal des Investments aufgestiegen und die „Rule of 40“1 stellte das Eintrittsticket zu einem Club elitärer Mitglieder der erfolgreichsten Cloud-Software-Anbieter dar. Im Gegensatz dazu bedurfte es hier, wenn die traditionellen Brachen ein Wachstum verzeichneten, einen linearen Anstieg der variablen Kosten, um ebenfalls ein Wachstum zu erzielen. Die Produktion von mehr Vorrichtungen erfordert eine grössere Fabrik, mehr Rohstoffe, mehr Maschinen und auch mehr Bediener. Es mag zwar Möglichkeiten zur Verbesserung der Erträge geben, diese sind aber eventuell nur schwer zu erkennen.

Im Gegensatz dazu gelten digitale Unternehmen eher als „Asset-Light“, da die Kosten für mehr Software oder das Hinzufügen eines Nutzers zu einer Plattform nach dem entsprechenden Aufbau in der Regel nebensächlich sind. Viele der führenden digitalen Unternehmen profitieren ebenfalls von positiven Netzwerkeffekten, wobei der Wert ihrer Lösung mit der zunehmenden Anzahl an Nutzern zunimmt. Und da die KI-Modelle erhebliche Datenmengen für ihr Training benötigen, haben oftmals die Unternehmen mit den grössten Plattformen Zugang zu den umfassendsten Pools digitaler Daten.

Nun gibt es so viele Elemente, die den digitalen Riesen und ihren „Asset-Light“-Geschäftsmodellen in die Karten spielen. Was ist also falsch gelaufen? Die KI befindet sich zwar noch in einer frühen Phase der Verbreitung, hat jedoch das „Asset-Light“-Modell in Frage gestellt sowie auch Fragen über die Nachhaltigkeit der traditionellen Softwareökonomie aufgeworfen, da zunehmend leistungsfähige Modelle die traditionelle Softwarebranche von Grund auf verändern, an den Rand oder sogar in Richtung der Obsoleszenz drängen können. Andererseits benötigt die KI enorme Rechenkapazitäten, was einen Superzyklus an Investitionsausgaben in physische Infrastruktur auslöst, die für die Verarbeitung, Übermittlung und den Betrieb der nächsten Generation digitaler Workloads benötigt werden. Zu dieser Infrastruktur gehören die für die Bewältigung zunehmender KI-Datenvolumen benötigten Rechenzentren sowie die Übertragungsnetze und Anlagen zur Stromerzeugung, ob nun Atomkraft, Sonnenenergie oder Erdgas, die benötigt werden, um den resultierenden Anstieg der Stromnachfrage zu erfüllen.

Abbildung 2: Die Investitionsausgaben von US-Stromversorgern dürften steil ansteigen

Balkendiagramm mit steigenden Investitionsausgaben von US-Stromversorgern zwischen 2015 und 2025 mit Hochrechnungen bis 2030.

In den USA planen Stromversorger, zwischen 2026 und 2030 mindestens USD 1,3 Bio. in die Modernisierung der Infrastruktur und weitere Erzeugungskapazitäten zu investieren, was weitgehend auf die steigende Stromnachfrage vonseiten der Rechenzentren zurückzuführen ist. Auf jährlicher Basis würde dies einem Anstieg von rund 30% im Vergleich zu den USD 200 Mrd. im Jahr 2025 entsprechen.

Die HALO-Chance

Dieser Übergang von „Asset-Light“- auf „Asset-Heavy“-Modelle erstreckt sich weit über die KI. Die Investitionen nehmen auch in traditionelleren Bereichen der Infrastrukturen zu, darunter Midstream-Pipelines, Transportnetzwerke und Telekommunikationsinfrastruktur. Diese Vermögenswerte galten lange als Teil der „Old Economy“, haben aufgrund des Schocks nach der Coronakrise, der Störung der Lieferketten, des Kriegs in der Ukraine und der steigenden Zinsen jedoch an Bedeutung hinzugewonnen, da dies die Anleger wieder auf die Bedeutung von Resilienz, Sicherheit und Kontrolle über kritische Netzwerke aufmerksam machte.

Darauf zielen HALO-Assets (Heavy Assets Low Obsolescence) im Kern ab, die schwer zu replizieren, langsam aufzubauen und oftmals wesentlich für die Funktionsweise der Realwirtschaft sind, wodurch sie in einem Umfeld steigender Zinsen und zunehmendem strategischem Wettbewerb zunehmend wertvoll sind.

In einer immer mehr durch KI, Energiesicherheit und Lieferkettensicherheit gestalteten Welt kann man die strategische Bedeutung der „Asset-Heavy“-Infrastruktur schon bald nicht mehr aussen vor lassen. Ob dies nun ein fortwährender struktureller Wandel oder lediglich eine lange erwartete Neugewichtung nach Jahren der Dominanz durch „Asset-Light“-Modelle darstellt, bleibt abzuwarten. Der Ausblick für Infrastruktur scheint allerdings äusserst positiv.

Für langfristige Anleger, unterstreicht dieser Wandel die Bedeutung von Unternehmen, die kritische Infrastruktur ermöglichen und unterstützen. Unser Ansatz konzentriert sich auf die Erfassung von Unternehmen mit starken Positionen in den Bereichen Rechenzentren, Stromerzeugung, Modernisierung der Netze und Industriesysteme, wo die anhaltenden Kapitalinvestitionen und die zunehmende Nachfrage wahrscheinlich das nachhaltige Wachstum antreiben wird.

Dies stellt keine Garantie seitens UBS Asset Management dar. Anlagen in Aktien unterliegen Marktschwankungen und bergen Risiken, darunter der mögliche Verlust des investierten Kapitals. Die Aktienmärkte können volatil sein, vor allem kurzfristig.

S-06/26 M-005725

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Aktien

Unsere Investment-Teams im Bereich Aktien sind spezialisiert und verfügen über fundiertes Fachwissen in verschiedensten Segmenten und Anlagestilen.

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