Innovation ist die Implementierung eines neuen oder signifikant verbesserten Produktes, Prozesses oder einer Methode. Schweizer Unternehmen sind top in der Forschung und Entwicklung – die Schweiz ist Weltmeisterin bei Patentanmeldungen pro Kopf. Matchentscheidend ist aber die kommerzielle Umsetzung und Anwendung der erzielten Forschungsergebnisse. Fünf Tipps für eine unternehmerische Innovationsstrategie:

1. Neue Technologien nutzen

Stetige Verbesserung der Produkte und Technologien führt zu einer immer stärkeren Spezialisierung sowie Übererfüllung der Kundenbedürfnisse. Neue Technologien – häufig von neuen Marktteilnehmern – bringen völlig neue Nutzenversprechen; oft mit einfacheren und günstigeren Lösungen und in zunächst unbedeutenden neuen Märkten. Gerade etablierte, erfolgreiche Unternehmen tun sich schwer im Umgang mit diesen innovativen, sogenannt «disruptiven» Technologien, weil sie sich in frühen Phasen noch durch hohe Unsicherheit und für Grossunternehmen bedeutungslos erscheinende Marktgrössen auszeichnen. Deshalb werden die Pläne zur Entwicklung disruptiver Produkte oft verworfen zugunsten einer Strategie des Abwartens, bis der aufstrebende Markt gross genug ist.

Tipp 1: Konzentrieren Sie sich wieder stärker auf die Grundfunktionalität ihrer Produkte und auf die Entwicklung kostenoptimaler Produkte, um in schnell wachsenden, aufstrebenden Märkten wettbewerbsfähig zu sein. Immer wichtiger wird dabei die Kombination mit dem Geschäftsmodell.

2. Geschäftsmodelle in Frage stellen

Grosse Erfolgsgeschichten der letzten Jahre sind oft weniger auf innovative Produkte zurückzuführen, sondern auf die Entwicklung innovativer Geschäftsmodelle: Amazon wurde ohne ein einziges Ladengeschäft zum grössten Online-Versandhändler der Welt, Uber revolutionierte die Taxibranche ohne eigene Taxis oder Fahrer und Skype ist der grösste grenzüberschreitende Kommunikationsanbieter der Welt, ohne eine eigene Netzwerkinfrastruktur zu betreiben.

Tipp 2: Denken Sie vermehrt in Geschäftsmodellen, statt nur auf Technologieentwicklung zu fokussieren.

3. Innovationsprozesse öffnen

Wer Innovationsprozesse öffnet, kann sowohl effizienter als auch effektiver werden. Nutzen Sie bestehende externe Potenziale, Wissen und Kompetenzen, um Mehrwert zu generieren.

Tipp 3: Bilden Sie Allianzen, binden Sie externe Partner, Kunden, Lieferanten, Experten oder unbeteiligte Akteure strategisch und frühzeitig in den Innovationsprozess ein. Gerade für KMU ist dies wichtig, da ihre Ressourcen stärker begrenzt sind und sie stark von Mitteln ausserhalb des Unternehmens profitieren können. Analysieren Sie Technologien, Patente, Erfolgsmuster aus anderen Branchen systematisch auf die Übertragbarkeit auf Ihre Industrie.

4. Freiräume für radikale Innovationen

Etablierten Unternehmen fällt es oft schwer, radikale Innovationen während laufender Geschäfte erfolgreich in der bestehenden Organisation umzusetzen. Eine wichtige Voraussetzung dafür sind strukturelle Veränderungen.

Tipp 4: Werden Sie durch strukturelle Veränderungen gleichzeitig effizient und flexibel! Schaffen Sie eigene Einheiten für Innovationsprojekte, die hohe Unsicherheit oder Risiken beinhalten. Prüfen Sie die temporäre Auslagerung (Spin Out) autonomer oder teilautonomer Teams. Fördern oder beteiligen Sie sich an externen Startups, bilden Sie exklusive strategische Partnerschaften zur Erschliessung neuer Technologien.

5. Unternehmertum fördern

Unternehmerische Aktivität und das Handeln wie ein innovatives Start-up muss auf allen Organisationsebenen neu erfunden werden, um starre Prozesse, Bürokratie und zu einseitigen Fokus auf das Alltagsgeschäft zu überwinden.

Tipp 5: Fördern Sie Gründerspirit statt Risikomanagement. In Zeiten schwerer Vorhersehbarkeit der Zukunft gilt es, die Zukunft aktiv zu gestalten. Bilden Sie eine flexiblere Organisation und Strukturen mit Projektorganisation anstelle fixer Linien. Erschliessen Sie neue Innovationsfelder, basierend auf den eigenen Kernkompetenzen sowie auf Megatrends in Gesellschaft, Markt und Technologien.

Geschäftsmodell

Ein Geschäftsmodell erklärt, wie Werte geschaffen und Margen erwirtschaftet werden. Es beantwortet vier Fragen:

(1) Kunde. Wer sind unsere Zielkunden? Für jedes erfolgreiche Geschäftsmodell muss ein Unternehmen genau verstehen, welches die relevanten, zu adressierenden Kundensegmente sind. Der Kunde steht im Zentrum jedes Geschäftsmodells, immer und ohne Ausnahme.

(2) Nutzenversprechen. Was bieten wir den Kunden an? Die zweite Dimension beschreibt, was den Zielkunden angeboten wird, um deren Bedürfnisse zu befriedigen. Das Nutzenversprechen beschreibt alle Leistungen eines Unternehmens (Produkte und Dienstleistungen), die dem Kunden von Nutzen sind.

(3) Wertschöpfungskette. Wie stellen wir die Leistung her? Um das Nutzenversprechen zu erzielen, sind verschiedene Prozesse und Aktivitäten nötig. Diese Prozesse und Aktivitäten zusammen mit den involvierten Ressourcen und Fähigkeiten und deren Koordination entlang der Wertschöpfungskette eines Unternehmens bilden die dritte Dimension des Geschäftsmodells.

(4) Ertragsmechanik. Wie wird Wert erzielt? Die vierte Dimension erklärt, warum ein Geschäftsmodell finanziell überlebensfähig ist. Es beinhaltet Aspekte wie die Kostenstruktur und die Umsatzmechanismen. Diese Dimension beantwortet die zentrale Frage jeder Firma: Wie erzielt man mit dem Geschäft Wert?